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HL-live.de

Sonnabend,
der 16. Februar 2018






+++ HL-live.de - Archiv +++

08.09.2018 08.40


Mit Horvath in die Saison: Spiel mir das Lied vom Tod

Mit einem „kleinen Totentanz“ von Ödön von Horvath (1901-1938) eröffnete das Theater Lübeck am Freitagabend die Schauspielsaison 2018/19. „Glaube Liebe Hoffnung“ – diese Trias aus den Schriften des Apostels Paulus wählte Horvath 1932 als Überschrift. Das Schicksal der unschuldig schuldig gesprochenen Hausiererin Elisabeth ist aktuell geblieben.



Horvath nahm einen Münchner Gerichtsfall von 1929 als Aufhänger für sein kürzestes Stück. Die Hauptfigur, die junge Elisabeth, verstößt in der Zeit von Massenarbeitslosigkeit und Armut gegen eine Bestimmung der Gewerbeordnung und wird zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Geld muss sie sich leihen. Ihr wird Betrug unterstellt. Ohne Geld, ohne Job, ohne Wohnung gerät sie immer tiefer in die Mühlen der Justiz und geht schließlich ins Wasser. Zwar wird sie gerettet, stirbt aber noch in der gleichen Nacht.

Horvath spricht von einem Totentanz. Solch ein Reigen, hinter dem Sensemann her, vollzieht sich eigentlich in lastender Stille. Der Autor bemerkte in einem Vorwort zu diesem Stück, dass er alles Parodistische ablehne. Von drückender Stille und bedrückender Hoffnungslosigkeit ist in der Inszenierung von Lilja Rupprecht nicht viel zu spüren. Sie lässt die Figuren in vielen Szenen ihre Gefühle herausschreien.

Der Präparator (Matthias Hermann), an den Elisabeth sich wendet, weil sie dem Anatomischen Institut zu Lebzeiten ihre Leiche verkaufen will, schlägt immer wieder wild um sich, brüllt dann seine Sätze. Auch Elisabeth ist alles andere als eine stille Dulderin. Rachel Behringer bringt viele Facetten ins Spiel, ist die Naive, das Dummchen. Aber auch sie haut immer wieder um sich. Das weckt bei häufiger Anwendung kaum Mitgefühl. Sie geht eher im Wahnsinn denn aus Verzweiflung in den Tod.

Alle Figuren tragen eng anliegende Gesichtsmasken aus Gummi, Elisabeth wie die Herren mit Schnurrbart. Natürlich kann man sagen: Das Bürgertum versteckt sich hinter Bestimmungen und Paragrafen wie hinter Masken. Aber auch Elisabeth? Paula Wellmann (Bühne und Kostüme) schiebt in den von dunklen Seitenteilen gebildeten Rahmen Kästen mit den einzelnen Spielorten hinein. Das geschieht bei offener Szene im Dunkel zu dröhnenden Schlägen der Zwischenaktmusik.

Vincenz Türpe als Schupo kommt ohne Uniform aus, markiert mit zackigen Schritten und strammer Haltung den Weg zur Karriere. Jan Byl darf sich in mehreren Rollen als wandlungsfähiger Darsteller beweisen, ebenso Johann David Talinski. Magdalena Helmig steht als ausbeutender Arbeitgeberin die Geldgier ins Gesicht geschrieben. Astrid Färber liefert vor allem als Amtsgerichtsratsgattin eine stimmige Studie. Maximilian Hildebrandt blieb vor allem als tollkühner Lebensretter im Gedächtnis.

Das Publikum zollte den Darstellern und dem Team Beifall. Allerdings gab es beim Verlassen des Theaters Stimmen, die sagten, dass die sehr lauten Textstellen schwer zu verstehen waren. Vielleicht hätte man doch der Sprache Horvaths in ihrer holzschnittartigen Schlichtheit und den still gesetzten Pointen vertrauen sollen. Die nächsten Aufführungen sind am Sonntag, 9. September 2018 sowie am 28. September, am 3. und 13. Oktober 2018.

Autor: TD

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