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VfL Lübeck-Schwartau zu Gast in Hüttenberg

Nach dem Sieg gegen Bayer Dormagen am vergangenen Wochenende (31:27) wartet bereits die nächste Herausforderung auf die „Blauen Tiger“ vom VfL Lübeck-Schwartau: das Auswärtsspiel beim TV 05/07 Hüttenberg.

Der TV 05/07 Hüttenberg hat in den letzten Jahren viel erlebt. 2015 Abstieg aus der 2. Liga, 2016 sofortiger Wiederaufstieg, 2017 der Durchmarsch in Liga eins, 2018 Abstieg aus der Elite-Klasse.

Als Erstliga-Absteiger geht man natürlich als einer der Favoriten auf die vorderen Tabellenplätze in eine neue Saison. Gerade zu Beginn der Spielzeit mussten die Hüttenberger aber offensichtlich dem starken Personalwechsel Tribut zollen – zehn Neuzugänge sollten die neun Abgänge ersetzen. Eine Herausforderung, vor der bereits einige Absteiger in der Vergangenheit standen. Dabei setzten die Hessen verstärkt auf die Jugend und die eigene Reserve.

Doch die Fußspuren, die Vladan Lipovina (Rhein-Neckar-Löwen) oder Dominik Mappes (HC Erlangen) hinterließen, waren vorerst noch zu groß (ein Punkt nach drei Spielen). Das scheint sich etwas verändert zu haben. Aus den vergangenen fünf Spielen holten die Hüttenberger fünf Punkte und verloren nur knapp gegen Liga-Primus Coburg. Am letzten Spieltag musste sich der ASV Hamm-Westfalen von der Stärke der Hüttenberger überzeugen lassen, als sie über ein 24:24 in der heimischen Halle nicht hinaus kamen.

Der 15. Tabellenplatz täuscht etwas über die Leistungsfähigkeit hinweg. Vielmehr fehlte häufig das nötige Quäntchen Glück. Es stehen zwar vier Niederlagen zu Buche, drei davon allerdings mit nur einem Tor Differenz.

Diese Sichtweise deckt sich mit der von VfL-Trainer Torge Greve: „In den ersten Spielen haben sich die Hüttenberger schwergetan. Jetzt stehen sie aber viel stabiler. Gerade mit ihrer 3-2-1-Abwehr stellen sie jeden Angriff vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Ich bin mir auch sicher, dass sie ihren Leistungszenit noch nicht erreicht haben und sich mit jedem Spiel weiter steigern werden. Das wird eine ganz harte Nuss!“

Wenn es möglich wäre, würde der VfL wahrscheinlich gerne zwei Dinge aus dem Spiel gegen den TSV Bayer Dormagen mit nach Hüttenberg nehmen: zum einen die Angriffsleistung (31 Tore sind der bisherige Spitzenwert dieser Saison), zum anderen die lautstarke Unterstützung seiner Fans.

„Es hat mich letzte Woche enorm gefreut, dass wir mit viel Tempo aus der Abwehr gekommen sind. Wir haben richtig gute Lösungen gegen diese offensive Deckung gefunden und dabei extrem wenig Fehler gemacht“, freute sich Torge Greve. „Ein echtes Plus waren auch wieder unsere Fans, die uns buchstäblich durch ein Spiel tragen können, gerade wenn es mal nicht so gut läuft. Es klingt vielleicht wie eine Plattitüde – aber sie sind unser 8. Mann.“

Die Rote Karte für Kapitän Martin Waschul aus dem Dormagen-Spiel hat für das kommende Auswärtsspiel keine Bedeutung mehr. Er steht seiner Mannschaft damit wieder als Abwehrchef zur Verfügung. Anders sieht es bei den angeschlagenen Dadi Rúnarsson und Marcel Möller aus. Lediglich hinter dem Einsatz von Tim Clasen steht noch ein Fragezeichen. Er ist in der letzten Aktion des Spiels beim Zurücklaufen umgeknickt und klagt noch über Beschwerden. Dennoch fährt der VfL optimistisch nach Hüttenberg.

„Die Leistung gegen Dormagen macht uns Mut und ist zugleich unser Gradmesser. Diese wollen wir mindestens wiederholen. Darüber hinaus hatten wir eine starke Trainingswoche. Die Stimmung ist dementsprechend gut. Wir wollen alle unbedingt auch in Hüttenberg punkten“, so Greve.

Das vergangene Heimspiel war nicht nur ein Kampf um zwei Punkte. Im Mittelpunkt stand auch ein ganz anderer Kampf, nämlich der von Anna Lina und ihrer Familie. Im Bewusstsein, nur einen minimalen Beitrag geleistet zu haben, freuen sich der VfL und der TSV Bayer Dormagen dennoch, einen Spendenbetrag von 2.301,89 Euro eingespielt und gesammelt zu haben.


Text-Nummer: 125516   Autor: VfL   vom 19.10.2018 10.59

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