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Donnerstag,
der 18. Oktober 2018






Stadttheater: Lübecks Theatergeschichte von 1933 bis 1945

Am passenden Ort, im Foyer des Stadttheaters, wurde am Freitag eine große neue Buchveröffentlichung vorgestellt. Dr. Jörg Fligge, von 1990 bis 2005 Leiter der Lübecker Stadtbibliothek, hat sich in unendlicher Kleinarbeit mit einem besonderen Abschnitt der Lübecker Theatergeschichte beschäftigt, mit den Jahren von 1933 bis 1945.

„Schöne Lübecker Theaterwelt – Das Stadttheater in den Jahren der NS-Diktatur“ heißt das Werk. Das 683 Seiten starke Buch ist im Verlag Schmidt-Römhild erschienen. Verlagsleiter Dr. Michael Platzköster führte durch die Veranstaltung. Kultursenatorin Kathrin Weiher wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass Fligge während seiner Dienstzeit nicht nur das Geschäft mit dem Ausleihen von Büchern und Medien betrieben habe.

Er sei treibende Kraft bei der Sanierung historischer Räume gewesen, bei der Rückführung von Materialien aus dem Osten, habe Veranstaltungsreihen etabliert und die Digitalisierung eingeführt. Nebenher habe er Bücher verfasst und dies auch nach der Pensionierung fortgeführt. In diesem Falle zur Unterhaltung, vor allem aber zur Wissenserweiterung kulturinteressierter und theaterbegeisterter Menschen. Auch Dr. Platzköster lobt die überaus gründliche Arbeit von Jörg Fligge.

Im Buch würden die Verwaltung und Leitung ebenso betrachtet wie sämtliche Schauspieler, Sänger und Tänzer, die Regisseure, Intendanten, Kapellmeister, Autoren, Komponisten, die in irgendeiner Weise mit dem Lübecker Theater verbunden sind. Die Kulturpolitik der Nazis werde erläutert, die Art und Weise, wie Künstler sich anpassen mussten, wie das Regime seine Anweisungen kontrollierte.

Die Spielpläne werden nicht nur wiedergegeben, Sonderveranstaltungen und die Niederdeutsche Bühne eingeschlossen. Jedes gespielte Stück wird daraufhin untersucht, warum es in den Spielplan kam. Auch die Sympathisanten des Regimes werden genannt, wobei der Autor sich vor Schwarzweiß-Malerei hütete und das Urteil dem Leser überlasse.

Theaterdirektor Christian Schwandt zitierte einige Beispiele. Er fand nicht nur die Kapitel mit fließendem Text überaus lesenswert, sondern wies auf den fünften und letzten Teil des Bandes hin, ein Lexikon, in dem alle in den zwölf Jahren des Tausendjährigen Reiches am Theater Beschäftigten genannt, beschrieben und eingeordnet werden.

Natürlich nahm auch der Autor das Wort, schilderte Stufen des Werdegangs seines neuesten Werkes. Fligge dankte allen Stiftungen, ohne deren Unterstützung das Werk nicht hätte erscheinen können. Hervorgehoben wurde insbesondere die Possehl-Stiftung, deren Wirken eng mit dem Theater in der Beckergrube verbunden ist.

Schließlich war es Senator Emil Possehl, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Beschluss der Bürgerschaft erwirkte und den Bau des Jugendstilarchitekten Martin Dülfer finanzierte. Auch die beiden großen Sanierungen in den 1930er und 1990er Jahren habe im wesentlichen die Stiftung von Senator Possehl bezahlt.

Fligge nannte eine interessante Zahl. Im sogenannten deutschen Altreich (ohne Österreich, Danzig, Straßburg) habe es 137 Theater gegeben. Nur zehn hätten den Krieg überstanden. Lübeck zähle dazu, was einem Wunder gleich käme, sagte Fligge.

Jörg Fligge (links) und Christian Schwandt stellten das neue Buch vor. Foto: TD

Jörg Fligge (links) und Christian Schwandt stellten das neue Buch vor. Foto: TD


Text-Nummer: 124658   Autor: TD   vom 08.09.2018 13.15

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