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HL-live.de

Donnerstag,
der 21. Februar 2019






Warnstreiks am Horizont des Nordens

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) bereitet sich auf Warnstreiks im Zusammenhang mit den gestern begonnenen Tarifgesprächen der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) vor.

Susanne Schöttke, Chefin des nördlichsten ver.di Landesbezirks, der Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umfasst: "Wir hören von einer guten Gesprächsatmosphäre bei den Verhandlungen, die immer hilfreich ist. Wir hören allerdings auch von Arbeitgebervorstellungen, die nicht annähernd an unsere Forderungen herankommen. Das stimmt uns natürlich weniger froh, und wir müssen uns strategisch auf eine harte Gangart einstellen".

ver.di fordert neben einer deutlichen Einkommenserhöhung und strukturellen Verbesserungen auch eine soziale Komponente und die Übernahme von Auszubildenden.

Schöttke weiter: "Die gute Einnahmesituation der Länder hält seit Jahren an, und auch für dieses Jahr ist nicht damit zu rechnen, dass die Fortsetzung des Aufschwungs einbrechen wird. Es gibt viele Gründe, die Beschäftigten der Länder endlich an den guten wirtschaftlichen Entwicklungen zu beteiligen."

Die Tarifvergütungen in der Gesamtwirtschaft sind seit dem Jahr 2000 um 4,4 Prozentpunkte stärker gestiegen als bei den Beschäftigten der Länder.

"Die Arbeitgeber müssen deutlich zulegen, um Beschäftigte zu halten und für einen attraktiven öffentlichen Dienst zu werben. Die private Wirtschaft schläft nicht. Wir erwarten daher nicht nur warme Worte oder eine gute Atmosphäre bei den Verhandlungen, sondern deutliche Signale und den Willen, schnell zu einem guten Abschluss zu kommen", so Susanne Schöttke.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen von 6 Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 Euro sowie zusätzlich 300 Euro für die Pflegebeschäftigten. Ferner erwartet ver.di die Weiterentwicklung der Entgeltordnung verbunden mit strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der Ausbildung. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger der Länder und Kommunen übertragen werden.

Die Verhandlungen werden in der zweiten Runde am 6. und 7. Februar 2019 in Potsdam fortgesetzt.

In Schleswig-Holstein sind rund 30.000 Arbeitnehmer und 43.000 Beamte von den Verhandlungen betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern betrifft diese rund 29.000 Arbeitnehmer und 15.000 Beamte.

ver.di Nord will sich strategisch auf eine harte Gangart einstellen.

ver.di Nord will sich strategisch auf eine harte Gangart einstellen.


Text-Nummer: 127505   Autor: ver.di Nord   vom 22.01.2019 16.10

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