Please enable JavaScript!
Bitte aktiviere JavaScript!
S'il vous plaît activer JavaScript!
Por favor,activa el JavaScript!
antiblock.org

Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.
HL-live.de

Dienstag,
der 19. März 2019






Lübecker Maler erforscht Künstlerkolonie Gothmund

Der große Saal der Gemeinnützigen Gesellschaft in der Königstraße war bis auf den letzten Platz besetzt, selbst zusätzlich herbeigeschaffte Stühle reichten nicht, so dass etliche Besucher in den hinteren Reihen stehen mussten. Dabei ging es vordergründig lediglich um eine Buchvorstellung. Der Verein für Familienforschung Lübeck präsentierte seine jüngste Publikation "Gothmund, seine Fischerfamilien, Bewohner und Nachbarn."

Beeindruckende Forschungsergebnisse, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen und akribisch aus den Lübecker Archiven zusammengestellt wurden, wurden von den Mitgliedern der Gesellschaft präsentiert.

Dann kam aber etwas ganz Besonderes. Der Lübecker Maler Heiko Jäckstein berichtete in einer ebenso spannenden wie poetischen Erzählung, wie er erst zufällig, dann neugierig geworden etwas aufdeckte, was in der Kunstgeschichte seines Wissens so noch nicht verzeichnet war. Ähnlich dem berühmten Worpswede gab es in Lübeck vom 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert eine Künstlerkolonie, deren Mitglieder das malerische Gothmund für sich entdeckt hatten. "Sie sind heute bei einer Weltpremiere," begann Jäckstein seinen Vortrag augenzwinkernd, "denn was Sie jetzt hören, ist so noch nicht erzählt worden."


Der Lübecker Maler Heiko Jäckstein bei seinem Vortrag. Foto: Harald Denckmann.

Dann berichtete er über Carl Malchin, dessen Motive im Travebereich mittlerweile auf einer Übersichtskarte verortet wurden, oder auch von Ernst Eitner, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gern Skizzen von Gothmunder Fischerkindern angefertigt hat und vielen weiteren weniger bekannt geworden Künstlern, die seinerzeit vor Ort gearbeitet haben.

Von den Gothmundern selbst ist er besonders begeistert. Eigentlich war er ja nur einmal eher zufällig vorbeigekommen, um direkt vom Kutter frischen Fisch zu kaufen, als es ihm entfuhr, dass er hier doch liebend gern einmal in Gothmund malen würde. "Fang man gliek an miin Jung" hieß es von den Fischern, bei denen Jäckstein mittlerweile bereits Familienanschluss hat.

Die Arbeitsplätze von Carl Malchin im Travebogen. Foto: Harald Denckmann.

Auf Bildern, die er ausgegraben hatte wurden von den Fischern oftmals Urgroßmütter und -väter erkannt. Lange Gespräche folgten mit Zeitzeugen, deren Erinnerungspotenzial noch bis ins ausgehende 19. Jahrhundert reichte. Weitere Hinweise erhielt er von der Chronistin Marlis Zahn und zahlreichen Helfern, so dass es jetzt bereits zu einem so umfangreichen Materialbestand gekommen ist, dass genau am Tage des Vortrages eine Internetseite über die Künstlerkolonie Gothmund gestartet werden konnte. "Noch eine Weltpremiere", fügte der aufgeräumte Künstler an.

Unter www.kuenstlerkolonie-gothmund.de kann man sich informieren und das bisher zusammengetragene Material sichten. Heiko Jäckstein ist es aber besonders wichtig, über diese Seite gegebenenfalls weitere Hinweise zu erhalten, die das Bild der Künstlerkolonie verfestigen. Er hofft auf Postkartenfunde, alte Bilder von Gothmund oder Artikel über Maler aus Zeitungen, die zufällig auf dem Dachboden gefunden werden. Wer etwas findet ist gebeten, sich über "Kontakt" auf der Internetseite bei ihm zu melden. Einfach "Atelier Jäckstein" in die Suchmaschine eingeben geht natürlich auch.

Bei dem derzeitigen schönen Wetter hält es ihn aber kaum noch im Atelier. Er möchte samt Staffelei wieder nach Gothmund, Motive suchen und bei den Fischern reinschauen. Da darf er alle Gärten unangemeldet betreten. Wer sich mit so viel Liebe um das traditionsreiche Gothmund bemüht, hat dort natürlich Hausrecht.

Der große Saal der Gemeinnützigen Gesellschaft in der Königstraße war bis auf den letzten Platz besetzt. Fotos: Harald Denckmann.

Der große Saal der Gemeinnützigen Gesellschaft in der Königstraße war bis auf den letzten Platz besetzt. Fotos: Harald Denckmann.



Hier hören Sie den Originalton:  

Text-Nummer: 128369   Autor: Harald Denckmann   vom 27.02.2019 13.15

Text teilen: auf facebook +++ Über Kontaktformular

Text ausdrucken. +++ Text ohne Bilder ausdrucken.


HL-live.de Flohmarkt

Nachrichten:
Polizei & Feuerwehr
Stadtgeschehen
Politik
Kultur & Theater
Wirtschaft
Sport
Veranstaltungskalender

Service:
Flohmarkt
Wetter
Notdienste
Stadtplan
Archiv
RSS und App
Newsletter

Werbung

Kontakt:
Meldung schicken
Veranstaltungs-Tipp
Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz








Zur Ansicht für Mobiltelefone wechseln.