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Sonntag,
der 21. April 2019






Maria Lichtmess: Die dunkle Zeit ist überstanden

Maria Lichtmess, am 2. Februar des Jahres, ist immer ein besonderer Tag. Der Tag liegt genau 40 Tage nach dem Weihnachtsfest und markiert schon seit Jahrhunderten den Beginn der wirklich hellen Jahreszeit. Die Tage werden zwar nach der Wintersonnenwende bereits wieder länger; richtig spürbar wird dieser Effekt aber erst jetzt, am Beginn des Februarmonats.

Auf Minute und Sekunde genau wollen wir es nicht nehmen, aber als Faustregel kann man sich gut merken, dass am Lichtmesstag die Sonne um 8 Uhr aufgeht und erst um 17 Uhr wieder untergeht. Daher haben wir bereits wieder eine Tageslänge von 9 Stunden. Wenn man morgens und abends noch jeweils etwa 1 Stunde Dämmerungszeit dazurechnet, wird der Zugewinn an Licht verglichen mit den Weihnachts- und Silvestertagen bereits recht deutlich. Und dieser Zugewinn wird mit jedem Tag spürbarer, denn die Tageslänge nimmt ab jetzt täglich um etwa 4 Minuten zu.

Am Lichtmess Tag, der diese Wende zum Hellen markiert, haben sich daher weltweit besondere Rituale eingebürgert. Phil, das Murmeltier, wird in Punxsutawney im Bundesstaat Pennsylvania erneut eine Prognose über den Fortbestand des Winters abgeben. Wenn er aus seinem Bau kriecht, und seinen Schatten sieht, wird der Winter noch andauern. Sollte es grau und trüb sein, winkt ein schneller Frühlingsbeginn. Auf Fehmarn wurde bis vor einigen Jahren am Lichtmess-Tag noch festgestellt, ob ein Reiter sein Pferd mittags um 12 Uhr bei Sonnenschein zu besatteln vermag.
In diesem Falle sollte im gleichen Jahr noch der Sund zufrieren.

Die heilige Anna in der Lübecker Marienkirche, Foto: Harald Denckmann.

Dieser schöne Brauch wurde eingestellt und man suchte nach neuen Indikatoren und wurde durch Zufall in der Lübecker Marienkirche fündig. Aufgrund einer baulichen Besonderheit wird nämlich die Statue der heiligen Anna, mit Maria und dem Kind auf dem Arm, am 2. Februar zum Zeitpunkt des Sonnenhöchststandes um 12:30 MEZ, direkt von der Sonne beschienen. Wenn das geschehen sollte, müssten uns noch etliche kalte Tage bevorstehen, bevor es endlich Frühling wird. Sollte der Himmel bezogen sein, wird Anna Selbdritt, so die kunsthistorische Bezeichnung dieser Art von Statue, natürlich nicht besonders ausgeleuchtet. In diesem Falle ist mit einem weiteren milden Verlauf des Winters und einem schnellen Frühling zu rechnen. Die Statue der Anna stammt ursprünglich vom Lettner, der in der Bombennacht 1942 zerstört wurde. Dabei hat die Skulptur natürlich gelitten. Der Kopf der Maria, die zusammen mit ihrem Kind von Anna getragen wird, ist mit Haarpracht und Krone verlorengegangen, lediglich der Arm, der das Kind hält, ist mit dem Rumpf erhalten.

Kommen wir auf den Fortgang des Winters zurück. Da hilft es nur abzuwarten, und wir sollten uns natürlich zusätzlich zu den Prophezeiungen auch noch einmal die vorhandenen Prognosekarten der internationalen Wetterdienste ansehen. Danach sieht es eher nach einem weiteren milden Verlauf des Winters bei uns in Lübeck aus. Ein weitläufiges Tiefdruckgebiet hat sich über ganz Europa gelegt mit insgesamt geringen Druckunterschieden. Danach müssten die Temperaturen bis Mitte des Monats weiterhin zwischen 0° C und +5° C pendeln, wobei es, je nach Strömungslage, auch einmal einen gelegentlichen Nachtfrost geben sollte. Ebenso kann es auch einmal ein wenig schneien. Dramatische Kälteperioden mit massiven Schneefällen und chaotischen Verkehrsverhältnissen sind aus heutiger Sicht bei dieser Gesamtlage allerdings nicht zu erwarten.

Freuen wir uns also, dass es ab jetzt jeden Tag ganze 4 Minuten heller wird und wir uns so langsam wieder auf wärmere Zeiten einstellen können. Am 31. März wird dann das letzte Mal auf die Sommerzeit umgestellt. Alle Uhren werden dann eine Stunde vorgestellt.

Aber jetzt kommt's : Am 27. Oktober 2019 kann ein Land dann noch einmal auf die oft "Winterzeit" genannte Normalzeit umstellen - muss es aber nicht, denn "Die Entscheidung, ob ein Land dauerhaft in der Sommer- oder Winterzeit bleibt, liegt bei den Mitgliedsstaaten," hieß es seinerzeit von der zuständigen EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc.

Ist das schön ! Da können wir uns doch auf ein europäisches Zeitenchaos vom Allerfeinsten einstellen. 27 Staaten sollen sich auf eine gemeinsame Zeitzone einigen, das wird nie was.

Die Debatte darüber wird alles was wir an Brexit-Wahnsinn, Dieselskandal, Bundeswehr-Flops, Zuwanderungsgesetz, Kohleausstieg und Energiewende debattieren, weit in den Schatten stellen und wir werden alle damit im wöchentlichen Strudel von Plasberg, Anne Will und Maischberger versinken. Freuen wir uns also auf eine intensive Debattenkultur, denn vom 2. Februar, dem Lichtmess-Tag, aus gemessen ist der Brexit noch 55 Tage entfernt und die Zeitumstellung noch 57 Tage. Was meinen Sie ? Sollen wir bei der Sommerzeit bleiben, oder sollen wir im Oktober endgültig zur Winterzeit wechseln ? Wird die heilige Anna im Sonnenlicht stehen, oder wird es grau bleiben ? Gibt es noch einen Vertrag mit London oder schlittern wir in einen ungeregelten Brexit hinein. Stimmen Sie doch zur Ermittlung eines unverbindlichen Meinungsbildes kurz bei uns ab. Die Abstimmung wird am kommenden Sonntag geschlossen, anonym ausgewertet und gelöscht. Über das Ergebnis werden wir zeitnah berichten.

Hier geht es zur Abstimmung : https://goo.gl/forms/VzosR0ypCjOyt02n1

Anna selbdritt - beleuchtet am 2. Februar. Fotos: Harald Denckmann.

Anna selbdritt - beleuchtet am 2. Februar. Fotos: Harald Denckmann.


Text-Nummer: 127744   Autor: Harald Denckmann   vom 01.02.2019 15.00

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