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der 17. Dezember 2018






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29.07.2018 16.45


Travemünder Woche: Segelsport für Menschen mit Behinderung

Schnuppersegeln als Inklusionssport hat seine Premiere zur Travemünder Woche gefeiert. Gleich zwei Vereine bieten Wassersport-Schnupperangebote an der Nordermole an: „Sail United“ aus Lübeck und „Meer erleben“ vom Wittensee. Stand-Up-Paddling sowie das Segeln im „Hobie Tandem Island“ und in Jollen der Venture-Klasse stehen auf dem Programm.

Mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht kletterte der 59-jährige Thomas Grundmann beim TW-Schnuppersegeln aus dem „Hobie Tandem Island“, einem kleinen Trimaran aus Kunststoff. „Der Wind war klasse, und es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagte der Arzt aus Hamburg, der seit einem Tauchunfall vor rund zehn Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Schon vor dem Unfall war Grundmann ein begeisterter Wassersportler. Als er vom Verein „Sail United“ und den Wassersportangeboten für Menschen mit Behinderungen hörte, war er sofort begeistert. Seit er in Großenbrode mit „Sail United“ sitz-kitesurfen war, hat ihn der Ehrgeiz gepackt: „Ich möchte diesen Sommer noch besser kiten lernen. Mein Traum ist es, nächstes Jahr auf der Karibikinsel Union Island zu kitesurfen.“

Genauso vom Sitz-Kitesurf-Virus wie der Hamburger Arzt ist auch die 27-jährige Esther Bode infiziert, die seit einem schweren Reitunfall querschnittsgelähmt ist. „Ich versuche, so oft wie möglich aufs Wasser zu gehen. Super, dass es die Wassersportmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen gibt. Man muss es einfach probieren und wollen – dann geht es auch“, sagte die Hamburgerin bei ihrem TW-Besuch.

Dem Initiator von „Sail United“ Tobias Michelsen drohte nach einem Sturz beim Windsurfen, bei dem er sich zwei Halswirbel brach, selbst ein Leben im Rollstuhl. Er hatte Glück und konnte durch eine Operation davor bewahrt werden. Als Schmerzpatient lernte er die therapeutische Wirkung von Wassersport und dem Kitesurfen kennen und freut sich, Menschen mit Handicaps Wassersporterlebnisse zu ermöglichen. „Wind und Meer sind barrierefrei.

Alles ist möglich“, lautet die Devise seines Vereins. Michelsen will Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen Mut machen und zeigen, was alles geht. „Viele Menschen limitieren sich selbst. Bei uns lernen sie ein ganzes Universum an neuen Möglichkeiten kennen“, sagt er. Wenn die Teilnehmer der Angebote mit glücklichen Gesichtern vom Wasser kommen, wäre es jedes Mal wieder unbeschreiblich schön.

Unterstützt wird Michelsen bei seiner Vereinsarbeit von Heiko Kröger, der beim paralympischen Segeln im 2.4mR bereits eine Gold- und eine Silbermedaille gewann und zehnfacher Weltmeister in der Bootsklasse ist. Bei der Travemünder Woche stand er bei den Schnupperaktionen selbst auf einem SUP und segelte erstmals in einem Hobie Tandem Island. Sein Fazit: „Es ist ein witziges Boot mit garantiertem Fahrspaß, einfach zu segeln und stabil – ideal für Menschen mit Einschränkungen. Kitesurfen möchte ich auch unbedingt noch lernen.“ In seinen Augen gibt es kaum einen anderen Sport, der so inklusiv ist wie Segeln. Viele Menschen würden nur nicht die Möglichkeiten kennen. „Oft denken Menschen mit Handicap gar nicht darüber nach, Wassersport zu betreiben“, bedauert der Segler. Abhilfe soll der Auftritt des Vereins bei der Travemünder Woche schaffen.

Weitere Segelaktionen für Menschen mit und ohne Handicap bietet der Verein „Meer bewegen“, der am Wittensee im Herzen Schleswig-Holsteins beheimatet ist. Auf zwei extra für Menschen mit Behinderungen ausgestatteten Booten der RS Venture-Klasse können Interessierte auf Schnuppersegeltörn gehen. Je zwei spezielle Sitze für Menschen mit Handicap hat jede Kieljolle sowie Platz für zwei bis drei weitere Passagiere. Die Gründer des Vereins „Meer bewegen“, Thomas Preuhsler und Eike Ketzler, wollen mit ihren Wassersportangeboten Barrieren im Kopf beseitigen: „Viele Menschen mit und ohne Behinderungen denken oft, Segeln mit Handicap geht nicht. Das wollen wir ändern.“ Außerdem wollen sie das sportliche Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap fördern.

Wenn alles planmäßig verläuft, stehen die Chancen gut, dass Inklusion im Segelsport bei der Travemünder Woche in der Zukunft ein noch größeres Thema sein wird. Sobald der Passathafen barrierefrei ausgebaut ist, könnten von dort aus auch Regatten der paralympischen Segelklassen starten.

Autor: TW media/red.

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