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02.06.2018 11.57


Schmidtke ruft zur Organspende auf

Am Samstag, 2. Juni, ist Tag der Organspende. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Lübecker Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Claudia Schmidtke informierten sich am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein über den transplantationsmedizinischen Alltag.

Viel zu viele Menschen in Deutschland sterben, weil die dringend benötigten Organspenden fehlen. Die Wartelisten enthalten die Namen von Tausenden Menschen aller Altersgruppen, deren Hoffnung mit jedem Tag schwindet. 2017 wurde nun der niedrigste Stand der Organspenden seit 20 Jahren erreicht.

"Seit Jahrzehnten wird in Deutschland eine Reform des Transplantationsgesetzes diskutiert. Ich finde, es wird nun höchste Zeit, etwas zu tun", so Prof. Dr. Claudia Schmidtke, Mitglied im Gesundheitsausschuss.

Ein häufig genanntes Vorbild ist Spanien, das bei der Zahl der Transplantationen und Organspenden eine Spitzenposition einnimmt. Während in Deutschland die Entscheidungslösung gilt, wonach Organe nur entnommen werden dürfen, wenn der Spender oder die Spenderin dies zu Lebzeiten ausdrücklich erklärt hat, kann in Spanien entnommen werden, wenn zu Lebzeiten nicht widersprochen wurde – oder Angehörige später der Entnahme widersprechen.

"Schon 2007 hat der Nationale Ethikrat diese Widerspruchslösung auch für Deutschland vorgeschlagen. Ich war lange skeptisch, ob dies der richtige Weg ist, doch sehe ich das Leid von betroffenen Patientinnen und Patientinnen und geschockte Angehörige, die mit dieser schwierigen Entscheidungen allein gelassen werden." Prof. Schmidtke tendiere daher heute dazu, die Widerspruchslösung auch in Deutschland einzuführen. Sie könnte mit einer generalisierten Abfrage zum Beispiel bei der Beantragung von Personalausweisen verbunden werden.

"Es wäre daher keineswegs ein Zwang zur Spende, sondern nur der Zwang, eine Entscheidung zu treffen – und die Angehörigen, die in einer schlimmen Situation eine solche Entscheidung nicht treffen sollten, entscheidend zu entlasten", so Prof. Schmidtke weiter.

Bis der Bundestag das Thema diskutiert, gelte es jedoch, weiterhin für den Organspendeausweis Werbung zu machen: "Die Ausweise gibt es im Internet, bei Ärzten und Krankenkassen und an unzähligen anderen Stellen, auch in meinem Wahlkreisbüro in Lübeck. Wer sich für die Spende entscheidet, könnte totkranken Menschen das Leben retten. Und selbst wenn man sich gegen eine Spende entscheidet, so bürdet man nicht den eigenen Angehörigen in schlimmsten Situationen diese Entscheidung auf", so Prof. Schmidtke abschließend.

Autor: Büro CS

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