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Handball: VfL gewinnt 28:22 gegen HSC 2000 Coburg

Die Lübecker haben am Freitagabend den Spitzenreiter vor 2.176 Zuschauern (ausverkauft) in einem emotionalen Spiel bezwungen und den Nordbayern damit die zweite Niederlage in Folge beigebracht.

Trainer Torge Greve war vor dem Spiel nicht zu beneiden. Erneut mussten vier Leistungsträger (Markus Hansen, Marcel Möller, Toni Podpolinski und Pawel Genda) bereits vor dem Anpfiff passen. Das relativierte Gästetrainer Jan Gorr in der Pressekonferenz: "Vor dem Spiel wurde viel über die Ausfälle beim VfL diskutiert. Der vermeintliche Nachteil war allerdings nicht zu spüren. Mit den Zuschauern im Rücken haben die Schwartauer eine Wahnsinns-Leistung abgeliefert." Die war gegen den starken Liga-Primus aber auch notwendig, um zwei weitere Punkte auf der Habenseite verbuchen zu können.

Zur Chronologie: Die Gastgeber sind gut in das Spiel gekommen, waren von Anfang an sehr präsent in den Defensiv-Zweikämpfen und klar in den Angriffs-Spielzügen. Belohnt haben sich die Lübecker mit einem 4:2 nach fünf Minuten. Bestimmender Akteur auf dem Feld war in dieser Phase Jan Schult, der nach seiner Verletzung zu Beginn der Saison wieder ganz der Alte zu sein scheint (3 Tore nach 10 Minuten – insgesamt 8). Weil Coburg aber im Stile einer echten Spitzenmannschaft dagegengehalten hat, entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe.

Die erste Gästeführung zum 6:7 (12. Minute) war also nicht überraschend, sondern Ergebnis einer routinierten Angriffsleistung mit einem klug dirigierenden Tobias Varvne. Torge Greve mit einem Blick auf den HSC Coburg: "Selbst wenn wir uns mal auf zwei Tore absetzen konnten, merkte man sofort die Erfahrung bei den Gästen. Sie haben ruhig weitergespielt und sind immer wieder an uns herangekommen."

Es waren die kleinen Momente, die den Ausschlag für den Schwartauer Sieg gegeben haben, beispielsweise in der 14. Minute. Schwartau stellte die Abwehr auf eine offensive 5:1 Deckung um und unterband damit ein ums andere Mal die Angriffsspielzüge der Coburger. Auf der Gegenseite verwandelte Thees Glabisch einen 7-Meter (fehlerfrei vom Punkt: 4/4), Dennis Klockmann parierte einen Strafwurf und Jan Schult traf erneut, und so holte sich der VfL die Führung zurück (8:7).

In der Folge gelang es den Schwartauern immer wieder, die Coburger Angriffsbemühungen im Keim zu ersticken, teilweise auch auf Kosten von Zwei- Minuten-Strafen, die aber weiterstgehend schadlos überstanden wurden. Jan Gorr dazu: "Wir waren heute nette Gäste und haben vor allem im Angriff nicht die Bewegung und den Druck entfacht, den wir auf die Platte hätten bringen müssen, um so eine starke Heimmannschaft zu gefährden." Dennoch war das Spiel zu jeder Zeit spannend, auch wegen einiger vergebener Lübecker Chancen zum Ende der ersten Halbzeit. Ausdruck dessen war der Pausenstand von 15:13 für Schwartau.

"Nach der Pause gab es eine ganz kritische Phase für uns", erinnert sich ein erleichterter Torge Greve. "Innerhalb von einer Minute egalisiert Coburg den Rückstand und gleicht zum 15:15 aus. Da waren noch gar nicht wieder alle Zuschauer auf ihren Plätzen. In den nächsten Minuten ging es Tor um Tor hin und her, und mit etwas Pech hätte das Spiel kippen können." Eine Auszeit gab die Gelegenheit, sich wieder voll zu fokussieren. Mit Erfolg: Der "Man oft the match", Jan Schult, warf seine Mannschaft in dieser Zeit mit vier Toren auf die Siegerstraße und machte sicherlich nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn sein bestes Spiel.

Und weil auch Dennis Klockmann im Tor der Lübecker zu dieser Zeit sein ganzes Können zeigte (insgesamt 13 Paraden), wuchs der Vorsprung der Heimmannschaft langsam, aber kontinuierlich bis zum 27:21 in der 53. Minuten (Martin Waschul mit einem von drei Toren). Der Widerstand der Coburger war gebrochen und die Vorentscheidung spätestens mit dem 28:21 durch Fynn Kretschmer gefallen.

Beide Trainer kamen zum selben Schluss: der Sieg des VfL war hochverdient! Jan Gorr: "Glückwunsch an die Schwartauer! Sie hatten einen tollen Fluss in ihrem Spiel. Wir haben es nicht geschafft, an unsere Leistungsgrenze zu kommen, und dann reicht es eben nicht." Das Resümee von VfL-Trainer Torge Greve fällt ähnlich aus: "Bei uns sind heute Spieler in die Bresche gesprungen, die sonst nicht so im Fokus stehen oder auf anderen Positionen zu sehen sind (Waschul im Angriff, Bruhn im rechten Rückraum). Ein Rädchen griff ins andere und ich wünsche mir, dass wir diese Leistung konservieren und auch auswärts abrufen können."

Dieser Bewertung hatte sicherlich auch der Großteil der Zuschauer, die es die letzten fünf Minuten nicht mehr auf ihren Sitzen hielt, nichts hinzuzufügen.


Text-Nummer: 125839   Autor: VfL   vom 03.11.2018 09.22

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