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HL-live.de

Montag,
der 10. Dezember 2018






Neuer CDU-Vorsitzender Grohmann: Parteitag mit Paukenschlägen

Dr. Carsten Grohmann ist neuer Vorsitzender der Lübecker CDU. Mehr als 200 Mitglieder der Partei waren zu Spitzenzeiten am Samstag, in der Aula der Thomas-Mann-Schule zusammengekommen, um Ausrichtung und Gesicht der Partei neu zu bestimmen. Herbe Enttäuschung daher für die amtierende Kreisvorsitzende Anette Röttger. Sie hatte sich erneut für das Amt beworben und mit kämpferischer Rede und Rechenschaftsbericht versucht, die Stimmung im Saal doch noch zu ihren Gunsten zu wenden.


Über 200 Mitglieder nahmen am Samstag am Kreisparteitag der Lübecker CDU teil.

Das war aber beileibe nicht die einzige Überraschung des Parteitages. Bei der Wahl der Stellvertreter traten Dr. Burkhart Eymer, Christopher Lötsch, Claudia Treumann und Prof. Dr. Claudia Schmidtke an. Vier Bewerber auf vier zur Verfügung stehende Plätze. Reine Formsache, sollte man meinen, doch der Parteitag wollte es anders. Zum Zeitpunkt der Wahl waren nämlich nicht mehr rund 200, sondern nur noch 166 Mitglieder anwesend. Jeder Kandidat benötigte daher mindestens 84 Stimmen, um über die Ziellinie zu kommen. Ausgerechnet Dr. Burkhart Eymer schaffte diese Marke nicht. Entsetzen bei seinen Anhängern und Konfusion im Tagungspräsidium. Dr. Eymer wollte in die Stichwahl - als einziger Kandidat. Da nur die Anzahl der "Ja" Stimmen gezählt hätte, wäre eine Stimme genug gewesen, um doch noch in den Parteivorstand zu kommen. Heftige Proteste im Saal - Rauch stieg auf über den anwesenden Juristen.

Schließlich die Lösung. Für Dr. Eymer musste mindestens die Hälfte der Anwesenden stimmen.
Der Parteitag wollte ihn aber nicht. 72 mal 'ja', aber 80 mal 'nein' war das abschließende Urteil. Entnervt erklärte Dr. Eymer daraufhin, nunmehr nur noch für den Beisitz zu kandidieren.

Der vierte Sitz im Parteivorstand war daher immer noch vakant und man versuchte nun, eine Wahl durchzuführen, für die sich Ulrich Krause und Bernhard Simon zur Verfügung stellten. Als das Tagungspräsidium zur Sache kommen wollte, waren allerdings keine Stimmzettel in den ausgeteilten Blöcken mehr zur Verfügung. Es half nichts. Im Hammelsprung-Verfahren mussten alle noch anwesenden Mitglieder den Saal verlassen, um sich mit neuen Blöcken ausstatten zu lassen. Aber auch das klappte nicht und man entschloss sich, die noch ausstehenden Abstimmungen auf einen künftigen Kreisparteitag zu vertagen.


Gemeinsam verloren: Anette Röttger, Dr. Burkhart Eymer.

"Wenn der Wurm erst einmal drin ist, geht er so schnell nicht wieder heraus", meinte ein Parteimitglied achselzuckend und fügte hinzu: "Wir geben heute wirklich kein gutes Bild ab."

Da war wohl etwas dran, denn als Tagungspräsident MdB Norbert Brackmann nicht entscheiden konnte, ob auf einem vorgefertigten Stimmzettel ein Kreuz ausreicht, oder 'ja und nein' dahinter geschrieben werden muss, fragten sich etliche altgediente Parteigänger, wo sie eigentlich waren.

Auch einen Bericht der Kassenprüfer, in dem gnadenlos mit Parteiführung, Geschäftsstelle und Parteiorganisation abgerechnet wurde, haben Christdemokraten, die schon lange dabei sind, in dieser Form in ihrer Partei noch nicht erlebt. Als es fast zu bunt wurde, murmelte einer "Wir sind doch hier nicht bei den Grünen." Natürlich wurde der Vorstand trotz dieses hoch kritischen Kassenberichtes am Ende entlastet.

Der neue Vorsitzende Dr. Carsten Grohmann geht mit jugendlicher Frische und viel Elan an seine Aufgaben heran. Es wird nicht einfach werden für ihn. Für den Beobachter wurde auf dem Parteitag deutlich, dass die Partei alles andere als geschlossen ist. Er wird daran gemessen werden, wie es ihm gelingt, die Partei neu aufzustellen und in die künftigen Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner zu führen.

Zumindest eine Sorge hat er nicht. Der alte Parteivorstand, der seinerzeit marode Finanzen übernommen hatte, hat der Partei einen harten Konsolidierungskurs verordnet und damit Erfolg gehabt. Die Partei hat trotz zahlreicher Wahlkämpfe im vergangenen Jahr durch Ausgabendisziplin sogar leichte Überschüsse erzielen können. Das wird sich bis zu den nächsten Wahlkämpfen noch fortsetzen, so dass der neue Vorsitzende zumindest einen gewissen finanziellen Spielraum hat, um die Partei in der Öffentlichkeit nach vorn zu bringen.

Vielleicht bewegt sich ja auch politisch etwas in der Hansestadt. Gleich in seinem ersten Interview mit HL-live.de regte er eine Kooperation mit der SPD in der Lübecker Bürgerschaft an. "Die Tür ist offen", sagte er, und vermittelte auch den Eindruck, dass er hochgradig gesprächsbereit ist.

Dr. Carsten Grohmann konnte mit seiner Bewerbungsrede die Mehrheit der CDU-Mitglieder überzeugen: Er wurde zum neuen Lübecker Kreisvorsitzenden gewählt. Fotos: Harald Denckmann

Dr. Carsten Grohmann konnte mit seiner Bewerbungsrede die Mehrheit der CDU-Mitglieder überzeugen: Er wurde zum neuen Lübecker Kreisvorsitzenden gewählt. Fotos: Harald Denckmann



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 126370   Autor: Harald Denckmann   vom 24.11.2018 17.16

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