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HL-live.de

Freitag,
der 14. Dezember 2018






Kirchenperformance für Willy Brandt

Alljährlich am 7. Dezember erinnert die gleichnamige Stiftung an ein ganz besonderes historisches Ereignis. An diesem Tag im Jahre 1970 kniete der damalige Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Mahnmal für die Opfer des Warschauer Ghettos spontan nieder und veränderte damit bis dahin festgefahrene Strukturen der damaligen Weltordnung.


Birgit Grasse leitet die Stiftung.

Die Demutsgeste wurde verstanden von denjenigen, die sie lesen konnten, als ein Zeichen von Vertrauen, Verständigung, Zusammenarbeit, Frieden, Freundschaft und gute Nachbarschaft. Diese unerwartete Geste von Bundeskanzler Willy Brandt beeindruckte den Lübecker Steuerberater Rolf Grasse so tief, dass er mit seiner Frau Birgit eine Stiftung auf den Weg gebracht hat, die alljährlich an dieses besondere historische Ereignis erinnert. Jedes Jahr wird in einer der Lübecker Innenstadtkirchen zum Gedenken an das Ereignis mit einem Konzert ein besonderes Zeichen für Verständigung und Versöhnung gesetzt. Nach dem Tod von Rolf Grasse ist Birgit Grasse jetzt Stiftungsratsvorsitzende und organisiert hauptverantwortlich die Gedenkveranstaltung. Das Besondere daran; jeder Lübecker Bürger ist willkommen, Eintritt wird nicht erhoben.



Natürlich war bei diesem Anlass auch in diesem Jahr die Kirche überfüllt, als Jakobi-Pastor Lutz Jedeck und Birgit Grasse die Besucher der Veranstaltung begrüßten. Dann erfüllten mächtige Orgelklänge den Kirchenraum und akademische Teams der Musikakademie Lodz und der Musikhochschule Lübeck entfalteten ein beeindruckendes Tanz-Licht-Musik-Raum-Ensemble vor wechselnden Video Installationen, alles unter der Gesamtleitung von Professor Franz Danksagmüller.

Das vom Krieg zerstörte Warschau wurde gezeigt, später der Besuch Willy Brandts am Denkmal mit dem Kniefall und eine Zeitreise durch die deutsch-polnische Europastadt Görlitz-Zgorzelec, deren Entwicklung zeigt, dass bei richtigem Handeln wirklich zusammenwächst, was zusammengehört.



Nachdenkliches kam zwischendurch von Bettina Greiner, die zu allem aus dem 'Off', durch die Video-Installation kunstvoll optisch verfremdet, auch Verstörendes einstreute. Statistiken, die historische Verdrängung dokumentierten, Dokumente über Hass auf Willy Brandt von ewig Gestrigen, der nach seiner denkwürdigen Versöhnungsgeste gleich wieder aufflammte.



Dazu wurde getanzt. Eine Gruppe von Studenten ergänzte die optischen und akustischen Impressionen durch tänzerische Ausdrucksformen quer durch den gesamten Kirchenraum. Nach viel Leid gab es am Ende freudige Gesten und Bewegungen, die allen noch einmal deutlich machen sollten, dass internationale Gesinnung, Toleranz und Völkerverständigung wirklich zu einer besseren, lebenswerten Welt führen.

Das war schließlich die Botschaft und auch das Lebenswerk von Willy Brandt, dessen großer Geste diese Veranstaltung gewidmet war. Auf aktuelle Irritationen im Verhältnis der europäischen Staaten wurde nicht mehr eingegangen. Manchmal ist sicherlich einfach nur besser, das große Ziel, das man nicht aus den Augen verlieren sollte, einmal wieder richtig deutlich werden zu lassen.

Die Performance erinnerte an die Kniefall von Willy Brandt. Fotos: Harald Denckmann

Die Performance erinnerte an die Kniefall von Willy Brandt. Fotos: Harald Denckmann


Text-Nummer: 126704   Autor: Harald Denckmann   vom 08.12.2018 18.05

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