Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

HL-live.de

Mittwoch,
der 24. Oktober 2018






Diabetes-Garten: Von Liebeszauber, Mädesüß und Ringele

In der Hansestadt Lübeck gibt es einen besonderen Garten, der bislang nur in Frankfurt und in Basel angelegt wurde: Der Lübecker Diabetologe Professor Dr. Morten Schütt hat in Kooperation mit dem Lebensstil-Experten Hans Lauber im Hinterhof seiner Diabetesschwerpunktpraxis am Koberg mehrere Hochbeete angelegt, in denen nützliche Pflanzen und Kräuter gedeihen, die wir zumeist aus unserem Alltag kennen: Einen Diabetes-Garten.

Ein Diabetes-Garten ist gut und gesund – auch für Nicht-Diabetiker. Beim Diabetes-Garten handelt es sich um insgesamt fünf Hochbeete - drei Beete mit Pflanzen zum Thema Diabetes-Ursachen, also Übergewicht, Entzündung und mangelnde Insulinwirkung, und zwei Beete mit den Schwerpunkten schlecht heilende Wunden und Depression. Die Pflanzen könnten auch eine Rolle im Rahmen der Prävention des Typ 2-Diabetes spielen, so Hans Lauber.

Und das ist in Beispielen auf den einzelnen fünf Hochbeeten am Lübecker Koberg zu sehen (aus „Mein Diabetes-Garten“ von Hans Lauber, ISBN 978-3-87409-566-2):

Die Insulin-Intensivierer

Brennessel: Gerne als Unkraut geschmäht, zählt die „Urtica“ zu unseren wichtigsten Heilpflanzen. Extrakte der Blätter enthalten Sitosterol, was die Insulinproduktion anregen soll. Außerdem gilt die Nessel als „Liebeszauberin“ - wer hätte das gedacht?

Grüntee: Das Lieblingsgetränk der Models sorgt für eine schöne Haut – und schützt die insulinproduzierenden Zellen, lässt das Hormon besser wirken.

Knoblauch: Das schon von den Ägyptern geschätzte Heilmittel erzeugt zwar unangenehmen Mundgeruch, aber bekämpft Entzündungen, senkt die Blutfette – und es wird vermutet, dass die Inhaltsstoffe auch das Insulin besser wirken lassen.

Die Schlankmacher

Weißkohl: Aus ihm wird Sauerkraut gewonnen, was ebenfalls die Aufnahme von Kohlenhydraten verzögert. Außerdem ist der Weißkohl ein Lieferant des raren Vitamins B 12.

Löwenzahn: Die Wurzel ist ballaststoffhaltig und leicht bitter – und Bitterstoffe sind wichtig für eine gesunde Verdauung. Die Blätter sind eine willkommene Salatbeilage.

Endivie: Enthält leichte Bitterstoffe – und ein Salat vor dem Essen genossen, sorgt für ein erstes Sättigungsgefühl.

Die Entzündungshemmer

Kamille: Der Korbblütler ist einer der wichtigsten Entzündungshemmer, vor allem im Magen-Darm-Bereich.

Mädesüß: Enthält ebenso wie die Weidenrinde Salicin, eine Art pflanzliches Aspirin, was Fieber senkt und gegen Rheuma wirkt.

Kartoffel: Das Wasser von mit Schalen gekochten Kartoffeln ist ein starker Basenbildner, was die Übersäuerung dämpft – und zu viel Säure im Körper begünstigt Entzündungen.

Die Wundenheiler

Arnika: Als „das erste Heilmittel bei Verwundungen“ lobt Pfarrer Sebastian Kneipp das gelbe Alpenkraut, das auch Entzündungen lindern kann.

Beinwell: Die Pflanzstoffe können bei schlecht heilenden Wunden Bakterien ausspülen und erleichtern die Narbenbildung. Medizinisch werden die Wirkstoffe der Wurzel in der Kytta-Salbe genutzt.

Calendula: Schon die Heilige Hildegard lobte ausführlich das „Ringele“, was über 60 wohl abgestimmte Wirkstoffe verfügt.

Rose: Ob Apfel, Birne oder Erdbeere – sie sind alles gesund machende Rosengewächse. Auch die schön blühende Gartenrose glänzt mit Flavonoiden, die entzündungshemmend und wundheilungsfördernd sind. Auch profitieren Rheuma geplagte Diabetiker vom Pulver der Rosenfrucht Hagebutten.

