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HL-live.de

Montag,
der 17. Dezember 2018






Brahms in der MuK und in der Elbphilharmonie

Mehr als ein Gag, eher ein Ereignis. Hamburgs spektakulärste Konzertstätte, der große Saal der Elbphilharmonie, gehörte am Donnerstagabend rund 2.000 Lübeckern. Die dritte Aufführung des dritten Sinfoniekonzertes des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck fand in Hamburg statt.

Viele Lübecker nutzten die Gelegenheit, die meist ausverkaufte Elbphilharmonie zu erleben. Mit den Konzerttickets wurde vom Theater Lübeck die Möglichkeit geboten, für Hin- und Rückfahrt den Bus zu buchen. 18 große Reisebusse starteten vom Parkplatz neben der MuK. Drei weitere Busse brachten Musikfreunde aus dem Umland nach Hamburg. 21 vollbesetzte Busse also, die rechtzeitig auf Reise gingen. Viele andere Gäste waren auf eigene Faust angereist.

Andreas Wolf stand am Pult. Er hatte mit dem verstärkten Lübecker Orchester, dem Theaterchor sowie dem Carl Philipp Emanuel Bach-Chor Hamburg das "Deutsche Requiem" von Johannes Brahms einstudiert. Das ist nicht nur eine deutsche, es ist eine norddeutsche Totenklage, denn Brahms wurde 1833 in Hamburg geboren. Die Vorfahren stammten aus Heide in Holstein. Sein "Deutsches Requiem" dirigierte er bei der Uraufführung anno 1868 selber im Dom zu Bremen.

Weder in Lübeck noch in Hamburg gab es dieses Mal Aufführungen im kirchlichen Rahmen. Hier wie dort war ein Konzertsaal Ort des musikalischen Ereignisses. Das ist legitim. Trauern kann man schließlich überall. "Ihr habt nun Traurigkeit" sang die Sopranistin Christiane Oelze in ihrer großen Arie und ließ ihre Stimme in vielen Verzierungen aufblühen.

Natürlich beschäftigte viele Besucher die Frage, in welchem Saal die Akustik besser sei. Es ist ungefähr so wie der Streit, welcher Dichter größer sei, Goethe oder Schiller. Angeblich hat einer der Beiden geantwortet: "Freut Euch, dass Ihr zwei davon habt." Natürlich ist die Elbphilharmonie architektonisch etwas ganz Besonderes. Sie war immerhin acht bis neun Mal so teuer wie die MuK. Akustisch sind beide Säle hervorragend, in Hamburg auf jeden Fall in Etage 12, zu ebener Erde quasi, auf der Höhe des Konzertpodiums. Wie es vier Stockwerke höher klingt, kann man natürlich nicht gleichzeitig beurteilen.

Andreas Wolf bereitete vor seinen Zuhörern ein recht erdverbundenes Requiem aus. "Ein Trost für die Lebenden" lautete denn auch die Schlagzeile im Programmheft. Gewaltige Steigerungen erklangen, mit voller Kraft wurde musiziert, wenn es darum ging, die Vergänglichkeit des Menschen zu schildern ("Denn alles Fleisch, es ist wie Gras") oder Endzeitstimmung zu verbreiten ("Denn es wird die Posaune schallen").

Den Anfang etwa oder "die lieblichen Wohnungen des Herrn" und andere Teile nahm Wolf leiser und erreichte damit ebenso starke Wirkung. Häufig wurde mehr als Fortissimo musiziert, während Brahms nach dem üblichen Notenmaterial ein einfaches Forte als höchste Lautstärke vorschlug. Der Bariton Detlef Roth kam in den beiden Sätzen, in denen er die Hauptrolle hatte, sehr gut zurecht. Der große Chor und die Orchestermusiker ebenso. Starker Beifall, bevor es wieder mit den vielen Bussen Richtung MuK ging. Natürlich gingen die Meinungen im Bus auseinander. Die meisten, die das Thema Akustik diskutierten, waren sich einig: Wir haben es in Lübeck auch gut getroffen.

Rund 2000 Lübecker kamen am Donnerstagabend in die Elbphilharmonie. Foto: TD

Rund 2000 Lübecker kamen am Donnerstagabend in die Elbphilharmonie. Foto: TD


Text-Nummer: 126511   Autor: TD   vom 30.11.2018 08.37

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