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Dienstag,
der 11. Dezember 2018






Musiker und Musikfreunde aus Lübeck fahren in die Elphi

Diese Kombination hat es noch nie gegeben. Statt der üblichen zwei Aufführungen der Sinfoniekonzerte der Lübecker Philharmoniker am Sonntagmittag und Montagabend gibt es beim dritten Konzert der Saison 2018/19 deren drei, und für die dritte Aufführung fahren die Mitwirkenden und das Lübecker Publikum in die Elbphilharmonie nach Hamburg.

Es wurde bereits bei der Programm-Pressekonferenz im Frühsommer angekündigt. Lübecks Konzertabonnenten und weitere Musikfreunde sollten per Vorkaufsrecht die Möglichkeiten bekommen, Hamburgs spektakulärsten Konzertsaal kennenzulernen. Das bedeutet natürlich gleichzeitig den Vergleich der Akustik von MuK und Elphi. Am Donnerstag, 29. November, werden Sonderbusse und viele Besucher per privatem Auto das Lübecker Publikum nach Hamburg fahren.

Natürlich bleibt das Programm gleich. Aufgeführt wird vom Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck, dem Theaterchor sowie dem Carl Philipp Emanuel Bach-Chor Hamburg "Ein deutsches Requiem" von Johannes Brahms. Premiere war am heutigen Sonntag in der MuK unter Leitung des kommissarischen Generalmusikdirektors Andreas Wolf.

Vor 150 Jahren war es sicher eine überraschende Idee, den Text der lateinischen Totenmesse "Requiem aeternam dona eis, Domine" (Ewige Ruhe schenke ihnen, oh Herr) aufzugeben und eigene Textstellen aus der heiligen Schrift für ein deutsches Requiem zu wählen. Für sein aus sieben Teilen bestehendes Werk tat Brahms genau das. Bei der Uraufführung 1868 im Bremer Dom unter Leitung des Komponisten war es allerdings noch nicht die heute übliche Fassung.

Andreas Wolf beachtet die Vortragsbezeichnungen genau. "Ziemlich langsam und mit Ausdruck" steht zum Beispiel über dem Eingangsteil. Aus tiefen Streichern und Bläsern erhebt sich die hochromantische Totenklage, steilt sich auf, wenn der Chor im zweiten Satz die ernüchternde Klage anstimmt: "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras...". Mit wuchtigen Schlägen trieb Wolf die nahezu 200 Mitwirkenden an.

Die Fugen rauschten im Chor immer wieder mächtig auf. Aber auch intime Stellen wurden beachtet; bis hin zur Seligpreisung aus dem letzten Buch der Bibel. Für die Solopartien hat das Lübecker Theater zwei Gäste verpflichten können, die von vielen internationalen Auftritten bekannte Sopranistin Christiane Oelze und den Bariton Detlef Roth. Ihren Satz, den Teil V., "Ihr habt nun Traurigkeit" versah Frau Oelze mit vielen Stimmfarben bei den Verzierungen des Wortes Traurigkeit.

Das "Herr, lehre mich doch" (Teil III) füllte Detlef Roth mit Intensität und Nachdruck. Chor und Orchester waren gut vorbereitet. Dem Erfolg stand also nichts im Wege; auch wenn ein Konzertsaal keine Kirche ist. Am Montagabend wird das Konzert in der MuK wiederholt, und am Donnerstag um 20 Uhr gibt es die Aufführung im großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie.

Das Lübeck Publikum kann testen, ob die Akustik in der MuK oder der Elphi besser ist. Foto: JW

Das Lübeck Publikum kann testen, ob die Akustik in der MuK oder der Elphi besser ist. Foto: JW


Text-Nummer: 126386   Autor: TD   vom 25.11.2018 16.27

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