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Mittwoch,
der 27. März 2019






Nach vorne schauen

In ihren Gedanken zum Wochenende gibt Pastorin i.R. Ellen Naß einen Tipps für schwere Zeiten. Ein Blick nach vorne, zur Seite oder auch nach oben gibt neue Kraft.

Als ich vor vielen Jahren an der Universität Heidelberg mein 1. Staatsexamen ablegte, war das eine langwierige Angelegenheit. Insgesamt zogen sich die Prüfungen über einen Zeitraum von sieben oder sogar noch mehr Monaten hin. Es stand mir ziemlich bevor, so lange unter Dauerstress zu stehen.

Zufällig wurde kurz vor dem Examen ein Sparvertrag fällig.

Von dem Geld buchte ich für die Zeit nach dem Examen eine Reise nach London. Es würde dann schon Januar sein, aber das war mir egal. Ich kaufte einen Stadtplan von London und hing mir den über das Bett. Immer, wenn ich die Lust verlor oder dachte: das schaffe ich nicht, habe ich mir diesen Stadtplan angesehen und habe gedacht: weitermachen, auf dich wartet London.

Das ist lange her, und ich muss heute noch darüber lächeln. Denn eigentlich war so eine Reise ins Billighotel nach London im Januar ja nicht die richtige Belohnung für all die Mühen, Sorgen und Arbeit des Examens. Die eigentliche Belohnung war das Vikariat, und anschließend der Beruf als Pastorin, der mich dann ja für den Rest meines Lebens begleitet hat.

Eigentlich war das ganze so, als wenn ein(e) Schüler(in) lernt, nicht, weil sie der Stoff interessiert oder weil sie einen guten Abschluss und einen interessanten Beruf haben will, sondern weil sie/er von den Eltern Geld für eine gute Zensur bekommt.

Trotzdem habe ich aus dieser Zeit etwas gelernt, was mir auch danach im Leben immer wieder weitergeholfen hat.

Denn mit der Ausbildung und den Prüfungen sind die Schwierigkeiten im Leben ja nicht zu Ende. Es gibt immer wieder etwas, was uns belastet. Es gibt Schwierigkeiten im Beruf, mit dem Partner/ der Partnerin, mit den Kindern. Vielleicht reicht das Geld nicht, dass man sich täglich Sorgen machen muss, wie es weitergeht. Oder man ist krank, etwas, was man gerne verdrängt, aber es gibt auch viele junge Menschen, die schon ernsthafte Krankheiten haben, von uns Alten will ich gar nicht erst anfangen.

In solchen Zeiten habe ich immer wieder an die Zeit meines Examens gedacht und wie ich mir damals über diese schwere Zeit hinweggeholfen habe.

Natürlich habe ich nicht jedes Mal eine Reise nach London gebucht, aber ich habe versucht, nicht nur auf die Probleme und die Schwierigkeiten zu starren, sondern weiter nach vorne zu schauen, oder vielleicht auch einmal zur Seite oder nach oben.

"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?", so beginnt Psalm 121. Dieses Lied haben vor vielen Tausend Jahren Pilger auf dem Weg nach Jerusalem gesungen. Weil Jerusalem auf einem Berg lag, haben sie nach oben geblickt, haben vielleicht in der Ferne den Tempel gesehen, zu dem ihre Pilgerreise führte.

Sie haben aber nicht nur das Gebäude gesehen, sondern sie wussten, dass dort oben Gott anwesend ist. Auf dem Weg konnten ihnen noch viele Gefahren drohen, der Anstieg dort hinaus war bestimmt anstrengend und gefährlich, aber dort oben wartete Gott auf sie.

Er wartet nicht nur dort oben auf sie, sondern er kommt ihnen schon auf ihrem Weg zur Hilfe. Sie gehen den schwierigen Weg nicht unbegleitet. Auch in meiner Examenszeit habe ich gespürt, dass nicht nur die Zukunft, die Reise nach London, schön sein würde, sondern dass auch schon in dieser Zeit Gott bei mir war.

"Meine Hilfe kommt von dem Herrn", so geht dieser Psalm weiter. Er machte damit deutlich, dass die Hilfe Gottes keine Vertröstung ins Jenseits ist, kein "Pie in the Sky" (Kuchen im Himmel), sondern dass er uns schon hier und jetzt in Schwierigkeiten hilft, wenn wir denn nur unsere Augen öffnen und genau hinsehen.

Manchmal wissen wir natürlich nicht, wie lange es dauert, bis die Dinge wieder besser werden. Das macht es dann besonders schwierig. Aber gerade dann ist es wichtig, nicht nur auf das Schwere zu sehen, sondern darüber hinaus, vielleicht auch einmal ganz bewußt etwas Schönes zu planen, auf dass man sich freuen kann.

So können wir in solchen Zeiten Gottes Hilfe erleben. Er will nicht, dass wir verzweifeln, sondern uns immer wieder neu Kraft und Freude schenken.

Ellen Naß veröffentlich im Wechsel mit Heinz Rußmann die Gedanken zum Wochenende.

Ellen Naß veröffentlich im Wechsel mit Heinz Rußmann die Gedanken zum Wochenende.


Text-Nummer: 128269   Autor: red.   vom 23.02.2019 11.30

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