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HL-live.de

Sonntag,
der 24. März 2019






Gedanken zum Weltfrauentag

Pastorin i.R. Ellen Naß widmet ihre Gedanken zum Wochenende dem Weltfrauentag und dem etwas im Schatten stehenden Weltgebetstag der Frauen. Es sei wichtig, sich weiter für die Gleichheit der Menschen zu engagieren.

Gestern war Weltfrauentag. Seit 1911 gibt es solch einen Tag, an dem besonders an die gleichen Rechte für Frauen gedacht wird. Da gibt es viele Aktionen und viele Reden, in Lübeck zum Beispiel hat eine Bundestagsabgeordnete fair gehandelten Kaffee probiert und damit gleich mehrere wichtige Themen angesprochen. Es wird demonstriert, in Berlin soll es sogar ein Feiertag gewesen sein.

Wenn man sich in die Zeit von 1911 zurückversetzt, dann haben wir Frauen ja viel erreicht. Wir dürfen wählen, seit 1919. Wir müssen nicht mehr mit langen Röcken und Kopfdeckungen, Hüten oder Kopftüchern, aus dem Haus gehen. Wir dürfen studieren, dürfen Berufe ausüben. Zwar gab es im 3. Reich dann eine Rückwärtsbewegung bei den Frauenrechten, und nach dem Krieg war es klar, dass dem Ehemann das Konto gehörte, er die Arbeitsstelle der Frau ohne ihr Wissen kündigen konnte. Unter meinen ersten Schulzeugnissen wurde die Unterschrift des Vaters gefordert oder seines Stellvertreters, eine Mutter durfte das nicht.

Wahrscheinlich kamen vielen Menschen damals diese Fragen als völlig unwichtig vor, haben sie gesagt, so wie es heute ja auch noch oft der Fall ist: "Darauf kommt es doch wirklich nicht an. Wenn man es gemeinsam regelt, braucht man diese Rechte doch nicht." Doch wir möchten diese Rechte nicht missen, und es kam eben doch darauf an, ob ich selbst über meine Geld, meine Arbeit bestimmen kann, bei meinen Kindern mitbestimmen kann, oder nur der Mann dazu berechtigt ist.

Trotzdem ist noch nicht alles erreicht. Ich denke, dass über viele Dinge, wo wir heute sagen, dass es darauf doch nicht ankommt, in 100 Jahren Menschen so anders denken wie wir über die Fragen von damals. Deshalb darf man sich auf den Erfolgen nicht ausruhen.

Was ich immer schade fand, ist, dass dieser 8. März so nah – und doch immer an einem anderen wichtigen Tag für uns Frauen, jedenfalls der christlichen Frauen, ist: Dem Weltgebetstag der Frauen. Ich hätte es immer gerne am gleichen Termin gehabt, sozusagen einen großen Tag für die Frauen in aller Welt, und möglichst für alle Religionen und Glaubensrichtungen.

Der Weltgebetstag der Frauen findet immer am 1. Freitag im März statt, also nie am 8. März, aber immer in seiner zeitlichen Nähe. Ihn gibt es noch länger als den Weltfrauentag. Ab 1887 gab es Gebetstage, die von den Missionswerken in den USA und Kanada ins Leben gerufen wurden. 1897 wurde der erste Tag mit verschiedenen Konfessionen von Frauen ins Leben gerufen und gefeiert.

In Deutschland wurde er das erste Mal 1927 von Methodistinnen – nicht den katholischen oder evangelischen Landeskirchen - gefeiert. Wahrscheinlich hielten sich die Landeskirchen zurück, weil in diesem Weltgebetstagsgottesdiensten Frauen redeten – damals für die meisten Kirchen völlig undenkbar.

Inzwischen halten wir es für völlig selbstverständlich, dass es Pastorinnen, Bischöfinnen, Pröpstinnen und bei den Katholiken immerhin Pastoralreferentinnen gibt. Wir halten es für genauso normal wie wir es für normal halten, dass wir wählen dürfen, einen Beruf ausüben, ohne Hut auf die Straße gehen dürfen. Mit dem Weltgebetstag der Frauen hat das alles begonnen. Wir halten es für normal, und doch war es vor 100 Jahren teilweise noch völlig undenkbar. Doch noch etwas anderes zeichnet den Weltgebetstag der Frauen aus – Männer sind natürlich auch eingeladen und herzlich willkommen.

Es wird gebetet. Es werden keine großen Reden geschwungen, an den guten Willen, die Vernunft oder an irgend etwas sonst appelliert, sondern es wird gebetet. Die Frauen wussten immer, dass es mehr gibt als nur ihre Anliegen, als nur die Vorherrschaft der Männer in den Kirchen. Sie vertrauten auf Gott, für den und vor dem wir alle gleich sind.

Deshalb wird dieser Weltgebetstag auch weltweit gefeiert, quer durch alle Völker und Kontinente. Jedes Jahr bereiten Frauen eines anderen Landes den Gottesdienst vor, und dieser Gottesdienst wird dann weltweit gefeiert. Ich selbst habe ihn einmal in England miterlebt, und da war kaum ein Unterschied zu der deutschen Ordnung.

Auch in den Kirchen gibt es noch viel zu verbessern für uns Frauen. In einigen haben wir nur ganz wenige Rechte, woanders gibt es kaum Unterschiede, in manchen Ländern gibt es – auch in protestantischen Kirchen – wieder Rückschritte. Gleichheit der Menschen ist eben nicht selbstverständlich, auch in den Kirchen nicht.

Deshalb ist es wichtig, dass wir uns weiter für Menschenrechte einsetzen – und auch als Frauen ganz besonders für die Rechte von Frauen, auch in der Kirche.

Und es ist wichtig, dass Gott da ist, der uns Kraft und Mut dazu gibt, wenn wir ihn darum bitten, weil vor ihm alle Menschen gleich sind.

Ein Hinweis:
Sie sind eingeladen zum 21. Engholm-Jazzgottesdienst am Sonntag, den 17. März, um 11 Uhr in der St.Stephanus Gemeinde in Lübeck-Karlshof, Dornierstraße 52, mit Jazz-Prof Fiete Felsch und Stefan Kuchel und ihrer Band und dem Schülerchor der Oberschule zum Dom unter Leitung von Herrn Birkenfeld. Thema der religiösen Rede von Engholm ist das aktuelle Thema "Achtsamkeit". Lesungen und Gebete von den Pastoren Reinhard von Kries und Heinz Rußmann.

Ellen Naß erinnert an den Weltgebetstag der Frauen.

Ellen Naß erinnert an den Weltgebetstag der Frauen.


Text-Nummer: 128593   Autor: red.   vom 09.03.2019 10.54

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