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HL-live.de

Sonnabend,
der 15. Dezember 2018






Upcycling: Weg mit der Wegwerfkleidung

„Chic.Fair.Weltbewusst“ geht weiter: Das nach zwei Jahren beendete Upcycling-Gemeinschaftsprojekt des Evangelischen Frauenwerks Lübeck-Lauenburg, des Deutschen Frauenrings Lübeck und der Gemeindediakonie Lübeck wird ab 2019 in Verantwortung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg fortgesetzt.

Dann sollen aus gespendeter Praxiskleidung individualisierte Refill-Flaschentaschen entstehen.

Zunächst wurden die vergangenen zwei Projektjahre mit der Veranstaltung „Upcycling“ im Jugendzentrum Burgtor gebührend gefeiert. „Revolutioniert euren Kleiderschrank!“: So lautete der Aufruf an die Besucherinnen und Besucher am 2. November. Aus der gemeinsamen Initiative der drei Träger ist inzwischen ein Modelabel im Zeichen von Nachhaltigkeit und „Fair Fashion“ geworden.

Ein Rock aus bunten Krawatten, eine Tasche aus einem alten T-Shirt oder einer Jeans: Der Kreativität und Phantasie sind bei der Upcycling-Mode kaum Grenzen gesetzt. Das bewies die Modenschau, bei der Frauen in handgenähten Unikaten fröhlich und beschwingt über den Laufsteg tanzten. Das begeisterte Publikum feierte die Darbietung geradezu, der Raum war dicht gedrängt und fasste kaum die vielen Interessierten. Beim anschließenden Kleiderverkauf für den guten Zweck griffen sie kräftig zu: 463 Euro kamen zusammen.

Das Geld ist für das internationale Frauenhilfsprojekt „Maheela“ in Nepal bestimmt, das die Gründerin von Maheela Germany, Martina Göbel, zuvor vorgestellt hatte. Frauen in Not erhalten über die sozialen Programme der Women’s­ Foundation Nepal (WFN) die Möglichkeit, das Schneiderhandwerk zu erlernen und mit einer Nähmaschine als Unterstützung die Existenz ihrer Familie zu sichern.

Was das Projekt „Chic. Fair. Weltbwusst“ in den letzten zwei Jahren auf die Beine gestellt hat, berichteten Silke Meyer vom Frauenwerk, Angela Gläser vom Deutschen Frauenring und Dörte Eitel von der Gemeindediakonie Lübeck. So präsentierte sich das Label im Rahmen des diesjährigen Hansekulturfestivals erstmals einem größeren Publikum. Bei einer Modenschau in der St.-Annen-Straße lief die erste Kollektion aus reparierten und umgestalteten Kleidungsstücken und Accessoires erfolgreich über den Laufsteg. Entstanden sind die Stücke in verschiedenen Nähgruppen in Lübeck und Ratzeburg. Zudem gab es verschiedene Vorträge von Expertinnen zum Thema Mode und Nachhaltigkeit.

Die drei Veranstalterinnen regten darüber hinaus zum Nachdenken über „Fast Fashion“ und deren Auswirkungen an, führten Argumente gegen die schnelle Billig-Textilindustrie und für ethisch korrekt produzierte Kleidung an. Upycling, so hatte Silke Meyer einmal an anderer Stelle erläutert, sei „ein kreativer Kontrapunkt zur Wegwerfmentalität“.

Die Veranstaltung wurde musikalisch von der Frauenbläsergruppe „Die HORNissen“ und vom Frauenchor „Cantalydie“ umrahmt, „Wortwerkerin“ Hannah Rau trug einen humorvollen Text zum Thema Kleidung vor. Mit einer Party klang der Abend aus.

Weitere Informationen unter www.frauenwerk-luebeck-lauenburg.de

Die gut gelaunten Models führten ausgefallene Kreationen auf dem Laufsteg vor – alle in Handarbeit aus alter Kleidung neu zusammengenäht. Foto: Gemeindediakonie

Die gut gelaunten Models führten ausgefallene Kreationen auf dem Laufsteg vor – alle in Handarbeit aus alter Kleidung neu zusammengenäht. Foto: Gemeindediakonie


Text-Nummer: 126071   Autor: Gemeindediakonie   vom 13.11.2018 09.26

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