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Freitag,
der 17. August 2018






SHMF: Judith Holofernes und das geordnete Chaos

Ich bin das Chaos – so lautet der Titel eines ihrer Alben. "Ich bin das Chaos" stand auch als Motto über dem Konzert von Judith Holofernes am Mittwoch beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) in der Kulturwerft Gollan. Die Fans feierten ihren Star im Stehen, denn die Halle war unbestuhlt.

Judith Holofernes ist natürlich ein Künstlername. Geboren wurde die Sängerin, Gitarristin, Songschreiberin und Buchautorin vor 41 Jahren als Judith Holfelder in Berlin. Mit bürgerlichem Namen heißt sie seit der Eheschließung mit dem Schlagzeuger ihrer Band "Wir sind Helden", Pola Roy, im Jahre 2006 Judith Holfelder-Roy.

Um den Künstlernamen zu verstehen, muss man einen Theologen bemühen. Im Buch Judith aus Zeiten des Alten Testaments wird von Holofernes erzählt. Er war Feldherr des assyrischen Königs und kämpfte gegen Israel. Im Schlaf und im Rausch schlug die Hebräerin Judith ihm den Kopf ab und wurde als Heldin gefeiert. Eine ziemlich brutale Geschichte.

Ganz so brutal war die Musik von Judith Holofernes und ihrer Band in der Gollanwerft nicht. Aber wer sich dorthin begeben hatte, weil er das SHMF schätzt, war unter Umständen auf dem falschen Dampfer. Gewiss, ein Song verarbeitet Beethovens Hymne an die Freude. Natürlich mit neuem Text: "Freude, schöner Götterfunken, Tochter mach dein Physikum".

Aber der Reihe nach. Zunächst stellte der Star des Abends einen Kollegen von den Färöer-Inseln vor. Dort, bei ihm im Holzhaus am Meer, seien acht ihrer Songs der letzten CD entstanden, sagt sie. Dem Sänger und Songschreiber Teitur Lassen gehört die erste Viertelstunde.

Teitur Lassen kam mit balladenhaften, eher ruhigen Songs, die mit wuchtigen Klavierakkorden begleitet wurden. "Looking for a place" hieß der erste Titel, "I will love you all the same" der zweite. Da die Titel ständig wiederholt wurden, konnte man sie gut verstehen. Bei der Chefin, die mit Band und entsprechender Lautstärke auftrat, war das nicht der Fall. Aber die Fans kennen die Texte, in denen Holofernes sich auf deutsch mit Problemen des Lebens und der Liebe befasst.

Überwiegend bot sie, begleitet von Jarita Freydank (Percussion), Katrin Hahner (Keyboard), Hanno Stick (Drums), Alexander Binder (Gitarre) und Jörg Holdinghausen (Bass), Titel der Alben "Ein leichtes Schwert" und "Ich bin das Chaos". Sie tat das überaus locker, hatte ihr Publikum im Griff. "Kennt Ihr Euren Text?" fragt sie und kann sicher sein, dass ein Ja aus Hunderten von Stimmen folgt.

Und dann wechseln im Lauf des Abends rockige, volltönende Stücke sich mit Balladen ab, Besinnliches steht neben Hartem und Fetzigem. Das Publikum ist ungewöhnlich gemischt. Die Freunde bis Mitte Dreißig stehen und bewegen sich rhythmisch in der Halle. Ältere Semester stehen an Tischen in den Vorräumen. Die Bars sind geöffnet. Man kann sich gut unterhalten. Und die Musik ist auch draußen sehr gut zu hören. Das Konzert wird zum "social event", das Chaos aus dem Titel bleibt ziemlich geordnet.

Judith Holofernes war am Mittwoch zu Gast beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Foto: Marco Sensche, SHMF

Judith Holofernes war am Mittwoch zu Gast beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Foto: Marco Sensche, SHMF


Text-Nummer: 123660   Autor: TD   vom 19.07.2018 07.57

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