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Sonntag,
der 20. Januar 2018






Neuerwerbung für St. Annen: Wie ein Sechser im Lotto

Nach jahrhundertelanger Wanderschaft ist ein Bild in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Es handelt sich um ein Gemälde des Lübecker Malers Hans Kemmer (ca. 1495-1561), das vermutlich im Jahre 1530 als Auftragswerk entstand. Titel: Die Liebesgabe. Einzelheiten wurden am Donnerstag im St. Annen-Museum bekannt.



Kunstwerke aus jener Zeit tauchen sehr selten im Handel auf, betonte Prof. Dr. Hans Wißkirchen, der Leitende Direktor der Lübecker Museen. Es passe jedoch hervorragend in die mittelalterlichen Sammlungen und natürlich zu den bereits vorhandenen Arbeiten von Hans Kemmer. Der Schätzpreis beim Londoner Auktionshaus Sotheby's habe bei 200.000 bis 300.000 Pfund Sterling gelegen.

Dass Lübeck bei derartigen Beträgen überhaupt mitbieten könne, sei einem Testament zu danken. Der vor einigen Jahren verstorbene Kunstfreund Georg Bartsch habe den Museen einen Betrag mit der entsprechenden Zweckbestimmung vermacht.

Die Geschichte des Bildes ist von anderer Seite bereits erforscht, sagte Dr. Dagmar Täube, die Leiterin des St. Annen-Museums. Auftraggeber war der Lübecker Kaufmann Johann Wiggering. Er war zweimal verheiratet. Es handelt sich bei der Neuerwerbung wohl um die Darstellung des Verlöbnisses mit der zweiten Ehefrau Agneta Kerkring. Da die Beiden 1529 heirateten, dürfte das Gemälde kurz danach in Auftrag gegeben worden sein.

Auch die Darstellung sei etwas Besonders, betonte Dr. Täube. Normalerweise zeigen Verlobungsbilder das Brautpaar als Halbfiguren, einander zugewandt. Hier wurde das Paar in eine romantische Szenerie gesetzt. Das Pferd im Hintergrund deute an, dass die Beiden ins Freie geritten sind, um den Verlobungsring, die Liebesgabe, zu tauschen. Mit Burg und Bergen ist das natürlich keine realistische Wiedergabe der Umgebung Lübecks, sondern eine Phantasiewelt im Stile der Renaissance.

Auch stadtgeschichtlich sei das Gemälde von Interesse. 1530 war die Zeit der Reformation in Lübeck. Johannes Bugenhagen war dabei, die neue Stadt- und Kirchenordnung für die Stadt zu verfassen, die Pfingsten 1531 vom Rat verkündet wurde. Vor der Reformation hatte es einen großen Kunsthandel mit vielen Werkstätten in Lübeck gegeben. Reiche Leute, die um ihr Seelenheil besorgt waren, stifteten Altäre, Skulpturen, Bilder.

Mit der Reformation und der Konzentration auf das Wort (Gottes) fielen die Auftraggeber weitgehend aus. Nur wenigen Malern gelang es, sich umzustellen und Aufträge für weltliche Bilder zu erhalten. Zu ihnen gehörte offenbar Hans Kemmer. "Die Neuerwerbung ist für uns wie ein Sechser im Lotto", meinte Frau Dr. Täube. Das neue Gemälde, 59,4 mal 39 Zentimeter groß, ist ab sofort im St. Annen-Museum zu betrachten.

Dr. Dagmar Täube zeigt die Neuerwerbung, die aus einer Erbschaft finanziert wurde. Fotos: JW

Dr. Dagmar Täube zeigt die Neuerwerbung, die aus einer Erbschaft finanziert wurde. Fotos: JW


Text-Nummer: 126941   Autor: TD   vom 20.12.2018 12.26

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