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HL-live.de

Freitag,
der 19. Oktober 2018






Schöne Stimmen mit Musik von Schubert und Schumann

In Lübeck, einer Hochburg der Kirchenmusik, sakrale Werke aufzuführen, die keiner kennt – das ist zumindest ungewöhnlich. Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) tat am Donnerstag in der MuK genau dies. Unter Leitung von Thomas Hengelbrock erklangen Werke von Franz Schubert und Robert Schumann.

In den gängigen Chormusikführern werden die aufgeführten Werke mit kirchlichem Hintergrund, die an diesem Abend zu hören waren, nicht genannt geschweige denn besprochen. Umso spannender war es, ihnen im Konzertsaal zu begegnen. Es handelt sich nämlich durchaus um große Musik.

Thomas Hengelbrock war mit renommierten Mitstreitern nach Lübeck gekommen, mit seinem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble. Franz Schubert gehörte die erste Hälfte des Programms. Zweimal hat Schubert sich mit dem Text des "Stabat mater" beschäftigt, der Klage der Maria über ihren toten Sohn Jesus. 1815 vertonte er die ersten vier von 20 lateinischen Versen, ein Jahr später wählte er die deutsche Übertragung von Friedrich Gottlieb Klopstock für ein längeres Werk.

Hengelbrock wählte zur Einstimmung die nur sechs oder sieben Minuten dauernde lateinische Fassung. Nach der sanften Einleitung gingen Chor und Orchester schnell in intensive Klagen über. Ohne Unterbrechung hängte Hengelbrock die bekannteste Sinfonie Schuberts an, die h-Moll-Sinfonie, die sogenannte "Unvollendete".

Dabei schwelgte das Orchester natürlich in den eingängigen Melodien. Ganz klar zeigte der Dirigent die Strukturen auf, wenn er die Streicher an etlichen Stellen flüstern und raunen ließ, bevor dann wieder machtvolle Tuttischläge kamen. In geheimnisvoller Ruhe endete die Wiedergabe.

Nach der Pause stand die "Missa sacra" Robert Schumanns auf dem Programm, ein Spätwerk, 1852 im katholischen Düsseldorf geschrieben, wohin Schumann zwei Jahre zuvor als städtischer Musikdirektor berufen worden war. Schumann greift in die übliche Folge der katholischen Messliturgie ein, wollte ein Werk, das sowohl in der Kirche als auch im Konzertsaal aufgeführt werden konnte.

Der Komponist nahm keine strenge Textvertonung vor. Er wollte offenbar den Stimmungsgehalt der einzelnen Abschnitte ausloten, vom intimen Gebet zu romantischer Fülle, von Trauer bis zum schmetternden Gloria oder dem Jubel der Auferstehung. Hengelbrocks groß besetzter Chor ließ bei der 40 Minuten langen Wiedergabe kaum Wünsche offen.

Die Sängerinnen und Sänger brachten sowohl zarte Klanggebilde als auch mächtig aufbrausende Fugen wie das große "Amen" am Ende des Sanctus sicher über die Rampe. Die kurzen Solostellen waren aus dem Chor besetzt. Das Orchester gingen ebenfalls gut mit.

Von diesem Werk gibt es übrigens eine vom Komponisten stammende Fassung, in der statt des Orchesters die Orgel eingesetzt wird. So wäre das große Werk sicher auch von Lübecker Kirchenchören zu realisieren.

Für den starken Applaus bedankten sich die Mitwirkenden mit drei Zugaben, zunächst Mendelssohn ("Denn Er hat seinen Engeln befohlen..."). Danach zwei A-cappella-Sätze, das innige Abendgebet "Bleib bei uns" von Josef Rheinberger und das bekannteste deutsche Nachtlied "Der Mond ist aufgegangen".

Der Balthasar-Neumann-Chor sang Sakralwerke der Romantik. Foto: Florence Grandidier, SHMF

Der Balthasar-Neumann-Chor sang Sakralwerke der Romantik. Foto: Florence Grandidier, SHMF


Text-Nummer: 123427   Autor: TD   vom 06.07.2018 08.34

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