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HL-live.de

Freitag,
der 21. September 2018






Schumanns Faust-Musik und ein großer Schauspieler

Der Komponistenschwerpunkt Robert Schumann beim Schleswig-Holstein Musik Festival ermöglicht die Begegnung mit Werken, die nicht unbedingt zum Repertoire der Musikveranstalter gehören. So zu erleben am Sonntag in der MuK mit Schumanns "Szenen aus Goethes Faust".

Schumann hat sich mit dem Spätwerk Goethes, der sprachmächtigsten Dichtung deutscher Zunge, und hier insbesondere mit "Faust II", ein Jahrzehnt lang beschäftigt. Den "Faust" zur Oper umzuwandeln, das war wohl ein Unternehmen, vor dem er und andere Komponisten zurückschreckten. Aber die schier unergründliche Gedankenwelt des alten Goethe im zweiten Teil hat Schumann tief bewegt.

So kam es zu dem merkwürdigen Fakt, dass er mit dem dritten Teil seiner Szenen-Komposition begann und erst später Teil beziehungsweise Abteilung Eins und Zwei nachlieferte. Zum Schluss schrieb er auf Vorschlag von Franz Liszt die Ouvertüre, die nicht auf Themen der drei "Abteilungen" zurückgreift.

Diese musikalische Einleitung war in der von Matthias Janz geleiteten Aufführung in der MuK gestrichen. Der Abend dauerte auch so drei Stunden. Dafür hatte das SHMF als weiteres Zugpferd den österreichischen Schauspieler Klaus Maria Brandauer gewonnen, der immer wieder zwischen den Musiknummern zu Wort kam.

Brandauer rezitierte nicht nur Faust. Er baute auch mal ein Goethe-Gedicht ein, befasste sich vor allem mit dem Schicksal Robert Schumanns, mit den verzweifelten Ängsten vor der drohenden Krankheit. Brandauer machte das sprachlich virtuos, beherrscht leise Töne der Ironie ebenso wie aufbrausende Derbheit und Ausbrüche.

Matthias Janz hatte einen großen Aufführungsapparat zur Verfügung. Die Chorpartien – manches ist doppelchörig angelegt – waren bei den Mitgliedern des Flensburger Bach-Chores und des Symphonischen Chores Hamburg in guten Händen. Den von Schumann vorgesehenen Knabenchor bildeten Frauenstimmen der beteiligtem Singgemeinschaften.

Hinzu kam ein Dutzend Gesangssolisten mit schönen, frischen, tragenden Stimmen, meistens mit mehreren Partien betraut: Christina Gansch (u. a. ein anrührendes Gretchen), Michael Nagy (Faust), Yorck Felix Speer (Mephisto), Maximilian Schmitt, Karola Sophia Schmid, Dorothee Bienert, Milena Juhl, Juliane Sandberger, Sophie Stratmann, Mirko Ludwig, Jeremy Almeida Uy, Sönke Tams Freier. Etliche der jüngeren Sänger stammen aus der Region oder haben hier studiert, sind vielen dadurch bekannt.

Das Sönderjyllands Symfoniorkester kommt aus Dänemark. Schließlich ist Flensburg, die Hauptwirkungsstätte von Matthias Janz, gewissermaßen Grenzstadt. Mit sehr klaren, deutlichen Gesten leitete Janz das musikalische Geschehen, das stilistisch zwischen Oratorium, weltlicher Kantate, Oper und Chorsinfonie pendelt.

Da gab es viele Momente weihevoller Ruhe, aber auch aufwühlende Passagen, etwa, wenn der Chor Worte der lateinischen Messliturgie zitierte. Dadurch fiel nicht ins Gewicht, dass man bei dem Dämmerlicht im Saal allenfalls in den Reihen in Bühnennähe die im Programm ausgedruckten Texte mitverfolgen konnte. Großer Applaus für die Musiker und natürlich für Klaus Maria Brandauer.

Klaus Maria Brandauer war der Star beim SHMF-Konzert. Foto: Nik Hunger/SHMF.

Klaus Maria Brandauer war der Star beim SHMF-Konzert. Foto: Nik Hunger/SHMF.


Text-Nummer: 124237   Autor: TD   vom 20.08.2018 08.43

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