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Montag,
der 12. November 2018






Nordische Filmtage: 1918 – Spannender Geschichtsunterricht

Spielfilme, Kinder- und Jugendprogramme, Dokumente, Serien, Retrospektive, Specials: Das Angebot der 60. Nordischen Filmtage ist groß. Am Dienstagabend lief zum Beispiel eine spannende Produktion, die sich mit einem Kapitel Geschichte aus der Region befasst, gezeigt in der Rubrik "Filmforum". Titel: "1918. Aufstand der Matrosen."

Der Matrosenaufstand von Kiel sprang übrigens auch auf Lübeck über. Aber das wurde in der Dokumentation von Jens Becker nur am Rande erwähnt. Dafür gab es einen prominenten Lübecker als Kommentator, nämlich Björn Engholm. Becker wählte die Form des Dokudramas, also eine Mischung aus historischem Filmmaterial, Spielszenen um den Matrosen Karl Artelt, seine Freundin Helene oder die Gruppe um den Gouverneur von Kiel, Admiral Souchon.

Die Sinnlosigkeit einer letzten Schlacht gegen die haushoch überlegene britische Marine Ende Oktober/Anfang November 1918 trieb die Matrosen zum Aufstand. Sie hatten das richtige Gespür, dass es zu Todesurteilen durch Kriegsgerichte nicht mehr kommen würde, dass der Krieg verloren war und sogar des Kaisers Thron wackelte. Trotzdem funktionierten die Machtstrukturen des Reiches noch. Gefährlich war das Unternehmen allemal.

In die Spielszenen waren Stimmen von Zeitzeugen eingebaut, die ihre Sicht der Ereignisse in Aufzeichnungen und Erinnerungen festgehalten haben. Schließlich waren Kurzkommentare und Bewertungen eingestreut, von Flotillenadmiral Kay-Uwe Schönbach, Sahra Wagenknecht und Björn Engholm.

Der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident forderte dabei, dass das Geschehen von 1918, auch die Rolle des Reichstagsabgeordneten Gustav Noske, der sich zum Chef der Soldatenräte und Gouverneur machte, ins allgemeine Bewusstsein gehoben werden sollte. Es sei ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Demokratie in Deutschland, obwohl von Noske keine neuen Wege gewiesen wurden, meinte Engholm.

Allerdings wird in dem Dokudrama auch das Dilemma deutlich, dass zu den Schwierigkeiten und letztlich zum Scheitern der Weimarer Republik führte. Am 9. November 1918 nämlich rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann in Berlin die deutsche Republik aus. Zwei Stunden später wurde vom Kommunisten Karl Liebknecht die sozialistische Republik Deutschland proklamiert. Der Streit um die richtigen Wege war vorprogrammiert.

Am Dienstagabend stand der Matrosenaufstand vor 100 Jahren im Mittelpunkt des Filmforums. Foto: Riva Filmproduktion

Am Dienstagabend stand der Matrosenaufstand vor 100 Jahren im Mittelpunkt des Filmforums. Foto: Riva Filmproduktion


Text-Nummer: 125781   Autor: TD   vom 31.10.2018 08.56

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