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der 26. September 2018






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22.05.2018 17.44


37 neue Plätze für Obdachlose in Lübeck

Die Zahl der Wohnungslosen steigt seit Jahren besorgniserregend. Auffällig dabei ist besonders die starke Zunahme von wohnungslosen Frauen. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich deren Zahl in Lübeck vervierfacht. Auch immer mehr junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren sind betroffen.

Die Hansestadt hat daher bereits 2016 beschlossen, gemeinsam mit der Vorwerker Diakonie auf diese Entwicklung zu reagieren. Es wurde nach einem geeigneten Standort gesucht. "2017 haben wir in der Dr.-Julius-Leber-Straße ein geeignetes Gebäude gefunden", sagt Johanne Hannemann, Geschäftsführerin der Vorwerker Diakonie. "Im November haben wir mit den Sanierungsarbeiten begonnen und es ist großartig, dass diese schon jetzt abgeschlossen sind und die ersten Nutzer einziehen konnten." Die aktuelle Belegung unterstreicht den Bedarf: "Es sind bereits fast alle Plätze belegt."

Die neue Einrichtung in der Lübecker Innenstadt bietet wohnungslosen Frauen und jungen Erwachsenen eine Unterkunft auf Zeit. 37 Plätze und einige Notplätze stehen zur Verfügung, damit betroffene Menschen nicht auf der Straße bleiben müssen. "Wir haben hier ein einmaliges Konzept", so Heike Raddatz-Kossak, zuständige Geschäftsbereichsleitung. "Unter einem Dach, aber gleichzeitig getrennt voneinander, bieten wir Hilfen für Frauen und junge Männer." Viele der Frauen kommen mit Gewalterfahrungen in das Haus. "Klar, dass wir ein spezielles Schutzkonzept umsetzen", so Raddatz-Kossak. "Der Frauenbereich ist beispielsweise für Männer tabu. Männer- und Frauentrakt sind durch den Mitarbeitendenbereich voneinander getrennt."

Die Einrichtung bietet mehr als ein Dach über dem Kopf. "Unsere Mitarbeitenden stellen einen geregelten Tagesablauf sicher und unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner so, dass diese ihre eigene schwierige Situation angehen", erläutert Raddatz-Kossak. Kein Zufall daher, dass auch die Wohnraumhilfe der Vorwerker Diakonie und ein Beschäftigungsangebot für Wohnungslose in der Dr.-Julius-Leber-Straße untergebracht sind. "Die Bewohner erleben so, dass die Einrichtung keine Sackgasse ist, sondern den Schritt zurück in die Normalität ermöglicht." Die Wohnraumhilfe mietet kleine Wohnungen an und stellt sie Wohnungslosen, denen Vermieter ungern eine Wohnung anvertrauen, zur Verfügung. "Bevor sie dort einziehen, bieten wir ihnen hier ein Trainingswohnen an. Dort üben sie, ihren eigenen Haushalt zu führen." Im Beschäftigungsangebot, das allen Bewohnern offen steht, werden unter anderem alte Gartenmöbel aufgearbeitet oder Renovierungsarbeiten übernommen.

Die Einrichtung ist 24 Stunden am Tag besetzt. "Hier ist kein Bewohner allein. Frauen und junge Männer in Notsituationen finden auch am Wochenende oder in der Nacht Ansprechpartner und Zugang in unser Haus", so Raddatz-Kossak.

Autor: Lutz Regenberg

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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