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HL-live.de

Montag,
der 18. Februar 2019






Hochwasser traf Lübeck heftiger als erwartet

Mit rund 1,60 Meter um kurz nach 11 Uhr am Mittwoch traf das Hochwasser Lübeck heftiger und früher als erwartet. Am Nachmittag stieg der Pegel entgegen allen Prognosen weiter. Die Feuerwehr rief die zweithöchste Warnstufe aus. Gegen 16.50 Uhr erreichte der Pegel seinen Höchsttand. Rund 30 Keller liefen voll. Bürgermeister Jan Lindenau dankte den vielen Einsatzkräften.


Am Dienstag gab es noch Niedrigwasser. Foto: JW

Um 7.30 Uhr wurde Stufe 2 des Hochwasseralarmplans der Feuerwehr Lübeck ausgelöst. Das Hochwasser war angekündigt. Am Dienstag gab es noch Niedrigwasser, dann drehte der kräftige Wind auf nördliche Richtungen. Bereits am Morgen trat die Trave über die Ufer. Stufe 3 (ab einem Pegel von 6,50 Meter) wurde gegen 10.45 ausgerufen. Am Nachmittag gab es dann Alarmstufe 4. Der Pegel stieg am Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes auf 6,75 Meter - über 1,70 Meter mehr als der durchschnittliche Wasserstand.


Die Polizei schleppte einige Autos aus dem Gefahrenbereich, die Anwohner sicherten ihre Türen und Gänge. Die Stimmung war entspannt. Auf Hochwasser ist man an der Obertrave vorbereitet. Etwas anders die Situation an der Untertrave. Dort wurden eilig Eingänge mit Sandsäcken geschützt.



Die Feuerwehr befand sich mit rund 70 Kräften im Großeinsatz, um auf alle Lagen vorbereitet zu sein. So war der Priwall nicht mehr zu erreichen, da auch die Landverbindung überspült war. Dort steckten mehrere Fahrzeuge im Wasser fest, die erst am Abend von der Feuerwehr geborgen werden konnten.



Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr richteten an der Holstenstraße ein Sandsacklager für die Anwohner ein. "Die Lage ist entspannt", sagte Dietmar Schiemann vom Leitungsdienst der Feuerwehr am Mittag. Es gebe nur kleinere Einsätze. Am Nachmittag verschärfte sich die Lage wieder. Entgegen allen Prognosen stieg der Pegel erneut an. So waren auch die Wege an der Kanaltrave betroffen. Ab 18 Uhr sanken die Pegelstände schnell.


Am Nachmittag machte sich Bürgermeister Jan Lindenau ein Bild von der Lage. Er erinnerte sich an seine Zeit als ehrenamtlicher Helfer beim Technischen Hilfswerk. Vor vielen Jahren habe er geholfen, das Holstentor vor Hochwasser zu schützen.



Über die Schäden gibt es noch keine Übersicht. Die Polizei spricht von mindestens zwei Autos, die nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. In der "Große Altefähre" wurde eine Kellerwohnung überschwemmt. Die Feuerwehr hat Wasser aus rund 30 Kellern abgepumpt. Verletzte gab es nicht.

Heftig traf es die kleine Petersilienstraße an der Untertrave. Fotos: VG

Heftig traf es die kleine Petersilienstraße an der Untertrave. Fotos: VG


Text-Nummer: 127086   Autor: VG/Feuerwehr   vom 02.01.2019 18.07

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