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Sonnabend,
der 20. April 2019






25 Jahre MuK zu Lübeck: Alles begann am 11. Februar

25 Jahre alt wird die Musik- und Kongresshalle Lübeck in diesem Herbst. Das Team um Ilona Jarabek arbeitet sicher an Festveranstaltungen. Dabei begann die Geschichte der MuK wesentlich früher, und auf dem Weg zu Grundsteinlegung, Richtfest und Einweihung gab es viele Stolpersteine. Alles aber begann mit einer Überraschung, und zwar am 11. Februar 1987.

Über das Fehlen eines guten Konzertsaales war in Lübeck, das sich gern als Kulturhauptstadt des Nordens sieht, jahrzehntelang diskutiert worden. Altkanzler Helmut Schmidt hatte in einem Vortrag in der Stadthalle am 13. April 1986 den Lübeckern zugerufen: Nun sorgt mal endlich für einen anständigen Saal für eure Konzerte! In den Kinosaal der Stadthalle, einen langen ungemütlichen Schlauch, mochten große Orchester oder Gäste von Rang nicht mehr kommen.

Der Konzertsaalverein sammelte Geld für eine Renovierung der Stadthalle. Aber eine halbe Lösung würde auf Dauer nicht befriedigen. Zudem war im Sommer 1986 das Schleswig-Holstein Musik Festival gegründet worden. Zwar standen in Lübeck die großen Kirchen zur Verfügung. Aber nicht jede Musik verträgt den Hall der Kirchen.

Am 11. Februar 1987 klingelte bei Vertretern der Medien das Telefon. Im Rathaus war an jenem Morgen Ministerpräsident Uwe Barschel zu Besuch, und das Presseamt bat eilig zu einem Gespräch mit dem Regierungschef. Uwe Barschel verkündete via Presse der staunenden Lübecker Öffentlichkeit, dass er sich entschlossen habe, die Konzertsaalmisere Lübecks zu beenden und der Stadt 60 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen.

Seinerzeit wurde gemunkelt, Barschel habe das ohne Rücksprache mit dem Kabinett entschieden. Das dürften Gerüchte gewesen sein. Die Pressemitteilung aus dem Landeshaus vom gleichen Tage verwies auf einen Beschluss des Kabinetts vom Tag zuvor: "Im 50. Jahr der Zugehörigkeit Lübecks zu Schleswig-Holstein" habe die Landesregierung beschlossen, "Lübeck und seinen Bürgerinnen und Bürgern eine Musikhalle" zu schenken. Wie Barschel im Rathaus ausführte, solle sie über zwei- bis dreitausend Plätze verfügen, Festsaal und Kongresshalle zugleich sein.

Die Freude war groß, obwohl mancher munkelte, es sei wohl ein Wahlgeschenk, denn am 13. September 1987 war Landtagswahl. Kurz vor der Wahl platzte die Bombe, die als Barschel-Affäre in die Landesgeschichte eingegangen ist. Sie führte dazu, dass Barschels Gegenkandidat Björn Engholm siegte.

Die von Engholm gebildete neue Regierung tat sich lange Zeit schwer, das Geschenk Barschels einzulösen. Belastend kam hinzu, dass die Strukturhilfe des Bundes für Schleswig-Holstein auslaufen und auf die neuen Bundesländer umgeleitet werden sollte. Schließlich aber stand der Punkt "Konzertsaal für Lübeck" auf der Tagesordnung in Kiel. Am 18. März 1991 beschied das Kabinett positiv.

Auch in Lübeck mussten Hürden genommen werden, denn für 60 Millionen war die entsprechende Halle nicht zu bauen. Die Stadt würde also ebenfalls in die Tasche greifen müssen. Aber hierzu hatte die Bürgerschaft sich schon Anfang 1991 durchgerungen. 23 große Ordner mit Ausschreibungsunterlagen stünden in seinem Büro, verriet damals Bausenator Volker Zahn.

Beim Architektenwettbewerb siegte das Hamburger Büro Meinhard van Gerkan und Partner. Im Sommer 1992 wurde der Vertrag mit der Strabag Bau AG als Generalunternehmer unterschrieben. Die Strabag garantierte einen Festpreis von 68,3 Millionen Mark. Mit Nebenkosten sollte der Bau 81,5 Millionen kosten und im Dezember 1994 übergeben werden. Der Termin wurde nicht nur gehalten. Die Bauleute waren sogar früher fertig. Bereits im Januar 1994 hatte es ein "Konzert im Rohbau" gegeben. Die Hörer wanderten in dicken Mänteln zwischen Gerüsten und Planen umher.

Nicht nur hierzu war die Bevölkerung eingeladen. Schon am 7. August 1992 waren Hunderte zum Gründungsfest auf der Baustelle erschienen. Michael Bouteiller begrüßte sie als Bürgermeister. Kultusministerin Marianne Tidick hielt eine Rede und erhielt von Senator Zahn die fertige MuK als Miniatur aus Marzipan. Es gab Freibier und Erbsensuppe für alle.

Natürlich ging nicht alles glatt weiter. Juristische Auseinandersetzungen gab es mit dem Nachbarn, der "alternative", weil für die Straßenführung zehn Quadratmeter von deren Mietgrundstück benötigt wurden. Überhaupt fürchtete mancher, "alternative und hohe Kultur" würden sich nicht vertragen. Wie jeder weiß, geht das seit 25 Jahren gut.

Am 5. November 1992 hatte Björn Engholm den Grundstein gelegt. Ab Sommer 1994 konnten die Lübecker Philharmoniker in ihrem neuen Domizil proben. Bei einem mehrteiligen Festakt am 1. Oktober 1994 wurde als Summe der Betrag von 87 Millionen Mark genannt.

Wie sich inzwischen herumgesprochen hat, besitzt Lübeck mit dem Konzertsaal der MuK und dem Foyer hervorragende Veranstaltungsmöglichkeiten. Das wird sicher im Herbst gefeiert. Aber alles begann am 11. Februar, vor genau 32 Jahren.

Vor genau 32 Jahren entschied sich die Landesregierung für den Bau der MuK an der Untertrave. Foto: JW

Vor genau 32 Jahren entschied sich die Landesregierung für den Bau der MuK an der Untertrave. Foto: JW


Text-Nummer: 127941   Autor: TD   vom 10.02.2019 16.16

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