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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonnabend,
der 25. Mai 2018






Lübecks größter Chor sang ohne Probe

Eigentlich kann das nicht gut gehen. Ein Werk von Johann Sebastian Bach für Chor, Orchester und Solisten ohne vorherige Gesamtprobe!? Als Chor fungierte das Publikum. Noten sind mitzubringen, hieß es bei der Ankündigung. Und doch klappte es – am Sonntagabend in St. Jakobi.

Kantorin Ulrike Gast lud zum Weihnachts-Oratorium ein, Kantaten I bis III. Sie konnte davon ausgehen, dass es genügend Musikfreunde in Lübeck und Umgebung gibt, die dieses Werk (WO erster Teil) im Laufe ihres Lebens in irgendeinem Kirchenchor mitgesungen haben, den Klavierauszug noch daheim im Bücherschrank und spontan mitmachen würden.

Vermutlich klappt das bei keinem anderen Werk der musica sacra. Dabei war es nicht so, dass "für alle Fälle" und als Korsett die Jakobi-Kantorei hinter dem Orchester stand und die "Gemeinde" nur die Choralstrophen mitsang, wie das zu Bachs Zeiten wohl geschehen konnte. Auch die schwierigen Chöre waren dem Publikum anvertraut, das die Kirche übrigens bis in die letzten Reihen füllte.

Ulrike Gast ließ mit dem größten Chor, den sie bisher dirigierte, statt oder zum Einsingen einige Musiknummern aufschlagen und durchsingen, den Choralvers "Wie soll ich dich empfangen?" etwa. Aber auch den Chor der jubelnden Engel, die Nummer 21 im Weihnachts-Oratorium; eine gefürchtete Passage, weil keine Stimme bei einem verpassten Einsatz sich schnell wieder einfädeln kann. Auch das funktionierte.

Dann erfolgte sofort die Aufführung. Für die Solopartien waren junge Stimmen angeheuert. Den Tenor sang Karl Hänsel, seit einigen Jahren Chef der Lübecker Knabenkantorei. Eine schöne, klare Stimme, die sich besonders in der Höhe wohlfühlt. Antreiben brauchte Ulrike Gast ihn nicht. Er legte eher von sich aus einen Zahn zu. Den Solobass sang Simeon Nachtsheim. Auch er hat erste Chorerfahrungen in der Knabenkantorei gesammelt. Die Königs-Arie saß.

Auch die Stimmen von Amrei Beuerle (Sopran) und Ulrike Scholz (Alt) fügten sich in Rezitativen, Duetten und Arien bestens ein. Als Orchester war die Kammerphilharmonie Lübeck engagiert worden. Flottes, zupackendes Musizieren erlebte man auch hier. Ulrike Gast wählte zügige Tempi. Die Hirtenmusik, zum Beispiel, die Einleitung der zweiten Kantate, kam flüssig und entging damit der Gefahr, ins Gefühlige abzurutschen.

Mag sein, dass nicht jede und jeder der schätzungsweise 600 bis 700 Sänger bei jedem Einsatz sofort dabei war, zumal in den hinteren Teilen der vollbesetzten Kirche nicht jeder die Einsätze der Dirigentin sehen konnte. Aber trotzdem wurde das Konzert zum Gemeinschaftserlebnis. Bachs "WO" gehört ganz offenbar zur deutschen Weihnacht; genauso wie die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium, die, falls kein Pastor zur Hand, an Bord auch schon mal der Kapitän liest.

In der Jakobikirche wurde vom Publikum Bachs Weihnachtsoratorium gesungen. Foto: JW

In der Jakobikirche wurde vom Publikum Bachs Weihnachtsoratorium gesungen. Foto: JW


Text-Nummer: 126724   Autor: TD   vom 09.12.2018 21.18

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