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20.08.2018 11.34


Lübeck ist nicht mehr bilanziell überschuldet

Im Jahr 2010 wurde der städtische Haushalt erstmals nach kaufmännischen Regeln aufgestellt. Das Ergebnis: Die Stadt hat ein "negatives Eigenkapital". Wäre sie ein Unternehmen, hätte sie wohl einen Insolvenzverwalter benötigt. Jetzt liegt der Abschluss für 2017 vor. Auch nach kaufmännischen Regeln geht es der Stadt wieder gut.

"Mit dem nun vorgelegten Jahresabschluss 2017 der Hansestadt Lübeck wird deutlich, dass sich die wirtschaftliche Situation der Stadt auch im Jahr 2017 verbesserte: die Arbeitslosigkeit sinkt stetig weiter, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt und die hohe Nachfrage nach Gewerbeimmobilien lässt vermuten, dass die Hansestadt auch in Zukunft mit einem Wachstum rechnen kann", so die Stadtverwaltung.

Der Jahresabschluss 2017 weist nach weiterhin stetigen Verbesserungen einen erheblichen Überschuss von 83,7 Millionen Euro (Vorjahr: 31,3 Millionen Euro) aus. Möglich wurde diese gute Entwicklung durch die gute Konjunktur, niedrige Zinsen, durch den sogenannten "KondiFonds" des Landes, durch eine Korrektur des Kommunalen Finanzausgleichs, die mehr Gerechtigkeit in die Verteilung der Landesmittel brachte und den strikten Sparkurs, den die Hansestadt Lübeck seit Jahren verfolgt.

Die Hansestadt ist nicht mehr bilanziell überschuldet, sie kann allerdings auch noch kein nennenswertes Eigenkapital nachweisen. Das Eigenkapital beträgt lediglich drei Prozent der Bilanzsumme von rund 1.472 Millionen Euro. Weiterhin dominiert das Fremdkapital die Bilanz.

Erträge aus Zuwendungen und Umlagen erhielt die Hansestadt um 37,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Hierzu zählen Schlüsselzuweisungen und Fehlbetragszuweisungen nach dem Finanzausgleichsgesetz des Landes Schleswig-Holstein, die mit einer Steigerung um 25,7 Millionen Euro insgesamt 176 Millionen Euro erreichten. Zudem konnten die Steuereinnahmen und Abgaben die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre fortsetzen und stiegen um 17,9 Millionen Euro. Dem gegenüber steigerten sich die ordentlichen Aufwendungen nur um 8,4 Millionen Euro, was vorrangig als zusätzliche Zuwendungen oder Sozialleistungen direkt oder mittelbar der Bevölkerung zugute kam.

"Sowohl die Steuerentwicklung als auch die der aktuellen Zinsentwicklung geschuldete Zinsersparnis sind nicht strukturell wirksam", warnt die Stadtverwaltung. "Abflauende Konjunktur oder steigende Zinsen stellen ein erhebliches Risiko für den Haushalt dar, das schnell erneut zu defizitären Abschlüssen führen kann."

Der vollständige Jahresabschluss mit seinen Bestandteilen Bilanz, Anhang, Ergebnisrechnung, Finanzrechnung, Teilrechnungen sowie Lagebericht ist über das Internet unter www.bilanzen.luebeck.de abrufbar.

Autor: Presseamt Lübeck/red.

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