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HL-live.de

Mittwoch,
der 17. Oktober 2018






Langbehn: Spritzen gehören nicht auf Spielplätze

Bastian Langbehn, Mitglied der Partei "Die Partei" und der Lübecker Bürgerschaft, hat mit seiner Mitteilung zur Schaffung von Drogenräumen für viel öffentliche Kritik gesorgt. Er stellt klar, dass es sich nicht um die endgültige Fassung des Antrages gehandelt habe.

Zum Bürgerschaftsantrag "VO/2018/06437 - Lübeck braucht ein Centrum zur regulierten Ausgabe chemischer und anderer Drogen an Konsument*innen" erklärt Bastian Langbehn, Mitglied bei Die Partei, der in dieser Wahlperiode bei der Bürgerschaftsfraktion der Grünen mitarbeitet:

(")Leider ist es scheinbar niemandem aufgefallen, dass der geleakte Antrag, der durch die Presse gewandert ist, gar nicht der richtige Antrag in der finalen Fassung war. Ganz augenscheinlich war es mal wieder bequemer, erst mal “draufzuhauen”, bevor man sich mit schwierigen Dingen befasst...

Aber wer Politik nicht nur in sozialen Medien oder der Presse macht, hat sicher mal im Allris vorbeigeschaut und bemerkt, dass es bei diesem Antrag nicht nur um irgendwelchen Klamauk geht. Die Einrichtung von Konsumräumen und im erweiterten Sinne ein Drogennotdienst sind ernsthafte Anliegen. In solchen Räumlichkeiten können Konsumenten unter hygienischen Bedingungen Rauschgift beziehungsweise Drogenersatzstoffe spritzen und die Utensilien erhalten, die sie dazu brauchen! Und diese Sachen werden dann auch fachgerecht entsorgt - und liegen auf keinem Spielplatz herum!

Was aber ebenso positiv ist: es werden keine Spritzen mehr unter den Konsumenten getauscht, was oft zu Infektionen mit Hepatitis oder HIV führen kann. Und wenn es mal zu einem Notfall kommen sollte, ist fachlich ausgebildetes Personal zugegen und kann sofort helfen. Das ist, wenn man nur auf Streetworker setzen würde, leider nicht ausreichend gegeben. Bevor das wieder falsch verstanden wird, auch wir sind für Streetworker - aber halt als Teil des Ganzen!

Ironie der Geschichte: Andere Partei-Fraktionen haben den richtigen Antrag gelesen und uns Tonnen an Material geschickt, wie das bei ihnen läuft und was ihre Städte in diesem Falle tun. Als Beispiel möchten wir den mittlerweile ziemlich bekannten sogenannten “Frankfurter Weg” ins Feld führen: Das Konzept fußt auf den Säulen Prävention, Therapie, Überlebenshilfe und Repression, hat sich zu einem Exportschlager entwickelt und wird von vielen Städten und Gemeinden kopiert, beziehungsweise übernommen - und die anfangs umstrittenen „Drückerstuben“ gelten als wesentlicher Bestandteil - die, ganz nebenbei, als „niedrigschwellige Angebote“, auch die Funktion haben, Konsumenten mit dem System der Drogenhilfe in Kontakt zu bringen. In Frankfurt haben so in den letzten 24 Jahren viele Menschen den Ausstieg geschafft und sind dem Teufelskreis entkommen!

Leider musste dieser sehr gute Antrag vor Beginn der Sitzung zurückgezogen werden, da der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Peter Petereit (und der heißt wirklich so!), den Vorsitzenden unserer Grünen-Fraktion mit den Worten bedrohte: “Wenn ihr den Antrag behandelt, kriegt ihr richtig auf die Fresse!” (Ergänzung der Redaktion: Herr Langbehn teilt mit, dass damit keine Schlägerei in der Bürgerschaft angekündigt wurde. Mit den blumigen Worten möchte er darstellen, dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen wäre.) Das scheint neuerdings so Ouzo in dieser ehemaligen Volkspartei zu sein. Leider mussten wir uns dieser Gewaltandrohung beugen, sodass in dieser Bürgerschaftssitzung nicht über unseren Antrag debattiert werden konnte. Wir werden das Thema aber an geeigneter Stelle weiterverfolgen.

Ich hoffe, wir können das Kommentarfunktionskriegsbeil wieder begraben und Sie glauben mir, dass es uns einzig darum ging, um auf das Schicksal der Abhängigen und den Konflikt mit den Anwohnern hinzuweisen - und da muss ich mich bei einigen von Ihnen auch mal bedanken... das ist uns dank ihrer fleißigen Mitarbeit auch hervorragend gelungen! Was uns hoffen lässt, dass diese Problematik endlich einmal mit Herz und Verstand angegangen wird. Sei es nun mit Streetworkern, diesen sogenannten Drückerstuben oder einer Kombination aus vielen verschiedenen Ansätzen! Hauptsache das und Hauptsache bald!

Ich gebe ja zu, dass die Formulierung “Ausgabe” im Titel verwirrend ist und auch zu Missverständnissen führt, aber es war wirklich nicht so gemeint, dass unsere gute alte Königin der Hanse jetzt cornern geht und Stoff vertickt!

Oh, und wo wir grad so plaudern: es ist uns auch schietegal, ob der dann beschlossene Antrag von uns, von der CDU, der SPD oder den Linken kommt - es geht hier um das Ergebnis. Hier ist ausnahmsweise mal das Ziel das Ziel, nicht der Weg!

PS: Die Königspassage, beziehungsweise das Haerder-Center waren hier übrigens auch nur Mittel zum Zweck (und haben zur gewünschten Aufmerksamkeit geführt). Was mich persönlich dabei aber etwas irritiert hat: viele Bürgerinnen und Bürger, die mich auf diesen Antrag angesprochen haben, fanden die Idee Extrem gut, da in Ihren Augen dort eh nichts anderes zu verwirklichen sei...aber das nur so am Rand :P(")

Bastian Langbehn, Die Partei, ist Mitglied der Bürgerschaft und arbeitet in der Fraktion der Grünen mit.

Bastian Langbehn, Die Partei, ist Mitglied der Bürgerschaft und arbeitet in der Fraktion der Grünen mit.


Text-Nummer: 125182   Autor: Grüne/red.   vom 01.10.2018 11.20

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