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Sonnabend,
der 20. Oktober 2018






SHMF feiert Leonard Bernsteins 100. Geburtstag

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) feiert den 100. Geburtstag seines Mitbegründers Leonard Bernstein. Am 25. August 1918 wurde das Multitalent im US-Bundesstaat Massachusetts geboren.

Auf den Tag genau 100 Jahre später spielt die bekannte niederländische Geigerin Janine Jansen beim SHMF in der MuK Musik von Leonard „Lenny“ Bernstein.

In seinem Leben haben Zufälle eine große Rolle gespielt. Aber hilft der Zufall nicht oft dem Tüchtigen? Die Familie Bernstein stammt aus Wolhynien in der Ukraine. Den Juden ging es dort nicht gut, und so suchte Bernsteins Vater Schmuel in Amerika sein Glück. Ein dort lebender Onkel hatte ihm das Reisegeld geschickt.

Unter dem Namen Samuel Bernstein Hair Company eröffnete Schmuel einen Handel mit Friseurbedarf. Vater Bernstein heiratete 1917. Ein Jahr später wurde das erste von drei Kindern geboren, ein Junge, der den Namen Louis erhielt. Es war „unser Lenny“, der mit 16 Jahren seinen Vornamen in Leonard änderte.

Er sollte das Geschäft des Vaters übernehmen, was er nicht wollte. Er war der Musik verfallen; per Zufall. Eine Tante stellte bei einem Umzug ihr Klavier bei den Bernsteins ab; Louis war nicht vom Klavierschemel fort zu bekommen. Seufzend zahlte der Vater einen Dollar für jede Stunde Unterricht.

Mit 17 wechselte der Junge von der Highschool auf die Uni. In Harvard studierte er neben Philosophie, Literatur und Sprachen natürlich Musik. Er leitete das Studentenorchester, dirigierte viele Aufführungen, kam so auch zum Musikfest von Tanglewood. In Harvard lernte er Musiker kennen, die ihm halfen. Dazu zählen der Komponist Aaron Copland und der Dirigent Dimitri Mitropoulos. Sie besorgten ihm die Lehrer, die ihn zum Pianisten, Dirigenten und Komponisten ausbildeten.

Mit 23 Jahren geht Leonard Bernstein nach New York, schlägt sich mit Klavierstunden durch. Wieder ein Zufall: Artur Rodzinski, Chef der New Yorker Philharmoniker, nimmt ihn als Assistent an. Was im Winter 1943 daraus wurde, klingt wie ein Märchen.

In den USA arbeiteten damals viele europäische Musiker. Zu ihnen zählte der Dirigent Bruno Walter, der zu einem Gastspiel nach New York kam. Das Konzert aus der Carnegie Hall sollte amerikaweit im Rundfunk live übertragen werden, Sonntag 15 Uhr am 14. November 1943. Bruno Walter bekam Grippe und sagte einen Tag vorher ab. Kein Problem. Chefdirigent Rodzinski würde übernehmen.

Gleichzeitig mit der Absage begann es zu schneien; so heftig, dass Rodzinski, der auf dem Lande lebte, einschneite, nicht nach New York kommen konnte. Am Sonntagvormittag teilte er seinem Assistenten mit, dass er einspringen müsse. Zeit zum Proben gab es nicht. Bernstein war froh, dass die meisten Musiker es bis 15 Uhr durch den Schnee schafften.

Das Programm konnte nicht geändert werden. Es war wegen der Rundfunkübertragung überall angekündigt. Das denkwürdige Konzert begann –passend zum SHMF 2018 – mit Robert Schumann, seiner „Manfred“-Ouvertüre.

„A Star is born“ schrieben die Zeitungen über den Erfolg des 25jährigen Bernstein, der später Chefdirigent in New York wurde und das Orchester in mehr als tausend Konzerten dirigierte.

Fast ebenso märchenhaft ist der Zufall, der Bernstein in Europa bekannt machte. Da er in Italien war, wurde er gebeten, für einen erkrankten Kollegen die Eröffnungspremiere der Mailänder Scala zu dirigieren; am 10. Dezember 1953. Mit eine Oper, die er nicht kannte, „Medea“ von Luigi Cherubini. Er studierte die Partitur, fand einiges unlogisch und eine Arie überflüssig.

Der Direktor der Scala fiel über die Änderungswünsche fast in Ohnmacht: „Wissen Sie nicht, dass die Callas die Medea singt? Die lässt sich keine Note, geschweige denn eine ganze Arie abhandeln!“ Maria Callas und Bernstein trafen sich zu einem langen Gespräch, an dessen Ende die Primadonna einverstanden war.

Natürlich gibt es Legenden, wie Justus Frantz den Amerikaner für das SHMF gewinnen konnte. Halten wir uns an die Fakten. Heute wird gern erzählt, dass „Lenny“ am 2. Juli 1986 das SHMF in der Kieler Ostseehalle aus der Taufe hob. Jene Aufführung von Haydns „Schöpfung“ war ein unvergessliches Erlebnis, aber nicht die Eröffnung. Die hatte drei Tage vorher im Lübecker Dom stattgefunden; durch Chor und Orchester der Ludwigsburger Festspiele unter Wolfgang Gönnenwein mit Mozarts c-Moll-Messe KV 427.

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival feiert den 100. Geburtstag seines Mitbegründers Leonard Bernstein. Foto: SHMF/Jens Hinrichsen.

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival feiert den 100. Geburtstag seines Mitbegründers Leonard Bernstein. Foto: SHMF/Jens Hinrichsen.


Text-Nummer: 124276   Autor: TD   vom 21.08.2018 16.33

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