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Mittwoch,
der 17. Oktober 2018






Plattdütsche Volksgill feiert 100. Geburtstag

Hundert Jahre Plattdütsche Volksgill to Lübeck e. V.: Mit einer Festwoche wurde das Jubiläum begangen. Offizieller Höhepunkt war am heutigen Sonnabend ein Festakt im Audienzsaal des Rathauses. Landtagspräsident Klaus Schlie vertrat die Kieler Regierung, Björn Engholm hielt den Festvortrag.

Brigitte Koscielski, seit 2004 Vörsittersch – oder Gillnmeister, wie es offiziell heißt – begrüßte Prominenz und Mitglieder, darunter den Shanty-Chor "De Seilers", die mit Begleitung vom Akkordeon und kräftigen Stimmen den musikalischen Rahmen setzten.

Die Redner sprachen in ihren Grußworten nicht nur Glückwünsche und den Dank für die Pflege der Heimatsprache aus. Sie hofften, dass es weitergehen möge. Denn nicht nur das Niederdeutsche, das Deutsche überhaupt drohe durch Einflüsse der Technik- und Wirtschaftssprache Englisch zu verkümmern.

Marianne Ehlers vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund wies darauf hin, dass es im Lande 30 Modellschulen gebe, die Plattdeutsch als Unterrichtsfach anbieten. Das Abitur in Plattdeutsch soll in absehbarer Zeit möglich sein. Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer sprach vom Kulturschatz. Landtagspräsident Klaus Schlie erinnerte an die Probleme des Gründungsjahres 1918. Thorsten Börnsen, Leiter des Zentrums für Niederdeutsch-Holstein, verwies auf Musikgruppen, die den Reiz der Muttersprache entdeckt hätten.

Heino Hasloop erlaubte sich einen besonderen Spaß. Er rezitierte aus den "Buddenbrooks" den Aufstand der Arbeiter, denen Konsul Buddenbrook entgegentrat. Mal mit Arbeitermütze, dann wieder mit Zylinder sprach er zwei Figuren, denn die sind im Roman in Plattdeutsch verewigt. Björn Engholm untermauerte in seinem Vortrag Gedanken, die zum Teil schon angeklungen waren.

Das Niederdeutsche habe in der Geschichte Höhen und Tiefen erlebt, sagte der ehemalige Regierungschef. Zur Hansezeit war es die Sprache, in der Geschäfte abgeschlossen, auch Gericht gehalten wurde. Niederdeutsch verständigten sich die Kaufleute von Nowgorod bis Bordeaux. Klaus Groth und Fritz Reuter machten die Sprache literaturfähig. Andere Vertreter wurden von den Nazis missbraucht, die das Niederdeutsche zur Untermauerung ihrer Blut- und Boden-Ideologie missbrauchten, um es anschließend zu verbieten. Natürlich wünschten alle Redner, dass es weitergehen möge, auch wenn den Verbänden, wie anderen gesellschaftlichen Organisationen, oft der Nachwuchs fehle.

Innerhalb der Festwoche hatte es an verschiedenen Orten Lesungen, Theateraufführungen, Musik gegeben. Zum Beispiel am Freitag im Haus der Kulturen, wo Geschichten vom früheren Gildenmeister Karl-Heinz Nissen vorgetragen wurden, von Margrit Hammar, Brigitte Koscielski und Jürgen Lenzner. Pastor Volker Schauer sang dabei plattdeutsche Lieder zur Gitarre.

Die Festwoche wird am Sonntag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Marien abgeschlossen. Pastor Robert Pfeifer wird in Plattdeutsch predigen. Und am Dienstag, 9. Oktober, hebt sich in den Kammerspielen um 20 Uhr der Vorhang zur ersten Saisonpremiere der Niederdeutschen Bühne. "De selige Jansen" heißt das Stück, das Karsten Bartels inszeniert.

Die Festwoche endet am Sonntag mit einem Gottesdienst in St. Marien.

Die Festwoche endet am Sonntag mit einem Gottesdienst in St. Marien.


Text-Nummer: 125161   Autor: TD   vom 29.09.2018 17.44

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