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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Sonntag,
der 21. Juli 2019






Tarifpressekonferenz Lübeck: Lage am Universitätsklinikum brisant

Im vergangenen Jahr ist es den Gewerkschaften nicht nur gelungen, deutliche Lohnsteigerungen zu erstreiten sondern auch qualitative Verbesserungen durchzusetzen. Im Jahr 2019 sollen die Beschäftigten in Lübeck wieder von Tariferhöhungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen profitieren. Über die anstehenden Verhandlungen und mögliche Konflikte informierten die Gewerkschaften auf ihrer gestrigen Tarifpressekonferenz.

Nach dem letztjährigen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sind in diesem Jahr die Beschäftigten der Länder am Zug. In der Tarif- und Besoldungsrunde Länder 2019 fordern die Gewerkschaften ver.di, GdP, GEW und IG BAU gemeinsam:

- Verbesserungen im Gesamtvolumen von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat
- bei einer Laufzeit von zwölf Monaten
- 100 Euro mehr für Auszubildende
- Strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung, wie bereits bei Bund und Kommunen
- zeit‐ und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamten sowie Versorgungsempfänger der Länder und Kommunen

Insbesondere bei der Laufzeit und der Trennung von TVöD und TV-L werden schwierige Verhandlungen erwartet. Als positives Zeichen werten die Gewerkschaften, dass bereits drei Prozent zusätzliche Mittel im diesjährigen Landeshaushalt eingeplant wurden. Nachdem die erste Verhandlungsrunde am 21. Januar ergebnislos zu Ende ging, kann es auch in Lübeck zu ersten Aktionen kommen. Allein im Universitätsklinikum Lübeck arbeiten 3600 Beschäftigte im Tarifvertrag der Länder. Die Lage ist dort zudem besonders brisant, weil das Uniklinikum im Wettbewerb um Fachkräfte regelmäßig den Kürzeren gegen die Sana-Klinik zieht, wo die Beschäftigen nach dem Tarifvertrag für Bund und Kommunen (TVöD) entlohnt werden.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verhandelt ab Mai sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel über neue Entgelttarife. Die Forderungsdiskussionen werden zur Zeit geplant. Berith Jordan, Bezirksgeschäftsführerin von ver.di erklärt dazu: "Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Arbeitgeber aus den Verbänden austreten oder sich in andere Verbände flüchten, stellen wir uns auf harte Verhandlungen ein."

Die IG Metall steht vor Tarifverhandlungen im KFZ-Handwerk. Der Mitte des Jahres auslaufende Tarifvertrag kommt allerdings nur noch 300 der insgesamt 1.500 Beschäftigten in Lübeck zu Gute (unter anderem Daimler und MAN). Für einen Teil der übrigen Betriebe sind Aktivitäten zu eigenen Tarifverträgen geplant. Das Lohnniveau liegt dort jedoch im Schnitt um 20 Prozent unter Tariflohn. Bei der Firma Smartwood in Stockelsdorf steht bereits die 4. Verhandlungsrunde um einen neuen Tarifvertrag an.

Darüber hinaus setzt sich die IG Metall für eine Ausweitung der Wahloption zwischen zusätzlichen freien Tagen und einem Teil der Einkommenserhöhung ein. Verhandlungen dazu werden demnächst unter anderem bei Kendrion Kuhnke geführt. Auch jenseits der bestehenden Gremien sollen die engagierten Mitglieder der Gewerkschaft noch stärker zusammen gebracht wer-den. Dazu erklärt Daniel Friedrich, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Lübeck-Wismar: "Wir veranstalten in diesem Jahr eine Aktivenkonferenz und freuen uns, dass schon jetzt über 100 Anmeldungen eingegangen sind. Von nichts kommt nichts, weder im Betrieb noch in der Gesellschaft. Stattdessen kommt es darauf an gemeinsam entschlossen zu handeln."

Die Bundestarifkommission der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat am 15. Januar die Forderungen für die anstehende Tarifrunde in der Papierindustrie beschlossen. In Schleswig-Holstein arbeiten 1.200 Menschen in der Papierindustrie. Sie fordern unter anderem eine Erhöhung der gewerblichen Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent, eine Verdopplung des Urlaubsgeldes sowie die Aufnahme von Verhandlungen über einen bundesweit einheitlichen Entgeltrahmentarifvertrag nach Abschluss der Tarifverhandlungen. Im Oktober startet die Tarifrunde in der Chemiebranche. Die Forderungen sollen auf einer Tarifkonferenz am 24. Mai in Brunsbüttel diskutiert werden. In der Region werden außerdem bei CO-DAN (Lensahn), Roder Kunststofftechnik (Lübeck) und Lichtenheldt (Wahlstedt) neue Haustarifverträge ausgehandelt. Besonders bei Lichtenheldt lässt sich eine Eskalation nach dem Scheitern der 6. Verhandlungsrunde nicht ausschließen.

Die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 5,5 bis 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Um eine stärkere Erhöhung der unteren und mittleren Einkommen zu erreichen, können Festbeträge anstatt prozentuale Entgelterhöhungen gefordert werden. Außerdem sollen alle Auszubildenden zukünftig unbefristet übernommen. Auswirken könnten sich die Tarifverhandlungen vor allem auf Coca Cola mit seinem Standort in Mölln.

"Unsere Gewerkschaften nehmen ihre Verantwortung zur Gestaltung gesellschaftlicher Veränderungen ernst", meint Juliane Hoffmann, DGB-Regionsgeschäftsführerin Schleswig-Holstein Südost. So nehmen die Gewerkschaften auch außerhalb der Betriebs-, und Tarifarbeit die Gestaltung der Gesellschaft in die Hand. Am 25. Mai finden die Europawahlen statt. Die 1. Mai-Veranstaltungen stehen deshalb unter dem Motto: "Europa. Jetzt aber richtig!".

Juliane Hoffmann erklärt: "Wir brauchen ein Europa, das zügig gemeinsame Lösungen findet, um die großen Herausforderungen wie die Digitalisierung, den Klimawandel, die Migrationsbewegungen und die großen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten zu meistern."

Gemeinsam mit dem DGB Bezirk Nord sowie weiteren Kooperationspartnern hat der DGB-Stadtverband das Bundesvorstandsmitglied Stefan Körzell für den 27. März nach Lübeck eingeladen. Dieser Tag soll unter dem Motto "Wohnen – wie willst du leben" stehen. Dazu wird es eine Abendveranstaltung geben.

Auch in der Hansestadt stellt man sich auf harte Verhandlungen ein.

Auch in der Hansestadt stellt man sich auf harte Verhandlungen ein.


Text-Nummer: 127655   Autor: DGB/red.   vom 29.01.2019 10.30

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