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Dienstag,
der 16. Oktober 2018






Neue Technik für die Telefonseelsorge

Rund 70 Menschen aus der Region Lübeck wählen täglich die 0800/1110111, um anonym mit einem ehrenamtlichen Berater über Probleme und Sorgen zu sprechen. Am Seelsorgetelefon laufen die PCs Tag und Nacht. Deshalb mussten jetzt neue Computer angeschafft werden.

"Wenn die PCs 24 Stunden am Tag im Einsatz sind und abwechselnd von 100 Ehrenamtlichen bedient werden, nutzen sie schneller ab", berichtet Pastorin Marion Böhrk-Martin. Leiterin der Telefonseelsorge in Lübeck. "Die alten waren sieben Jahre alt, sehr langsam geworden und zeigten regelmäßige Ausfälle, die für eine gut funktionierende Seelsorgeeinrichtung nicht mehr hinnehmbar waren", so die Pastorin weiter.

So kam Pastorin Böhrk-Martin auf die Idee, bei der Sparkasse zu Lübeck AG nachzufragen, ob sie helfend einspringen könne. Und sie konnten. Das Geldinstitut gab 4.500 Euro aus dem PS-Zweckertrag 2017 für neue PCs. "Wir haben nicht gezögert als die Anfrage der Telefonseelsorge kam. Die Sparkasse zu Lübeck unterstützt die wichtige und herausragende Arbeit der Telefonseelsorge Lübeck sehr gern", sagte Frank Schumacher, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse zu Lübeck AG. "Denn jeder Mensch kann unvermutet in eine Lebenskrise geraten."

"Morgens rufen Menschen an, die depressiv sind und eine Starthilfe in den Tag benötigen", berichtet die Pastorin. "Tagsüber geht es in den Gesprächen eher um konkrete Hilfestellungen und Lösungserarbeitungen für ein Problem. Psychisch dauerhaft Erkrankte melden sich, die sich einsam fühlen." Ab den späten Nachmittagsstunden bis in die Nacht hinein versuchen Berufstätige, jemanden bei der TelefonSeelsorge zu erreichen: es geht um Trennung und Scheidung vom Partner, schwere Erkrankungen, Sorge um die alten Eltern, Stress mit den Kindern, Verlust des Arbeitsplatzes, die Unmöglichkeit, wieder eine gute Arbeit zu finden. "Letztere sind oft sozial gut eingegliedert, haben Familie, Freunde – und dennoch Probleme. Oft sind sie überlastet, und sie wollen sich lieber anonym beraten lassen", so die Pastorin. In den Nachtstunden, so ab 4 Uhr, wird es für die Ehrenamtlichen zuweilen hart: Dann melden sich suizidale Menschen, die keinen Sinn mehr im Leben sehen und Menschen, die sich selbst verletzen wollen. Hier wird vor allem zugehört, nichts ausgeredet und Mut gemacht, Alternativen zu sehen.

Pastorin Marion Böhrk-Martin zeigt Frank Schumacher den Einsatz der neuen Computer. Foto: VG

Pastorin Marion Böhrk-Martin zeigt Frank Schumacher den Einsatz der neuen Computer. Foto: VG


Text-Nummer: 124024   Autor: Spk./red.   vom 08.08.2018 12.48

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