Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

HL-live.de

Montag,
der 10. Dezember 2018






Dürrenmatts alte Dame einmal ganz jung

Normalerweise wählen die Spielclubs Jugendlicher am Theater Lübeck für ihre Aufführungen ein Thema, das ihnen am Herzen liegt. Eine soziale Frage, das Miteinander im allgemeinen oder ähnliches. Ganz anders ist das bei der jüngsten Produktion des Spielclubs Eins. "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt hatte am Donnerstag im Jungen Studio Premiere.



Natürlich hätte man auch eine These aus diesem Sozialdrama aus dem Jahre 1955 herausgreifen und diskutieren können. Regisseur Tom-Henry Löwenstrom und seine sieben Mitwirkenden haben sich jedoch den ganzen Dürrenmatt vorgenommen, haben aus dem nach Meinung mancher Literaturkenner ausufernden Text Szenen herausgefiltert, Textstellen zusammengestellt und sie auf die Mitglieder des Spielclubs verteilt.

Die sieben Mitwirkenden, vier junge Damen, drei junge Herren im Alter zwischen 15 und 18 Jahren wechseln sich bei den Hauptfiguren ab. Das gilt für Claire Zachanassian, die alte Dame, für Alfred Ill, der sie Jahrzehnte zuvor als Vater seines Kindes verleugnete und in die Prostitution trieb, für den Bürgermeister, den Polizisten, den Pfarrer und weitere Bewohner des kleinen Ortes Güllen in der Schweiz.

Nun also ist die Verstoßene von einst als Milliardärin zurückgekehrt und verlangt Gerechtigkeit. Gegen Zahlung einer Milliarde. Bedingung: Alfred Ill muss sterben. Und dann zieht sich die Schlinge um den Hals des Opfers zusammen. Natürlich steht im Spielclub ein junges Mädchen im grellroten Mantel und kein menschliches Wrack im Mittelpunkt. Aber diese Verfremdung merkt man kaum bei der Auseinandersetzung mit den Argumenten. Dürrenmatts "tragische Komödie" wirkt auch so.

Regie und Darsteller bringen das Kunststück fertig, das Stück in einer Stunde zusammenzufassen, ohne dass man das Gefühl hat, es fehle Wesentliches. Die Parabel wird deutlich, die "Moral der Geschichte" verständlich. Manches deutet der Regisseur in stummem Spiel mit Koffern an, den einzigen Requisiten auf der Szene. Anderes wird chorisch gesprochen oder choreografiert. Geschickt eingesetzte Musik und die Geräusche des ein- oder abfahrenden Zuges tun ein übriges.

Trotz aller Striche war eine Menge Text zu lernen. Dann mussten ja auch die Verkleidungen beim Rollenwechsel funktionieren. Sophia Bahr, Meret Jeske, Frederike Lindemann, Victoria Lisowski, Tim Neumann, Simon Paap und Björn Zimmert schafften das überzeugend. Das überwiegend junge Publikum spendete begeisterten Schlussapplaus. Die nächste Vorstellung am 27. November ist bereits ausverkauft. Weitere Termine sind in Planung.

Die Jugendlichen bekamen für ihre Inszenierung viel Beifall. Fotos: Lutz Roeßler

Die Jugendlichen bekamen für ihre Inszenierung viel Beifall. Fotos: Lutz Roeßler


Text-Nummer: 126338   Autor: TD   vom 23.11.2018 08.38

Text teilen: auf facebook +++ auf google+ +++ Über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Adventskalender
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.