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Donnerstag,
der 13. Dezember 2018






Sternwarte: Es fehlen 140.000 Euro

Über 60 Jahre lang hatte Lübeck eine Sternwarte mit dem größten öffentlichen Teleskop in Schleswig-Holstein. Ende 2016 wurde die Beobachtungskuppel abgebaut. Die Kepler-Schule ist einem Neubaugebiet gewichen. Wie es mit der Sternwarte weiter geht, ist immer noch unklar. Jetzt muss die Politik sich entscheiden.


Für die "Einlagerung" der Kuppel in der Nähe der ehemaligen Keppler-Schule rechnet die Stadt mit Kosten von 10.000 Euro. Foto: Kai-Christopher Kipper

Die Sternwarte hat eine lange Geschichte. 50 Jahre lang war sie Teil der Volkshochschule. Im Jahr 2007 gründete sich der "Arbeitskreis Sternfreunde Lübeck (ASL)", um das Angebot an Vorträgen und Beobachtungen fortzusetzen. Die ehrenamtlichen Kräfte konnten die Räume und die Kuppel in der Keppler-Schule übernehmen. Sie zahlten dafür geringen Betrag im Monat an die Stadt.

Die Kepler-Schule gibt es nicht mehr. Sie wurde Anfang 2017 abgerissen. Dort entsteht ein neues Baugebiet. Die Suche nach einem neuen Standort war schnell erfolgreich. Die Schule Grönauer Baum könnte um die Beobachtungskuppel erweitert werden.

Die Finanzierung ist offen. Der Anbau und eine Sanierung der Kuppel würde knapp 335.000 Euro kosten. Die Bürgerschaft hat einen Zuschuss von 203.000 Euro genehmigt, da auch die Schule von neuen Räumen profitiert. Zur Finanzierung fehlen rund 140.000 Euro. Ersetzt man die 50 Jahre alte Kuppel durch eine Neuanschaffung steigt der Fehlbedarf auf knapp 205.000 Euro. "Können nicht ausreichend Drittmittel eingeworben werden um die Unterdeckung auszugleichen, kann die Baumaßnahme nicht durchgeführt werden", stellt die Bauverwaltung fest.

Bisher ist klar, dass die Sternenfreunde in Zukunft 100 Euro für Nebenkosten im Monat aufbringen würden. Das wird die tatsächlichen Kosten aber nicht decken, schätzt die Bauverwaltung.

Jetzt ist die Lübecker Bürgerschaft gefragt. Sie entscheidet am 27. September, ob es in Lübeck auch in Zukunft eine Sternwarte geben wird. Die Bauverwaltung schlägt vor, dass die Stadt den Verein bei der Gewinnung von Drittmitteln unterstützt.

Die Sternenfreunde gibt es noch - auch ohne Sternwarte. Sie bieten Vorträge und Schulungen an. Ohne den Blick durch das große Teleskop dürfte die Begeisterung junger Lübecker für die unendlichen Weiten des Weltalls aber schnell nachlassen.

Im November 2016 wurde die Kuppel abgebaut. Ob die Lübecker in Zukunft wieder das große Teleskop nutzen können, muss jetzt die Politik entscheiden. Foto: ASL/Archiv

Im November 2016 wurde die Kuppel abgebaut. Ob die Lübecker in Zukunft wieder das große Teleskop nutzen können, muss jetzt die Politik entscheiden. Foto: ASL/Archiv


Text-Nummer: 124787   Autor: VG   vom 13.09.2018 20.00

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