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Sonnabend,
der 20. Oktober 2018






UKSH: 100. Zungenschrittmacher implantiert

An der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkund des UKSH, Campus Lübeck, wurde als eine von wenigen Kliniken in Europa, das 100. Inspire Therapie-System implantiert. Für diese Leistung und die jahrelange hervorragende Arbeit wurde das Schlaflabor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Campus Lübeck mit dem Zertifikat "Center of Excellence" ausgezeichnet.

Das Zentrum hebt sich auch immer wieder durch herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Schlafmedizin hervor.

Bereits seit 2012 werden Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA), die mittels CPAP-Maske nicht oder nicht ausreichend therapiert werden können, in der Klinik für Hals-, Nasen-und Ohrenheilkunde am Campus Lübeck (Direktorin: Prof. Dr. Barbara Wollenberg), mit der oberen Atemwegsstimulation erfolgreich behandelt. Nun wurde der 100. Zungenschrittmacher eingesetzt. Damit ist das Behandlungszentrum in Lübeck eines der wenigen Zentren in Europa, welches diese symbolische Marke erreicht hat und gehört damit weltweit zu den führenden Kliniken, die diese neue Form der Therapie anbietet. Die Ergebnisse sprechen für sich: Basierend auf den monozentrischen Erfahrungen nach 100 Implantationen kann der Erfolg der Therapie positiv bewertet werden.

"Durch den Einsatz der Stimulationstherapie der oberen Atemwege - auch Zungenschrittmacher genannt - konnte der Schweregrad der obstruktiven Schlafapnoe sowie die subjektiven Symptome bei den Patienten deutlich und vor allem nachhaltig reduziert werden", erklärt PD Dr. Armin Steffen, Leiter des Schlaflabors der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. "Wir sind sehr zufrieden, dass wir Patienten mit CPAP-Intoleranz eine erwiesen wirkungsvolle Alternative anbieten können. Zudem zeigten Patienten, bei denen sich vorher die CPAP-Therapie als nicht geeignet erwiesen hat, eine hohe nächtliche Nutzungsdauer der Therapie."

Der Zungenschrittmacher stimuliert den Bewegungsnerv der Zunge (Hypoglossusnerv). Von der innovativen Therapie profitieren die Patienten mit Schlafapnoesyndrom (Schnarchen mit Atemaussetzern), bei denen insbesondere die Zunge den Atemweg im Schlaf blockiert. "Bei unbehandelter Schlafapnoe ist die Lebenserwartung wegen des stark erhöhten Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos herabgesetzt. Aufgrund verstärkter Tagesmüdigkeit haben diese Patientinnen und Patienten oft auch ein erhöhtes Risiko für Sekundenschlaf am Steuer", erklärt PD Dr. Steffen. "Unsere Patienten profitieren mit der oberen Atemwegsstimulation nicht nur von einer nachhaltigen Reduktion der nächtlichen Atemaussetzer, auch ihre Lebensqualität wird dauerhaft verbessert. Durch die umfangreiche Datenlage steht uns Ärzten und Schlafmedizinern zudem eine sichere und geprüfte Behandlungsmethode bei CPAP-Intoleranz zur Verfügung", so Steffen, weiter. Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKSH, Campus Lübeck, ist eine der wenigen spezialisierten Kliniken Europas, die diese innovative Therapie der Schlafapnoe anbieten kann.

Die Patientin aus Schwarzenbek, bei der der 100. Zungenstimulator eingesetzt wurde, konnte die klassische Überdrucktherapie nicht ausreichend nutzen. Selbst unter kleinen Masken waren Beklemmungsgefühle vorhanden, welche die CPAP-Therapie nicht erlaubten. Abhilfe schaffte nun der Zungenschrittmacher. Der nicht einmal eineinhalbstündige Eingriff von Oberarzt PD Dr. Armin Steffen verlief ohne Komplikationen.

"Während der Operation zeigte sich bereits, dass sich durch die milde Stimulation des Zungenschrittmachers die Zunge optimal nach vorne bewegt und der Atemwege dadurch geöffnet wird", sagt PD Dr. Steffen. "Bei der ersten Aktivierung des Gerätes nach vier Wochen bestätigte sich das gute Ergebnis. Auch die einfache Handhabung der Fernbedienung, die der Patientin das bequeme Aktivieren des Systems am Abend beim Zubettgehen sowie das Ausschalten am Morgen ermöglicht, trägt zur hohen Nutzungsdauer der Therapie bei."

Für die außergewöhnliche Leistung wurde das Schlaflabor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKSH, Campus Lübeck, mit dem Certificate of Excellence ausgezeichnet. Mit diesem Zertifikat werden Behandlungszentren gewürdigt, welche nachhaltig positive Therapieergebnisse bei Patienten erzielen, die mit der oberen Atemwegsstimulation behandelt werden und sich darüber hinaus für die Weiterentwicklung des Behandlungsverfahrens engagieren.


Text-Nummer: 124244   Autor: UKSH   vom 20.08.2018 15.32

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