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HL-live.de

Dienstag,
der 19. Februar 2019






Schriftsteller Jens Sparschuh erhielt Günter Grass-Preis

Der Schriftsteller Jens Sparschuh ist am Sonntag mit dem Günter Grass-Preis 2019 geehrt worden. Bürgermeister Jan Lindenau überreichte die Auszeichnung im Bürgerschaftssaal des Rathauses. Die Ehrung erfolgte im Rahmen des Lübecker Literaturtreffens, das der Nobelpreisträger initiiert hatte. Es fand an diesem Wochenende zum 14. Mal statt.


Bürgermeister Jan Lindenau begrüßte die Gäste im Rathaus.

Das Besondere dieser Auszeichnung: Es ist ein Preis "von Autoren für Autoren". Das heißt: Schriftsteller und Schriftstellerinnen ehren eine Kollegin oder einen Kollegen. Sie legen in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck / Günter Grass-Haus auch das Preisgeld zusammen. Manchmal wird vor einer solchen Entscheidung lange diskutiert, sagte Tilman Spengler. In diesem Falle sei man sich in 45 Sekunden einig gewesen: "Das dürfte ein Rekord sein."

Nach einer derartigen Entscheidung stelle sich die Frage, wer die Laudatio auf den Preisträger halten könnte. Auch dies ist womöglich ein Rekord: Gleich fünf Kolleginnen und Kollegen hätten sich spontan gemeldet. Statt zu losen oder auszuwählen, traten im Bürgerschaftssaal alle Fünf nacheinander ans Rednerpult. Sie verbanden Worte persönlicher Wertschätzung meistens mit Zitaten eines Buches von Jens Sparschuh: Ingo Schulze, Thomas Hettche, Zora del Buono, Eva Menasse, Tilman Spengler.



Der Geehrte erhielt dann das Wort zu einer Dankesrede. Er habe sich etwas aufgeschrieben, sagte Sparschuh, wolle aber doch lieber frei davon sprechen, was ihn bewege. Immer wieder habe er über die Frage nachgedacht: "Womit habe ich das verdient?" Er habe Skrupel gehabt, den Preis anzunehmen. Schließlich könnte es in einem Kreis von Kollegen auch nach Selbstbedienungsladen aussehen.

Jens Sparschuh schilderte dann Erfahrungen aus DDR-Zeiten, wo es ihm passiert war, dass die Druckerlaubnis für ein neues Buch wieder zurückgezogen und ein Gutachten der Humboldt-Universität angefordert wurde. Grund des Ärgernisses für die DDR-Behörden: Er habe einen Hausmeister erfunden, der unsterblich war. Das Buch begann mit dem Satz: "Meine Beerdigung fand diesmal in aller Stille statt." Unsterbliche Seelen unsterblicher Hausmeister – das ging nicht.

Bei den Literaturtreffen habe Günter Grass nie das letzte Wort ergriffen, erinnerte sich Sparschuh. Grass habe, wenn Kollegen aus neuen Arbeiten lasen und darüber diskutiert wurde, kluge Bemerkungen und Einwürfe gemacht. Heute, wo er, Sparschuh, es in der Hand habe, solle Günter Grass das letzte Wort behalten. Der Preisträger las einen Essay, in dem Günter Grass eine Ehe träumt, in der seine Frau einen Sänger verehrt, der quasi in die Familie aufgenommen wird.

Der von den Autoren gestiftete Literatur-Preis wurde in diesem Jahr zum fünften Male verliehen. Zum zweiten Mal ist er nach Günter Grass benannt, in dessen Sinne er sicherlich wäre. Mit der Dankesrede war die Feier noch nicht zu Ende. Neun Autoren lasen anschließend aus dem Werk von Jens Sparschuh: Tilmann Spengler, Angela Lehner, Isabel Fargo Cole, Thomas Hettche, Josef Haslinger, Zora del Buono, Feridun Zaimoglu, Ingo Schulze und Eva Menasse, die auch die Textauswahl besorgt hatte.

Jens Sparschuh wurde 1955 in Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt, geboren, wuchs in Ost-Berlin auf. Er studierte in den siebziger Jahren Philosophie und Logik in St. Petersburg, das damals noch Leningrad hieß. Er verfasste Romane, Essays, Hörspiele, Kinderbücher, Gedichte. Seine Werke sind bisher in zehn Sprachen übersetzt worden.

Bürgermeister Jan Lindenau (rechts) überreichte den Preis an Jens Sparschuh. Fotos: JW

Bürgermeister Jan Lindenau (rechts) überreichte den Preis an Jens Sparschuh. Fotos: JW


Text-Nummer: 127611   Autor: TD   vom 27.01.2019 16.37

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