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Montag,
der 17. Dezember 2018






Anklage nach Messerattacke im Bus

Am 20. Juli zündete ein Mann in einem Linienbus in Kücknitz seinen Rucksack an und attackierte Fahrgäste mit einem Messer. Nach einem Bericht des NDR hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage wegen versuchten Mordes in 48 Fällen und Brandstiftung erhoben.

Die von der Staatsanwaltschaft beauftragte forensisch-psychiatrische Sachverständige kommt in ihrem vorläufigen Gutachten zu dem Ergebnis, dass der Beschuldigte bei Begehung der Tat aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig war. "Ein Strafverfahren – mit dem Ziel einer Bestrafung des Beschuldigten – kann daher nicht durchgeführt werden", so Dr. Ulla Hingst, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck. "Da der Beschuldigte nach Einschätzung der Sachverständigen jedoch krankheitsbedingt gefährlich für die Allgemeinheit ist, hat die Staatsanwaltschaft eine Antragsschrift im Sicherungsverfahren beim Landgericht Lübeck eingereicht. In dem Sicherungsverfahren wird das Gericht nach Durchführung einer Hauptverhandlung über die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus zu entscheiden haben."

Der 34 Jahre alte Mann ist dringend verdächtig des versuchten Mordes in 48 Fällen, darüber hinaus der schweren sowie versuchten besonders schweren Brandstiftung, der gefährlichen Körperverletzung in acht Fällen und der Körperverletzung in vier Fällen.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen besteht der folgende Verdacht: Der Beschuldigte sah sich wahnhaft einer Verschwörung ausgesetzt und hatte daher den Plan gefasst, einen Linienbus in Band zu setzen und alle Insassen des Busses durch das Feuer und Messerstiche zu töten, um die Verschwörung zu beenden.

Bei der Ausführung dieses Planes setzte er am 20. Juli in einem mit 48 Personen besetzten Linienbus mehrere Spiritusflaschen in einem Rucksack in Brand und legte diesen im Bereich des Drehgelenks des Busses ab, wo sich das Feuer schnell ausbreitete. Im Anschluss daran griff er zunächst im Bus und – nachdem der Busfahrer den Bus gestoppt hatte und die Fahrgäste ausgestiegen waren – auch außerhalb des Busses Fahrgäste mit einem Küchenmesser und mit Faustschlägen an und verletzte sie. Der Versuch, das Löschen des Brandes durch Schläge gegen den Busfahrer zu verhindern, schlug fehl.

Der Beschuldigte konnte schließlich zunächst von Businsassen und sodann von zwei eintreffenden Polizeibeamten überwältigt und festgenommen werden.

Insgesamt sind zwölf Personen durch den Beschuldigten verletzt worden. Bei einem der Opfer hat konkrete Lebensgefahr bestanden. Der junge Mann konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Über die Eröffnung des Hauptverfahrens hat das Landgericht Lübeck noch nicht entschieden.

Nach der Messerattacke in einem Linienbus hat die Staatsanwaltschaft nach einem Bericht des NDR jetzt Anklage erhoben. Foto: VG/Archiv

Nach der Messerattacke in einem Linienbus hat die Staatsanwaltschaft nach einem Bericht des NDR jetzt Anklage erhoben. Foto: VG/Archiv


Text-Nummer: 126462   Autor: StA/red.   vom 28.11.2018 11.32

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