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HL-live.de - Nachrichten aus Lübeck

Donnerstag,
der 23. Mai 2019






Lübecker Altbauten sollen klimafreundlicher werden

Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer, alte Fenster: Unsanierte Gebäude lassen nicht nur die Heizkosten steigen, sie belasten auch das Klima. Altbauten drücken auf die CO2-Bilanz in Lübeck, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

Nach Informationen der IG BAU stammen rund 33.100 Wohngebäude aus der Zeit vor 1979. Damit sind 78 Prozent aller Wohnhäuser in der Stadt mindestens 40 Jahre alt, so die Bau- und Umweltgewerkschaft, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft. Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, muss es, so die IG BAU Holstein, deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben.

"Wichtig ist dabei, dass Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben", sagt Bezirksvorsitzender Ralf Olschewski. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur noch acht statt wie bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen. "„Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel", betont Olschewski.

Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre eigenen vier Wände hart gespart hätten. "Im Moment steht der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte. Dabei machen Gebäude ein Drittel aller Treibhausemissionen aus", so Olschewski. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus, wie neueste Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigten.

Danach wurden in Lübeck im vergangenen Jahr 700 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW Fördermittel in Höhe von 15,8 Millionen Euro. Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafter Olschewski "viel Luft nach oben". Nachkriegsbauten, von denen es in der Stadt besonders viele gebe, lägen beim Energieverbrauch etwa drei Mal so hoch wie Neubauten heute.

Doch bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten. Das Einsparpotential ist groß: Nach Angaben der KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480.000 Tonnen CO2 durch Gebäudesanierungen eingespart.

Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten – und drücken auf die Klimabilanz. Foto: IG BAU.

Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten – und drücken auf die Klimabilanz. Foto: IG BAU.


Text-Nummer: 128650   Autor: IG BAU   vom 12.03.2019 10.11

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