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HL-live.de

Mittwoch,
der 20. März 2019






Jonathan Meese: Erst Lübeck - dann die Welt und Umgebung

Sie haben nach ihm gerufen, alle die in Lübecks Kulturbetrieb Rang und Namen haben. Und Mut haben sie bewiesen, denn einem Künstler wie Jonathan Meese in seiner Gestaltung uneingeschränkt freie Hand zu lassen, bedeutet eben auch Risiko. Am Sonntag werden seine Ausstellungen eröffnet.



Es besteht zwar die berechtigte Hoffnung, dass Lübeck für die Dauer der Ausstellung zur Pilgerstätte von Anhängern moderner Kunst wird und das Lübecker Experiment die Feuilletons der großen europäischen Gazetten beherrscht. Ebenso wird das Wirken Jonathan Meeses in der Hansestadt aber auch Fragen aufwerfen. Da wird ganz einfach die Frage nach dem Sinn seiner Kunst gestellt werden und die Skala wird von einfacher Verärgerung bis zu heller Empörung über das Gezeigte reichen.


Ein Video der Pressekonferenz finden Sie bei youtube: youtu.be/5SAi4DAnGRA

Meese wird das egal sein. Er ist in seinem Kunstverständnis absolut radikal und erfrischend konsequent. Bereits im ersten Punkt seines Manifestes zum Lübecker Projekt erklärt er "Kunst ist immer das Gesamtkunstwerk." Er will in Lübeck Anstöße geben, von Staub und Ideologie befreien und vor allem Mut machen neue Wege zu gehen. "Mach doch einfach weiter, mach doch" und geh Deinen Weg" ruft Meese allen zu. Die Krankheiten unserer Gesellschaft sieht er in Ideologien und Political Correctness, er gerät in Rage, wenn er an Künstlerkollegen nur denkt, die sich neuerdings Selbstzensur in ihrem Schaffen auferlegen um dem Mainstream ja weiterhin zu gefallen. Unterordnen tut er sich allenfalls seiner neben ihm sitzenden Mutter, die ihn nach jedem gedanklichen Höhenflug zwischendurch immer mal wieder erdet.



Dann geht es auf den Rasen des Holstentores zum Foto-Shooting. Das Holstentor mag er, denn es verkörpert für ihn den Zugang zu einer anderen Welt, und diese Welt ist Kunst. Dabei orientiert Meese sich aber immer an Leitfiguren. Zu denen gehören mit Sicherheit Richard Wagner, König Ludwig von Bayern, aber auch Figuren wie Nero, Caligula, Pippi Langstrumpf und die Mumin-Familie. Der legendäre Walfänger im Melville Roman, von Meese liebevoll "Capitano Ahab" genannt, nimmt in seinem persönlichem Kosmos eine Sonderstellung ein. Verweise auf die Leitfiguren und auf das allgegenwärtige Beiwort "Erz" findet man durchgehend in seinen Installationen, die er in der Lübecker Petrikirche entfaltet hat. Man muss sich darauf einlassen, auf Spurensuche gehen, dann wird man viel finden was auf unverbogene Weltsicht, kindliche Neugier, Vergewaltigung ursprünglicher Ideen, große Versuche und großes Scheitern hindeutet.



"Ich bin ein Tigerbaby", sagt Meese von sich und der junge, arglose Parsifal wird auch immer wieder thematisiert, und eine gewisse Sehnsucht, sich die kindliche Weltsicht zu bewahren, wird immer wieder deutlich.

Nachdenkliche Zeitgenossen merken schon, dass hier etwas angestoßen wird, was Lübeck mit seiner großen Geschichte und der hanseatischen Kultur nachhaltig verändern wird. Viele wollen das auch, und haben gerade deswegen nach Jonathan Meese gerufen. Die Tempelverwalter in Bayreuth haben ihn ja von den Festspielen wieder verbannt. Man hat das Gefühl sie haben gemerkt, dass man Meese nicht so schnell wieder in die Flasche hineinbekommt, wenn man ihn erst einmal herausgelassen hat.

Insofern versprechen die kommenden Monate in Lübeck spannend zu werden. Wenn Jonathan Meese sein Gesamtkunstwerk Lübeck abgewickelt hat, wird die ehrwürdige Hansestadt mit großer Wahrscheinlichkeit eine andere sein.



Die Ausstellung mit Jonathan Meese wird am Sonntag, 17. Februar 2019, um 15 Uhr in der Petri-Kirche eröffnet. Um 17 Uhr wird die Eröffnung dann im Günter Grass Haus fortgesetzt, wo ein anderer Akzent mit mehr biographischem Charakter gesetzt wird.

Etwas später, am 30. März, sind dann Overbeck-Gesellschaft und Kunsthalle St. Annen dran. Eine Kunst-Aktion ist im Mai auf der Kulturwerft Gollan geplant. Über diese Ereignisse werden wir gesondert berichten.

Im O-Ton hören Sie Interviews mit Jonathan Meese und Oliver Zybock von der Overbeck Gesellschaft.

Jonathan Meese stellte seine Projekte in Lübeck vor. Fotos/O-Ton: Harald Denckmann

Jonathan Meese stellte seine Projekte in Lübeck vor. Fotos/O-Ton: Harald Denckmann



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 128106   Autor: Harald Denckmann   vom 15.02.2019 22.55

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