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Mittwoch,
der 24. Oktober 2018






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25.05.2018 13.20


Von Disco über Fuck-up zum Erfolg

"Wir müssen uns doch auch überlegen, wie wir das Unternehmerpublikum von heute erreichen", sinnierte Moderator Robert Semkow von der IHK am Donnerstagend bei der dritten "fckup N8" ins Mikrofon. Nur mit feierlichen Vortrags-Messen im dunklen Anzug geht das heute nicht mehr, war er sich sicher.

So fanden sich dann die Unternehmer von morgen im leichten Seemanns-Retro des Schuppen 9 wieder, angereichert durch eine "State of the Art" Medienumgebung. W-Lan Kameras an Schwebestativen sausten um einen herum, überall wurde gefilmt und geflashed und im live-stream ge-facebooked, als ob es die neue Datenschutz EU-Verordnung nicht gäbe - das musste auch sein, denn es war am Vorabend der Inkraftsetzung dieses Rechtswerks für zukünftige Abmahn-Unternehmer.

Diese Geier-Branche würde allerdings tapferen Jungunternehmern wie Dennis Forte von der Firma Druck.foryu den letzten Zahn ziehen, nach dem, was er bisher schon alles durchgemacht hat. Der Mann verdient die volle Anerkennung, dass er den Mut hat sich vor ein kritisch aufmerksames Jungunternehmerpublikum zu stellen und sein Unternehmer-Herz auf den Tisch zu legen.

Als selbständiger Disco Unternehmer hatte er seinerzeit versucht, für die Idee einer Druckfirma Gründungskredite von den Banken zu bekommen. Der Saal war erheitert, denn die Antwort der Geldinstitute brauchte er gar nicht erst zu erläutern. Dann hat er mit "seinem besten Freund" mit vollem Einsatz die Druckfirma gegründet und ist von seinem Buddy voll über den Tisch gezogen worden. Dennis mochte das ihm gegenüber nicht ansprechen, er wollte die damalige Weihnachtsruhe nicht stören. Kopfschütteln im Publikum, wie kann man nur so dusselig sein.

Aber Dennis ist ein Kämpfer. Bis neun angezählt und von Selbstzweifeln und Depressionen geschüttelt steht er wieder auf, kauft dem falschen Freund seine Firmenanteile ab und legt mit vollem Einsatz los. Immer mehr wird auf die Hörner genommen, Kunden werden gewonnen und wieder verloren - so langsam nimmt das Unternehmen an Fahrt auf und gewinnt Struktur.

Man sieht es. Auf dem Beamer läuft eine PowerPoint Präsentation mit Gif-Animationen, Unternehmer-Selfies von Dennis, unterbrochen von Design-Gimmicks der Sonderklasse.

Das Publikum merkt, Dennis hat was los, ist aber noch so ein bisschen fusselig und zu verliebt in jede neue Druckmaschine, die auf den Markt kommt. Immerhin, er least sie für seinen Betrieb, denn bald kommt ja schon wieder etwas Neues.

So mancher im Saal erkennt seine eigenen Ängste, Probleme und Startschwierigkeiten wieder, wenn er den tapferen Unternehmer dort agieren sieht. Das anschließende Gespräch ist wie an der Theke, gnadenlos und offen. Macht aber nichts, alle haben das Gefühl das Leben so geboten zu bekommen wie es ist. Deshalb nennt sich das Ganze auch "Fckup N8", eine Mischung zwischen Handy-Kürzel und Anstandswahrung 4.0. LOL, kann man da nur sagen, vielleicht wollte man auf diese Weise auch nur einen Bogen um die "Meetoo" Debatte machen.

Wer sich allerdings mit idiomatischen Übersetzungen auskennt weiß, dass "Fuck up" eher mit "Dumm gelaufen" oder auch "Leider vermasselt" übersetzt werden sollte. Die Botschaft des Abends: "Das ist überhaupt nicht schlimm, wichtig ist nur, dass man daraus lernt."

Das konnte Dennis auch überzeugend vermitteln. Nach der Niederlage ist "Aufstehen und mit frischem Mut weiterkämpfen" angesagt - in der Ecke sitzen und sein Schicksal und die böse Welt beklagen hat noch niemandem den Erfolg gebracht.

Das war auch die Message von Monika Mertens, Poetry Slammerin ihres Zeichens, die mit ihrem Beitrag über Niederlagen und Erfolge im Liebesleben den Abend entscheidend bereicherte.

Bestes Entertainment aus dem Leben gegriffen, kann man nur sagen, aus dem man im besten Sinne nachdenklich und mit vielen Anregungen nach Hause geht. Musste ich dann auch leider, daher konnte ich Malvin Neugebauer, den zweiten Unternehmer des Abends nicht mehr sehen. Denn ich hatte bereits eine wichtige Lehre von Dennis beherzigt: Du musst Schwerpunkte setzen und darfst dich nicht verzetteln. Deshalb bin ich nach Hause gegangen, habe diesen Bericht geschrieben und anschließend Heidi Klums Finale geguckt. Und da saßen sie wieder. Alle gescheiterten Models der Serie - auch meine Favoritin "Shoot-out Jenny" - die trotzdem weiterhin ihr Bestes geben und zeigen wollen, das sie wirklich ernst meinen mit dem gewinnen wollen.

Wer niemals scheitert, hat eben auch keine neuen Wege probiert, heißt es so schön. In diesem Sinne sollte die "Fuck-up N(acht)" Mut machen. Ein schönes Experiment, und das von einer manchmal leicht tantig daherkommenden IHK, die aber mit einer solchen Veranstaltung zeigt, dass sie den Wandel erkannt hat, und sich bemüht ihn mitzugestalten. In diesem Sinne ist die Fck-up N8 als Experiment keinesfalls gescheitert.

Im O-Ton hören Sie ein Interview mit dem Moderator des Abends Robert Semkow.

Autor: Harald Denckmann

Aus rechtlichen Gründen können wir Bilder nicht mehr zur Verfügung stellen.


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