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Freitag,
der 26. April 2019






Fraktionssitzung der Grünen: Lösung zu Ihlenberg nicht in Sicht

Großer Andrang im mittleren Saal des Kanzleigebäudes im Lübecker Rathaus. Angesichts des Besuches ihres Ministers Albrecht hatte die Fraktion der Grünen in der Lübecker Bürgerschaft kurzerhand ihre ohnehin geplante Fraktionssitzung öffentlich gemacht und damit in Fachkreisen großes Interesse ausgelöst. Fast der gesamte Sachverstand aus Umweltverbänden und Initiativen war versammelt, um über die nächsten Schritte bezüglich der Deponie Ihlenberg zu beraten.

Riesenüberraschung auch bei Fraktionschefin Silke Mählenhoff zu Beginn der Veranstaltung; auch die Geschäftsleitung der Deponie, obwohl nicht speziell geladen, war zur Sitzung erschienen.

Geladen waren allerdings Dr. Dietmar Schäfer von der Lübecker Bodenschutzbehörde und Abteilungsleiter Heiner Hartwig von der Wasserwirtschaft der Lübecker Stadtwerke und Olga Koop vom Fachbereichscontrolling.



Die Diskussion entwickelte sich sehr schnell zu einer Auseinandersetzung, wie sie aus vielen diesbezüglichen Erörterungen im Umweltausschuss bekannt ist. Aussagen von Fachleuten zu geologischen und hydrologischen Gegebenheiten im Umkreis der Hansestadt treffen bei Aktivisten, die sich seit mehr als 30 Jahren mit der Deponie befassen auf große Skepsis, manche Aussagen bezüglich der Geschiebemergel-Sperrschicht unter der Trave werden schlichtweg nicht geglaubt. Zu undurchsichtig und obskur ist die Vergangenheit der Deponie, die zu DDR-Zeiten dem Regime als willkommener Devisenbeschaffer galt. Vor dem Hintergrund der Struktur des Regimes wurde seinerzeit nicht gefragt, was genau in der endlosen Kette von Lastwagen alles verborgen war, die täglich die damalige Grenze in Schlutup passierte. Sicherheitsbedenken wurden ohnehin vom Tisch gefegt, wenn Millionengewinne winkten.

Heute ist das alles anders, versichern Beate Ibiß, Kaufmännische Geschäftsleiterin und der Technische Leiter Norbert Jacobsen. Jeden LKW auf verbotene Beimischungen zu kontrollieren ist allerdings unmöglich, man muss sich auf Stichproben beschränken. Angesichts der letzten überhöhten Messwerte, auch im radioaktiven Bereich gerieten besonders die Anlieferungen aus Italien in Verdacht, schließlich weiß man, wer dort das Müllgeschäft kontrolliert. Der Umfang ist gering, sagt die Deponieleitung, über 90 Prozent der Anlieferungen kommen aus den norddeutschen Bundesländern.

Da schält sich ein Dilemma heraus. Wenn wir die Deponie jetzt schließen, heißt es vom Ihlenberg, muss der anfallende Müll trotzdem irgendwo hin. Irgendjemand erwähnt die Schachtanlage "Asse".
Riesengelächter, denn die wurde bereits von den Experten für 'ewig sicher' erklärt, bevor sie dann nach 30 Jahren Betrieb begann abzusaufen.

Man hat keine Lösung. Eine Ersatzdeponie müsste her von der jeder Politiker weiß, dass der Genehmigungsprozess in der Praxis kaum zu bewältigen wäre. Mit der Deponie am Ihlenberg kann es aber auch nicht einfach so weiter gehen. Aufgefüllt sein soll sie im Jahre 2035 und dann bis 2090 streng überwacht werden. Schleswig-Holsteins Umweltminister möchte das nach der Besichtigung am 21. Januar auf gar keinen Fall. So schnell wie möglich sollte die Deponie geschlossen werden, war sein Fazit nach Besuch des Müllberges. Das meinten auch Anwohner aus Selmsdorf, die zur Fraktionssitzung der Grünen angereist waren. "Wenn da etwas schiefgeht", hieß es verbittert, "dann hat keiner einen Plan."

Im O-Ton hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit Silke Mählenhof von den Grünen.

Der gesamte Sachverstand aus Umweltverbänden und Initiativen war versammelt, um über die nächsten Schritte bezüglich der Deponie Ihlenberg zu beraten. Fotos: Harald Denckmann.

Der gesamte Sachverstand aus Umweltverbänden und Initiativen war versammelt, um über die nächsten Schritte bezüglich der Deponie Ihlenberg zu beraten. Fotos: Harald Denckmann.



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 127497   Autor: Harald Denckmann   vom 22.01.2019 11.00

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