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HL-live.de

Donnerstag,
der 18. Oktober 2018






Von der Burg zur Baustelle

Lübeck beteiligte sich am Sonntag am "Tag des offenen Denkmals". 36 Objekte, von Kücknitz bis Klein Grönau, von Schlutup bis zur Wallhalbinsel konnten besichtigt werden. Dazu waren thematische Spaziergänge und ein Abschlussvortrag von Manfred Finke im Angebot. Alles mitzunehmen, war unmöglich. Wir entschieden uns für ein halbes Dutzend Gebäude am nördlichen Altstadtrand.

Bewusst sind hierbei die bekanntesten Gebäude ausgelassen. Sie waren die Anziehungspunkte für Lübeckbesucher. Viele Lübecker gingen nicht zur Jakobikirche, zum Heiligen Geist Hospital oder ins Hoghehus. Mal in Räume schauen, in die man sonst nicht oder kaum Einblick nehmen kann, hatte besonderen Reiz. Also ein Spaziergang vom Burgtor bis zur Engelswisch.


Ein Kinderzimmer im Burgtor.

Station Nr. 1 war das Burgtor. Geschichtsbewusste wissen, dass hier die Wohnung der Schriftstellerin Ida Boy-Ed war. Später hatte die international bekannte Kunstweberin Alen Müller-Hellwig hier ihre Räume. Ihr Ehemann, Günther Hellwig, baute nebenan seine Geigen. Als Alen Müller-Hellwig aufhörte, übernahm ihre Schülerin Ruth Löbe das Gewerbe. Sie starb jung, im Jahr 2016. Inzwischen ist im Burgtor die Drumburg untergebracht, die Schlagzeugschule von Max Zeidler. Andere Teile des Gebäudes dienen als Privatwohnung. Über mehrere Etagen kletterten die Besucher durchs Haus.



Station Nr. 2 ist der ehemalige Marstall, Große Burgstraße Nr. 2. Das offene Jugendzentrum der Stadt ist zwar auch sonst offen, aber als Erwachsener traut man sich nicht rein. Als Marstall, das heißt zur Unterbringung von Pferden und Wagen, dienten die Gebäude bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Danach waren sie Gefängnis. Ab 1962 werden sie für Zwecke der Jugendarbeit genutzt. Vier Hauptamtliche arbeiten hier, mehrere junge Menschen im Freiwillig Sozialen Jahr und zwei Praktikantinnen, erfährt man beim Rundgang. Was man nicht ahnt: Nach Westen hin gibt es Terrassen mit großzügigem Blick über den Hafen.



Station Nr. 3 führt auf die Baustelle Große Burgstraße 53. Hier saniert die Hansestadt Lübeck beziehungsweise ihr Sanierungsträger. Vier Eigentumswohnungen sind in dem weiträumigen Gebäude geplant, alle unterschiedlich groß, alle mit unterschiedlichem Zuschnitt. Mehr als 400 Quadratmeter Wohnflüche und über 700 Quadratmeter Nutzfläche sind im Werden, heißt es bei der Führung. Einige Wohnungen werden über mehrere Etagen gehen.

Unsere Station Nr. 4 ist die einstige Gertruden-Pilgerherberge Große Gröpelgrube 8. Sie war Zwischenstation für skandinavische Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Das außen hell verputzte Gebäude wurde gründlich saniert, gibt Wohngemeinschaften und Privaten ein gediegenes Heim. In Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss finden Veranstaltungen statt, Konzerte, Begegnungen. Hier lohnt sich der Blick hinter das Gebäude, wo man die grün bewachsene Rückfront bewundern und sich niederlassen kann.

Station Nr. 5 ist das Zentrum der Sozialeinrichtung "Die Brücke", Engelsgrube 47, ein beeindruckendes Lübecker Dielenhaus. Wer das Gebäude nur von außen kennt, ahnt nicht, wie großzügig die zugehörigen Hinterhöfe gestaltet sind. Gartenflächen, durch Hecken in kleine Bereiche getrennt, erlauben sogar Beratungsgespräche im Grünen.

Als Station Nr. 6 stand das denkmalgeschützte Haus Engelswisch Nr. 14 auf unserem Programm. Das Traufenhaus entstand 1585 durch Zusammenlegung zweier kleinerer sogenannter Buden. Es befindet sich zur Zeit in der Umbauphase. Deshalb konnten Besucher nur einen Blick durch die Haustür in den Dielenbereich werfen. "Nächstes Jahr vielleicht", tröstete ein Mitarbeiter der Sanierungsfirma, der die Tür hütete. Nächstes Jahr vielleicht – denn mit Sicherheit gibt es auch 2019 den "Tag des offenen Denkmals".

Bleibt nur nachzutragen, dass es in den meisten Häusern verheißungsvoll duftete, nach Kaffee und Kuchen, nach Würstchen oder Waffeln. Die Backöfen und der Grill waren ständig in Betrieb. In den ehrwürdigen Mauern des Burgtores konnte man sich sogar das Sektfrühstück zusammenstellen.

Wer die Engelsgrube nur von der Straßenseite kennt, erwartet keine grünen Oasen hinter den Häusern. Fotos: TD

Wer die Engelsgrube nur von der Straßenseite kennt, erwartet keine grünen Oasen hinter den Häusern. Fotos: TD


Text-Nummer: 124676   Autor: TD   vom 09.09.2018 15.44

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