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08.05.2018 18.18


Neu im Hansemuseum: Europa vor 500 Jahren und heute

Das älteste Exponat ist exakt 500 Jahre alt, der Rest überwiegend modern. "Der Konsens – Europas Kultur der politischen Entscheidung" heißt die neue Sonderausstellung, die das Europäische Hansemuseum vom 10. Mai bis 8. Juli zeigt. Zur Vernissage wird Ministerpräsident Daniel Günther erwartet. Am Dienstag gab es Einblicke für die Presse.


Von St. Marien ins Rathaus: Die Darstellung des Hansetreffens anno 1518. Foto: TD

Konkret geht es um die Frage, wie im Mittelalter und wie heute Entscheidungen zustande kamen beziehungsweise kommen. "In Eintracht" hieß es vor 500 Jahren bei der Hanse. "Im Konsens" heißt es heute im Europäischen Rat in Brüssel. Aber wie sah, wie sieht das in der Praxis aus?

Eigentlich lässt sich das Thema "Konsens" nicht ausstellen, zumindest nicht anfassen oder berühren. Man müsse sich schon gedanklich mit Fragen von Demokratie und Übereinkunft auseinandersetzen, sagt Dr. Tillmann Bendikowski, der Kurator der Ausstellung. Dann aber könne es sehr aktuell werden. Bendikowski: "In einer Zeit, wo der Konsens verachtet, das Aufeinanderhören nicht mehr gepflegt wird, kommt schnell Politik- und auch Europaverdrossenheit auf."

Anfassen könnte man natürlich das älteste Ausstellungsstück. Das aber wäre nicht zu verantworten. Es handelt sich nämlich um das Original eines sogenannten Rezesses vom Hansetag anno 1518 in Lübeck. Der Rezess, eine Art Protokoll mit Beschlüssen, wurde für jedes teilnehmende Mitglied der Hanse abgeschrieben. Die Ratsschreiber mit ihrer gestochen scharfen, verschnörkelten Schönschrift kopierten diese Berichte. Im Stadtarchiv von Hildesheim befand sich das 500 Jahre alte Stück. Für die nächsten zwei Monate ist es nach Lübeck zurückgekehrt.

Aber auch in einer Reproduktion ist es in der Ausstellung zu finden und kann so doch durchgeblättert, vielleicht sogar gelesen werden. Ansonsten gibt es viel zu lernen. Für das Familienfoto der 28 Staats- und Regierungschefs der EU sind zumindest die Schattenrisse sichtbar. Auf einem Monitor läuft ein Stück Brüsseler Alltag vom Dezember 2017. Der Besucher lernt auch, dass Konsens etwas anderes ist als eine Mehrheitsentscheidung per Abstimmung.

Zur Zeit der Hanse und heute in Brüssel diktieren nicht die Großen, und die Kleinen haben zu gehorchen. Auch sie können sich Gehör verschaffen, Malta oder Zypern etwa. Damals wie heute helfen oft Vier-Augen-Gespräche. Das geschah früher in der Hörkammer, die es im Lübecker Rathaus noch gibt. "Hörkammer/Beichtstuhl" steht über dem Raum in einer Ecke des Saales. Ein anderer Teil des Saales ist als Lounge hergerichtet, wo in kleinen Gruppen um Konsens gerungen werden kann.

Die Leiterin des Hansemuseum, Dr. Felicia Sternfeld, betonte, dass Planspiele vorbereitet seien, um Schülern und Jugendlichen einige Grundbegriffe politischer Bildung beizubringen. An ihnen können die jungen Leute kostenlos teilnehmen und etwas zum Thema Europa oder Demokratie lernen. Um Einst und Heute leichter auseinander halten zu können, ist alles "von früher" in Rot, das Heutige in der Europafarbe Blau gehalten.

Ein Begleitband zur Ausstellung mit vielen Fotos und Abbildungen ist in deutsch und englisch erschienen. Er kostet 11,80 Euro. Die neue Schau ist wie das Hansemuseum täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Sonderausstellung kostet für Erwachsene fünf Euro, für Kinder und ermäßigt die Hälfte. Durch ein vielfältiges Rahmenprogramm soll immer wieder auf die Sonderausstellung hingewiesen werden.

Autor: TD

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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