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Montag,
der 17. Dezember 2018






Neu im Theater Combinale: Wahrheit oder Lüge?

Es gibt drei Arten von Lügen, sagt der Volksmund: die bewusste Lüge, die Notlüge und die Statistik. Aber lügen aus Freundschaft? Aus Liebe? Neue Variationen werden im neuesten Stück des Theaters Combinale vorgeführt. "Die Lüge" heißt die Komödie des Franzosen Florian Zeller. Viel Applaus auch am Sonnabend bei der von Schauspielern gefürchteten zweiten Vorstellung.

Der Plot lässt sich schnell erzählen. Zwei befreundete Ehepaare haben sich zum gemeinsamen Abendessen verabredet. Kurz vor dem Essen bittet Gastgeberin Alice ihren Ehemann Paul, das Treffen abzusagen. Mit der Begründung will sie zunächst nicht herausrücken. Erst als Paul sich weigert, die Freunde anzurufen, ohne den Grund zu kennen, erklärt Alice, sie habe Freund Michel per Zufall gesehen, wie der eine fremde Frau küsste.

Soll sie den ganzen Abend small talk machen, immer in dem Wissen, dass Michel seine Frau Laurence betrügt? Soll sie ihrer besten Freundin reinen Wein einschenken, oder ist die Lüge barmherziger, weil sonst eine Ehe auf dem Spiel steht? Ist die Lüge vielleicht ein Freundschaftsdienst oder gar ein Liebesbeweis? In dem intelligent und spritzig geschriebenen Stück wechseln die Figuren manchmal sogar die Fronten, pendeln zwischen Plädoyers für die Wahrheit und die Lüge.

Die Diskussion mündet in die Behauptung: Wüssten alle Menschen die Wahrheit übereinander, gäbe es auf der ganzen Welt kein glückliches Paar. Alice und Paul setzen sich dermaßen unter Druck, dass Geschichten aufgetischt werden, bei denen weder sie noch die Zuschauer wissen, ob sie wahr sind oder nur Zugeständnisse, um Ruhe zu haben.

Regisseurin Nina Pichler hat in erster Linie dafür gesorgt, dass die geschliffenen Dialoge und die Pointen sitzen, dass der verbale Boxkampf spannend über die Runden kommt. Sie baut gelegentlich pantomimische Momente ein, wenn sich zum Beispiel die beiden Freunde treffen und einander das berichten, was der Zuschauer schon weiß. Am Schluss eine kleine Rückblende und ein paar Konstellationen, die man als Zuschauer nicht unbedingt erwartet hatte.

Natürlich bietet das Stück herrliche Möglichkeiten für das Ausspielen echter und falscher Gefühle, von Lüge und Wahrheit. Man weiß ja nie, ob ein erzwungenes Geständnis nun wirklich stimmt. Und dadurch verrennen sich die Partner weiter. Geschickt gemacht auch, wenn Personen, die Monologe über ihre Coolness halten, dann doch gefühlsmäßig umkippen, sobald sie sich selber betrogen fühlen.

Zwischen allen Gefühlen schwankt L. Christian Glockzin (Paul) am deutlichsten. Immer wieder muss er seinen Standpunkt ändern, sich vom Nervenbündel zu erzwungener Ruhe wandeln. Souverän macht Sigrid Dettlof (Alice) die unterschiedlichen Gefühlsebenen deutlich. Cornelia Schönwald (Laurence) fügt sich locker ins Lübecker Ensemble ein, und Ulli Haussmann (Michel) gibt sich als Mann von Welt überlegen und selbstbewusst.

Das neue Stück aus Paris bietet knapp zwei Stunden geistreiche Unterhaltung. Es steht im Dezember viele Male auf dem Spielplan. "Es gibt noch Restkarten", scherzte Sigrid Dettlof bei der Verabschiedung der Besucher. Termine: 5. bis 9. Dezember, 12. bis 15. Dezember, 19. bis 22. Dezember und zweimal zu Silvester. Beginn meistens 20 Uhr.

Geht es ohne Lüge? Das Combinale bietet mit dem neuen Stück zwei Stunden geistreiche Unterhaltung. Foto: Combinale

Geht es ohne Lüge? Das Combinale bietet mit dem neuen Stück zwei Stunden geistreiche Unterhaltung. Foto: Combinale


Text-Nummer: 126556   Autor: TD   vom 02.12.2018 09.08

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