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Freitag,
der 17. August 2018






DGB: Pflegeberufe aufwerten

Angesichts steigender Zahlen von pflegebedürftigen Menschen einerseits und andererseits bereits jetzt fehlender Pflegefachkräfte, fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund in Lübeck eine Aufwertung der Pflegeberufe.

Die Situation in der Pflege wird sich in den nächsten Jahren weiter zuspitzen. Laut einer Prognose der Bertelsmann Stiftung wird sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in der Hansestadt Lübeck bis 2030 um 23,5 Prozent erhöhen. "Bereits jetzt stehen jedoch nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung um den Personalbedarf aller Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegedienste zu decken", so der DGB. Im Jahr 2030 werden in Lübeck voraussichtlich knapp 850 Pflegekräfte in Vollzeit fehlen. In der stationären Pflege werden dann gut 34 Prozent mehr Fachkräfte benötigt und in der ambulanten Pflege knapp ein Drittel zusätzliches Personal.

Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes sagte dazu bei einem Besuch des Lübecker Heiligen-Geist-Hospitals: "Kein Wunder, dass Altenpflegekräfte im Schnitt nach nur acht Jahren den Beruf wechseln und in den seltensten Fällen bis ins Rentenalter arbeiten können. Da ist sicher bessere Bezahlung dringend nötig, um den Pflegenotstand zu verhindern, aber der Schlüssel für eine gute, menschenwürdige Pflege sind die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, und die sind heute oft ausgesprochen schlecht und stressig. Wir brauchen dringend verbindliche Personalschlüssel für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Bei der Pflege von Menschen muss genügend Zeit für ein Lächeln bleiben. Auch das gehört zur Arbeit der Pflegekräfte und ist keine ehrenamtliche Aufgabe der Beschäftigten."

Magda Tattermusch, zuständig für den Fachbereich "Gesundheit und Soziales" beim ver.di-Bezirk Lübeck-Ostholstein erklärt: "Die Städtischen Seniorinneneinrichtungen der Hansestadt Lübeck zeigen beispielhaft, wie gute Pflege aussehen kann und was dafür notwendig ist - gute tarifgebundene Bezahlung und Mitbestimmung der Beschäftigten sowie ein Personalschlüssel der eine menschenwürdige Pflege ermöglicht. Das ist auch deshalb möglich, weil sich die Stadt Lübeck als kommunaler Träger der Pflegeeinrichtung dafür entschieden hat, die Pflege ihrer älteren Einwohner nicht allein gewinnorientierten Unternehmen zu überlassen."

Mit der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe sollen die Mindestanforderungen an die Ausbildung zur/ zum Gesundheits-, Kinderkranken- und Altenpflegerin/ -pfleger sowie die generalisierte Ausbildung zur Pflegefachfrau/ zum Pflegefachmann und die hochschulische Erstausbildung geregelt werden.

Der DGB begrüßt diesen Schritt grundsätzlich, wenn damit die einzelnen Berufsbilder aufgewertet und die Ausbildungsbedingungen verbessert werden. "Auf Druck der Arbeitgeber wurden Ausbildungsanforderungen für die künftigen Altenpflegerinnen und Altenpfleger allerdings abgesenkt, offiziell um auch leistungsschwächeren Bewerberinnen und Bewerbern den Zugang zum Beruf offen zu halten", so die Gewerkschaft. "Damit droht die Altenpflege zur 'Resterampe' der Pflegeberufe erklärt zu werden."

"Dieser späte Kompromiss der Koalitionspartner geht auf Kosten der Zukunft einer ganzen Branche", kritisiert Sven Quirder, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands Lübeck. "Wir benötigen eine hochwertige Ausbildung für eine menschenwürdige Pflege. Statt die überfällige Aufwertung der Altenpflege zu organisieren und mit attraktiven Bedingungen für ausreichend Fachkräfte zu werben, wird den Interessen der kommerziellen Pflegekonzerne entsprochen, die Altenpflege so billig wie möglich zu halten, um die Gewinne zu maximieren."

Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des DGB, besuchte mit Lübecker Gewerkschaftern das Heiligen-Geist-Hospital. Foto: DGB

Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des DGB, besuchte mit Lübecker Gewerkschaftern das Heiligen-Geist-Hospital. Foto: DGB


Text-Nummer: 123680   Autor: DGB/red.   vom 19.07.2018 17.50

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