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Montag,
der 21. Januar 2018






Stille Nacht, heilige Nacht – Ein Hit wird 200 Jahre alt

Es ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt, in rund 300 Sprachen und Dialekte übersetzt. Auch in Lübeck gibt es kein Weihnachtssingen, keinen Weihnachtsgottesdienst, keinen Weihnachtsmarkt ohne "Stille Nacht". Am 24. Dezember wird das Lied 200 Jahre alt. Weihnachten 1818 nämlich erklang es zum ersten Mal, damals mit sechs Strophen, von denen drei die Jahrhunderte überlebt haben.

Ein Schock für manchen Deutschen: Das bekannteste Weihnachtslied ist gar kein deutsches Lied. Es stammt aus Österreich. Seine Geschichte ist nicht nur erforscht. Im Laufe von 200 Jahren haben sich auch Legenden gebildet. So gibt es die Version, dass Text und Melodie schon etwas früher geschrieben wurden. Hartnäckig aber hält sich, dass es unter Zeitdruck und wegen widriger Umstände am 23. Dezember 1818 entstand.

In Oberndorf bei Salzburg hatte der Hilfsvikar Josef Mohr sich um die Weihnachtsgottesdienste zu kümmern. Er stellte fest, dass die Orgel in der kleinen Kirche nicht spielbar war. Angeblich hatten Mäuse den Blasebalg angefressen, und ein elektrisches Gebläse, wie heute üblich, gab es noch nicht. Aber Heiligabend ohne Musik? Das wäre wenig festlich. Singen konnte man ohne Orgel. Aber etwas Besonderes, von dem die Leute beeindruckt waren, sollte es schon sein.

So setzte sich Vikar Mohr hin und brachte in aller Eile ein paar Verse zu Papier. Mit dem Blatt lief er ins Nachbardorf, wo ein Freund, der Lehrer und Organist Franz Xaver Gruber lebte. Ihn bat er um eine Melodie, die sich auf der Gitarre begleiten ließ. Gruber machte sich sofort an die Arbeit, und so erklang am Heiligen Abend anno 1818 das neue Lied, gesungen von einem Tenor und einem Bass, begleitet von Akkorden der Gitarre. Ein steinernes Relief in der Pfarrkirche von Oberndorf zeigt diese Szene.

Aber damit war das Lied noch nicht in der Welt. Gesangsgruppen aus dem Zillertal verbreiteten es. In einer Volksliedersammlung erschien es ebenfalls, bezeichnet als "Tiroler Volkslied fraglichen Ursprungs". 1831 wurde es von einer reisenden Musikgruppe in Sachsen vorgetragen, und 1853 soll Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. es in einem Gesangbuch entdeckt haben, versehen mit dem Hinweis "Komponist unbekannt".

Der König mochte das Lied und befahl seinem Hofkapellmeister: "Finde er mir den Mann!" Das war leichter befohlen als befolgt. Ein Zufall half. In der Adventszeit anno 1854 ärgerte sich in Salzburg ein Chordirigent, weil einer seiner Schüler ein paar Töne anders sang. Der Knabe hieß Felix Gruber. Als der Chorleiter ihn rüffelte, verteidigte sich der Junge. Bei ihm zuhause werde das Lied immer so gesungen, und sein Vater müsse es ja wissen; schließlich sei er der Komponist.

Der Salzburger Chorleiter und der Kapellmeister in Berlin kannten sich, und so erfuhr König Friedrich Wilhelm den Namen. Vater Mohr lebte noch. Ihm wurde manche Ehrung zuteil. Inzwischen ist immer mehr Material zusammengetragen worden. In Österreich gibt es sogar zwei Stille Nacht-Museen, in Oberndorf und in Hallein. Oberndorf ist auch Sitz der Stille Nacht-Gesellschaft, und in diesem Jahr wird das Jubiläum dort ganz offiziell gefeiert, mit Sonderschauen und Sonderveranstaltungen.

Hierzulande und am anderen Ende der Welt erklingen die schlichten drei Strophen, in Japan zum Beispiel auf den Text "Shizukeki, majonaka!" Für das Weihnachtssingen der Lübecker Knabenkantorei schrieb deren Leiter Karl Hänsel sogar einen neuen Satz, der hier seine Uraufführung erlebte.

Karl Hänsel (links), hier mit seinem Vorgänger Michael D. Müller, schrieb einen neuen Satz zu Stille Nacht. Foto: TD

Karl Hänsel (links), hier mit seinem Vorgänger Michael D. Müller, schrieb einen neuen Satz zu Stille Nacht. Foto: TD


Text-Nummer: 126977   Autor: TD   vom 22.12.2018 16.24

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