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HL-live.de

Dienstag,
der 23. Oktober 2018






Neue Jugendoper bei Kunst am Kai: Lübeck soll leben

Natürlich sind 875 Jahre ein runder Geburtstag. Spötter meinen allerdings, zu einem Jubiläum gehören Nullen. Bei Gabriele Pott und ihrer "Kunst am Kai" heißt es deshalb "Tausend Jahre und ein Tag". So lautet der Titel ihrer Jugendoper, die am Sonnabend im Schuppen C auf der Wallhalbinsel uraufgeführt wurde.

Auch im fünften Jahr von "Kunst am Kai" hat die Initiatorin und Leiterin des Lübecker Festivals eine Oper geschrieben. Der Lübeck-Geburtstag bot sich an, einen Blick in die Geschichte der Stadt zu tun. Zurück blicken aus solchem Anlass alle. Gabriele Pott blickt aber zunächst in die Zukunft, springt ins Jahr 2143. Eine zukünftige Generation wird dann, in 125 Jahren, "tausend Jahre Lübeck" feiern.

Aber wie sieht es dann aus in der Hansestadt? Im Hintergrund der Spielfläche steht eine Zeitmaschine. Mit ihrer Hilfe können die Akteure, gewollt oder ungewollt, im Geschichtsbuch blättern. Es geht sogar noch weiter zurück. 1138 überfallen die wilden Ranen von der Insel Rügen das christliche Alt-Lübeck.

Verschiedene Kapitel der Stadtgeschichte werden aufgeschlagen. Historische Personen treten auf, aber auch Sagengestalten. Heinrich der Löwe trifft Graf Adolf von Schauenburg. Sie liegen im Clinch. Zankapfel ist Lübeck, die neue Hafenstadt an der Ostsee. Natürlich wird die Hanse erlebbar gemacht. "Plus minus 1660" heißt es dann über der Zeitmaschine. Da ist es mit der Hanse fast vorbei. An gute alte Zeiten erinnert das Männchen Steinalt vom Dach der Marienkirche.

Zu Beginn wird eine Zeit geschildert, die das Gruseln lehrt. 2143 ist die Menschheit dabei, sich selbst zu vernichten. Die Klimakatastrophe wurde nicht ernst genommen; die Meere sind gestiegen, haben viele Städte bereits verschlungen. Die Obrigkeit in Lübeck hat riesige Plastikmauern errichtet, um das Meer fernzuhalten. Auch den Himmel kennen die Bewohner nicht mehr, weil eine Plastikkuppel künstliches Klima erlaubt.

Die Bevölkerung ist gleichgeschaltet; wie bei George Orwells "1984" oder Aldous Huxleys "Schöner neuer Welt". Von Kindheit an werden die Menschen manipuliert. Wenn es Probleme gibt, ergeht der Befehl, eine Pille zu schlucken. Wer aus der Reihe tanzt, bekommt es mit dem Vollstrecker zu tun. Auch der wird durch die Zeitmaschine gedreht.

Am Schluss die Botschaft: Lebt vernünftig, werdet Freunde. Noch ist die Welt zu retten, und wer ein Kind rettet, rettet womöglich die ganze Welt. Apropos Kind. Das Aufregendste an dieser Oper sind 40 Kinder und Jugendliche, die nicht nur das gehorsame Volk darstellen, sondern als Krieger, Kämpfer, Bürger verschiedener Zeiten oder Festgäste auftreten. Sie machen das großartig!

Regisseurin Birgit Kronshage – sie schrieb auch das Libretto – hat gründlich gearbeitet. Ebenso Martina Wüst als Choreographin. Da sitzen Bewegungen und Tänze, werden auch komplizierte Texte gesprochen und gesungen. Gabriele Pott schrieb eine eingängige Musik, spielt stilistisch mit unterschiedlichen Epochen. Das geschieht immer singbar und rhythmisch sehr abwechslungsreich.

Natürlich sind einige Profis dabei, allesamt mit kräftigen Stimmen, die den Raum füllen: Daniel Schliewa als nachdenklicher Wanderer durch die Zeiten, Simone Krampe als Mitstreiterin für eine bessere Welt, Julia Hallmann als weiser Steinalt, Lukas Anton als Bürgermeister und Kämpfer Branko, Tim Stolte als Vollstrecker und Travemonster Roggenbuk. Was sie mit den Kindern leisten, ist von bleibendem pädagogischem Wert.

Gabriele Pott steht vor ihrem Orchester aus Mitgliedern der Lübecker Philharmoniker und Studierenden der Musikhochschule. Festliche Blechbläserklänge unterstreichen frohe Zeiten, schmeichelnde Geigen das Bekenntnis zu neu entdeckten Gefühlen.

Das alles nimmt die Zuschauer mit auf die Zeitreise, und wenn Marzipan als Wunderwaffe eingesetzt wird, macht sich auf jedem Gesicht ein Lächeln breit. Der Schlussapplaus war groß, und natürlich wurden einige Ausschnitte wiederholt. Weitere Aufführungen gibt es am Sonntag, 19. August, sowie am 25. und 26. August, immer um 17 Uhr. Am 24. August ist für 10.30 Uhr eine Schulaufführung vorgesehen.

Kinder und Jugendliche gehören zu den Stars der Aufführung. Foto: TD

Kinder und Jugendliche gehören zu den Stars der Aufführung. Foto: TD


Text-Nummer: 124217   Autor: TD   vom 19.08.2018 08.38

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