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Donnerstag,
der 18. Oktober 2018






Staatsanwaltschaft: Anklage gegen ehemaligen WR-Chef

Die Vorprüfungen und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Lübeck im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den ehemaligen Leiter der Außenstelle Lübeck des "Weißer Ring e. V." und Opferbetreuer Detlef H. sind abgeschlossen. Insgesamt sind bei der Staatsanwaltschaft 29 Vorgänge betreffend den 73-jährigen pensionierten Polizeibeamten bearbeitet worden.

"Gegenstand der Vorwürfe waren überwiegend Grenzüberschreitungen mit sexuellem Hintergrund", so Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst. In neun Fällen hat die Staatsanwaltschaft von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gemäß §§ 152 Abs. 2, 170 Abs. 2 StPO abgesehen, da keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine verfolgbare Straftat vorlagen.

Von den insgesamt 20 eingeleiteten Ermittlungsverfahren sind nach Durchführung umfangreicher Ermittlungen 16 Verfahren gemäß § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden, da ein hinreichender Tatverdacht gegen Detlef H. nicht zu begründen war.

"Die Gründe für die Verneinung eines hinreichenden Tatverdachts waren unterschiedlich", so Dr. Hingst. "So erfüllten festgestellte Sachverhalte teilweise keinen Straftatbestand, in einigen Fällen auch deshalb, weil das angezeigte Geschehen vor dem Inkrafttreten des Tatbestandes der sexuellen Belästigung gemäß § 184i StGB datierte. In einigen Fällen wurde ein für die Verfolgung zwingend erforderlicher Strafantrag nicht fristgerecht gestellt, sodass ein Verfahrenshindernis vorlag. Teilweise war auch bereits Verjährung eingetreten."

In den verbleibenden vier Verfahren hat die Staatsanwaltschaft Lübeck nunmehr Anklage gegen den Angeschuldigten zum Landgericht Lübeck erhoben. Ihm werden ein Fall der Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung, zwei Taten der sexuellen Nötigung, davon in einem Fall im Versuch (beide nach dem bis zum 9. November 2016 in Kraft gewesenen Sexualstrafrecht) und eine exhibitionistische Handlung zur Last gelegt.

So soll der 73-Jährige im Mai 2015 im Rahmen der Opferbetreuung eine damals 50 Jahre alte Frau durch Behauptung und Androhung falscher Tatsachen zu einem Ausgleichsgespräch mit einem Nachbarn genötigt haben, durch den die Frau sich gestalkt fühlte. Das Gespräch soll er mit den beiden Parteien durchgeführt haben, obgleich er Kenntnis von einer bei der Geschädigten vorhandenen schwerwiegenden Traumatisierung und dem Risiko einer Retraumatisierung infolge eines solchen Ausgleichsgesprächs hatte und obwohl er wusste, dass er nicht über die erforderliche fachliche Qualifikation zur Leitung des Gesprächs verfügte. Aufgrund des Gesprächs soll sich der psychische Zustand der Frau so stark verschlechtert haben, dass diese rund sechs Wochen lang stationär behandelt werden musste.

Zum anderen soll der Angeschuldigte im August 2015 in einer beengten Fahrstuhlkabine versucht haben, eine von ihm für den "Weißer Ring" e. V betreute Frau (46 Jahre) gegen ihren Willen festzuhalten und diese - für sie völlig überraschend - auf den Mund zu küssen.

Drittens soll er im April 2016 im Rahmen eines Besprechungstermins mit einer vom ihm betreuten 38 Jahre alten Frau unaufgefordert sein Genital entblößt und die Frau aufgefordert haben, sich selbst ebenfalls zu entblößen und sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen, um sich dadurch sexuell zu erregen.

Im vierten Fall wird dem Angeschuldigten vorgeworfen, im August 2016 einer weiteren von ihm für die Opferschutzorganisation betreuten 53-jährigen Frau zunächst oberhalb der Oberbekleidung an die Brust gegriffen und sie sodann gegen ihren Willen unter Festhalten ihres Kopfes auf die Lippen geküsst zu haben. Dabei soll er auch erfolglos versucht haben, mit der Zunge in den Mund der Frau einzudringen.

Der Angeschuldigte hat die Tatvorwürfe vollumfänglich bestritten. Über weitere Einzelheiten zu den Sachverhalten werden zum Schutz der betroffenen Frauen keine Auskünfte erteilt. Über die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung des Hauptverfahrens hat das Landgericht Lübeck noch nicht entschieden.

"Es wird darauf hingewiesen, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung jeder Angeklagte als unschuldig gilt (Artikel 6 Abs. 2 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten)", so die Oberstaatsanwältin.

Der ehemalige Leiter des Weißen Ringes wird in vier Fällen angeklagt. Foto: RB/Archiv

Der ehemalige Leiter des Weißen Ringes wird in vier Fällen angeklagt. Foto: RB/Archiv


Text-Nummer: 124687   Autor: StA/red.   vom 10.09.2018 14.54

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