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Montag,
der 12. November 2018






Filmtage-Start: Kleine Genossin macht großes Kino

Mit dem estnischen Spielfilm "Die kleine Genossin" sind am Dienstag im Filmpalast CineStar die 60. Nordischen Filmtage Lübeck eröffnet worden. Bis zum Sonntag sind an mehreren Spielorten 199 Produktionen zu sehen. Spezielle Programme erinnern an Jubiläen und runde Geburtstage.

Da ist zunächst der 60. Jahrgang der Nordischen Filmtage selber. Die runde Zahl führte zu einigen erhöhten oder besonderen Zuschüssen, was einen sechsten Filmtag ermöglichte. Zum zweiten begehen die baltischen Länder Estland, Lettland, Litauen den 100. Geburtstag der staatlichen Unabhängigkeit. Die Nordischen Filmtage Lübeck begannen zwar als skandinavisches Filmfest. Aber seit den 90er Jahren sind immer wieder auch baltische Produktionen gezeigt worden. Auch die Republik Island ist seit 100 Jahren ein selbständiger Staat. Außerdem wird an den 100. Geburtstag von Ingmar Bergman erinnert, den bekanntesten Regisseur Schwedens. Seine Filme sorgten in den sechziger und siebziger Jahren für Aufsehen, haben aber zum großen Teil längst Kultcharakter bekommen. Bergman ist nicht zu im Film zu sehen. Er wird auch mit einer Ausstellung im Kolosseum geehrt.

Aus Estland kam also der Eröffnungsfilm. Regisseurin Moonika Siimets, Jahrgang 1980, liefert damit ihr Spielfilmdebüt und hat durchaus Chancen, bei der einen oder anderen Jury für einen Preis zu punkten. Der Film basiert auf autobiografischen Büchern von Leelo Tungal, und genauso heißt die Titelheldin. Leelo ist im Film ein noch nicht einmal sechsjähriges Mädchen, das damit fertig werden muss, dass Spitzel im Dienste der Sowjetmacht ihre Mutter mitnehmen. Ihre Mama käme bald zurück, wenn Leelo ein artiges Mädchen sei, erzählt der Vater, der sie oft allein lassen muss.

Der Film beginnt im Jahre 1950 im sowjetisch besetzten Estland. An den Wänden offizieller Räume hängen Stalinbilder. Kinder und Jugendliche, in die Uniformen junger Pioniere gesteckt, singen russische Lieder und feiern bei offiziellen Anlässen den Genossen Stalin als Menschenfreund. Die „schwarzen Männer“, die aufgrund von Verdächtigungen und Denunziationen unschuldige Bürger festnehmen und vielleicht sogar nach Sibirien schicken, sind die unheimliche Macht, gegen die die Esten zwar innerlich aufbegehren, aber nicht wirklich etwas unternehmen können. Erst nach Stalins Tod wendet sich das Blatt.

Beeindruckend, wie der Film – Originalsprache mit englischen Untertiteln – in einer sehr menschlichen Weise das Schicksal des kleinen Mädchens, seiner Eltern, der Großeltern und Verwandten erzählt. Die estnische Hauptstadt Tallinn kommt nur gelegentlich als Kulisse vor. Meistens sind es Waldlandschaften und triste Holzhütten, in denen sich das Leben abspielt. Das Happy End fällt nicht ganz so euphorisch aus wie man meinen könnte. In fünf Jahren verändern sich Menschen, müssen erst wieder zueinander finden.

Wiederholungen dieser Deutschen Erstaufführung gibt es am Mittwoch um 13 Uhr, am Freitag um 10.15 Uhr (beide Male im CineStar) sowie am Sonntag um 10 Uhr im Kolosseum.

Auch die übrigen Reihen der Nordischen Filmtage begannen am Dienstag, zum Teil schon am Nachmittag. Seit Montagmittag steht zudem auf dem Klingenberg unübersehbar der schneeweiße Dom für das 360-Grad-Kino. Die genauen Programme sind im Internet unter www.luebeck.de/filmtage zu erfahren.

Kino an vielen Orten: Auf dem Klingenberg steht das 360 Grad Kino. Foto: JW

Kino an vielen Orten: Auf dem Klingenberg steht das 360 Grad Kino. Foto: JW


Text-Nummer: 125777   Autor: TD   vom 30.10.2018 19.32

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