Die Seelenstärker

Frauenmantel: Eine „atmende Pflanze“ ist der Frauenmantel – und dieser Ausgleichsmechanismus erklärt auch die Wirkungsweise: Die „Alchemilla“, die kleine Zauberin, bringt Stimmungsschwankungen wieder ins Gleichgewicht.

Johanniskraut: Ein „Arcanum“, ein Allheilmittel, nannte Paracelsus das nach dem Lichtstoff Hypericin benannte Hypericum. Seine „Lichttherapie von innen“ hilft bei leichten Depressionen und Angstzuständen.

Melisse: Als „die richtige Heilpflanze für unsere nervöse Zeit“, rühmt die Freiburger Heilpflanzenexpertin Ursel Bühring den sanften „Herzenstrost“.

Wermut: „Vertreibet die Melancholia“, lobte Hildegard von Bingen das starke Bitterkraut, das einen „guten Bauch macht“ und schlechte Stimmungen verscheucht.

Der Diabetes-Garten hat nichts mit Esoterik oder abgehobener Natur-Spiritualität zu tun, sondern ist im wahrsten Sinne des Wortes bodenständig. „Hier geht es gar nicht darum, Medikamente in Frage zu stellen. Der Diabetes-Garten ist eine Chance, ergänzend zur oftmals notwendigen Pharmakotherapie aktiv Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen“, erklärt der engagierte Fachmediziner.

„Wir benötigen gerade in der Diabetologie ein breites Spektrum an Optionen, um auf die individuell sehr unterschiedlichen Ergebnisse der Therapie einzugehen. Neue Ideen und Erkenntnisse sind immer willkommen. Wir brauchen das ganze Spektrum von Psychologie, Lebensstil und Pharmakologie, um erfolgreich zu sein", so Dr. Schütt.

Der Mensch ist oft überfordert mit dieser Idee. Fast jeder Mensch in unserer westlichen Zivilisation hat heutzutage ein Risiko für Typ 2-Diabetes. Derzeit liegt die Zahl der Diabetiker in Deutschland bei etwa sechs Millionen Erkrankten. Es wird davon ausgegangen, dass weitere zwei Millionen Menschen mit Diabetes noch nicht diagnostiziert wurden.

Dennoch - pro Jahr gibt es rund 300.000 Erstdiagnosen. Trotz diverser Bemühungen unseres Gesundheitssystems sind mindestens 21 Prozent der Todesfälle in Deutschland auf Diabetes zurückzuführen. Die Gesundheitskosten für Diabetes belaufen sich für die gesetzlichen Krankenkassen pro Jahr auf rund 21 Milliarden Euro – das sind mindestens elf Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen – und ohne Zweifel alarmierende Zahlen.

Zur Person:

Professor Dr. Morten Schütt, geboren 1967 in Lübeck und Familienvater, arbeitete 20 Jahre lang am UKSH Lübeck und der Curschmann-Klinik Timmendorfer Strand als Internist, Diabetologe, Endokrinologe und Ernährungsmediziner. Seit Januar 2016 führt Professor Schütt seine Diabetes-Schwerpunktpraxis am Koberg gemeinsam mit Dr. Aja Marxsen. Professor Schütt ist Sprecher der Schleswig-Holsteinischen Diabetesgesellschaft und Vorsitzender der AG Diabetes im Sozialministerium Kiel, ausgezeichnet mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein für sein vielseitiges ehrenamtliches Engagement. Dr. Morten Schütt wird seit Jahren in Deutschlands renommierter Liste für Top-Mediziner des Nachrichtenmagazins „Focus“ aufgeführt.

Aus Rücksicht auf Anwohner und benachbarte Praxen ist der Diabetesgarten bislang nur den eigenen Patienten zugänglich und nicht öffentlich.

Weitere Informationen zum Thema "Diabetes-Garten" gibt es im Internet unter www.lauber-methode.de

Professor Dr. Morten Schütt mit der mitarbeitenden Ärztin Dr. Aja Marxsen im Lübecker Diabetes-Garten am Koberg. Foto: Guido Kollmeier

Professor Dr. Morten Schütt mit der mitarbeitenden Ärztin Dr. Aja Marxsen im Lübecker Diabetes-Garten am Koberg. Foto: Guido Kollmeier


Text-Nummer: 123602   Autor: TP   vom 15.07.2018 16.17

Text teilen: auf facebook +++ auf google+ +++ Über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender
Videos

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.