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HL-live.de

Donnerstag,
der 18. April 2019






Arbeitsagentur und Jobcenter ziehen Jahresbilanz

Am Mittwoch zogen die Arbeitsagentur Lübeck und das Jobcenter eine Bilanz für das Jahr 2018. Die Tendenz sei weiter positiv: Bereits das dreizehnte Jahr in Folge steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Hansestadt Lübeck an.

Laut den aktuellsten Daten haben 97.350 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Ende Juni 2018 in der Hansestadt Lübeck gearbeitet, ein Plus von 2.295 oder 2,4 Prozent. Die Entwicklung fiel etwas stärker als in Schleswig-Holstein (+2,0 Prozent) und im Bundesgebiet (+2,2 Prozent) aus.

Bei der Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten ist ebenfalls ein Anstieg auf 20.420 (+673 oder 3,4 Prozent) zu beobachten, ebenso wie in Schleswig-Holstein (+1,5 Prozent) und im Bundesgebiet (+1,0 Prozent).

Die Mehrfachbeschäftigungsquote beträgt 8,5 Prozent und liegt damit unter dem Landesdurchschnitt von 9,7 Prozent. Sie gibt an, wie hoch der Anteil der Mehrfachbeschäftigten an allen Beschäftigten ist. Die bedeutsamste Form der Mehrfachbeschäftigung ist die Kombination von sozialversicherungspflichtigem und geringfügigem Beschäftigungsverhältnis. In die Erwerbstätigenrechnung gehen allerdings alleine die ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ein, weil die Nebenjobber schon mit ihrer Hauptbeschäftigung gezählt werden.

Nur zwei von fünf Arbeitslosengeld II-Beziehern sind arbeitslos. Der überwiegende Teil der nicht arbeitslosen Leistungsempfänger befindet sich in einer ungeförderten (26 Prozent) oder geförderten (5 Prozent) Erwerbstätigkeit sowie im Studium oder Schulbesuch (14 Prozent). Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II werden auch bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (15 Prozent), vorruhestandsähnlichen Regelungen (7 Prozent) oder bei Kindererziehung/ Pflege von Angehörigen (11 Prozent) gewährt.

2018 hat sich die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Vergleich zum Vorjahr um 1.339 auf 18.504 reduziert, die Zahl der betreuten Bedarfsgemeinschaften ging um 1.065 auf 13.928 im September 2018 zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 7,1 Prozent.

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Kontext von Fluchtmigration lag im Jahresdurchschnitt bei 2.448. Das sind 12,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Trotz der guten Ergebnisse, spielt bei der Integration der geflüchteten Menschen der Spracherwerb jedoch weiterhin eine herausragende Rolle", stellt Joachim Tag, Chef des Jobcenters, resümierend fest.

Gerade bei Hartz IV hat sich die Zahl der Arbeitslosen auch im letzten Jahr spürbar verringert. "Erfreulich ist, dass davon auch die Langzeitarbeitslosen profitiert haben. Nachdem vor Jahren noch 4.300 langzeitarbeitsarbeitslose Leistungsberechtigte im Jobcenter Lübeck betreut wurden, kümmern wir uns jetzt nur noch um 2.830 langzeitarbeitslose Personen am Ende des Jahres. Das sind fast 400 weniger als noch ein Jahr zuvor", so Tag weiter.

"Zuletzt waren vor 37 Jahren weniger Arbeitslose gemeldet", sagt Markus Dusch, Chef der Arbeitsagentur in Lübeck. "Die Arbeitslosenquote lag in der Hansestadt Lübeck im Jahresdurchschnitt bei 7,8 Prozent. Trotz internationaler Unsicherheiten geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für unseren Bezirk von einem moderaten Beschäftigungswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit aus. Wie wir bereits in der Vergangenheit gesehen haben, ist unser regionaler Arbeitsmarkt nicht konjunkturgetrieben und hat weniger Höhen und Tiefen. Arbeitskräfte sind bereits in vielen Bereichen knapp. Unternehmen überlegen sich zweimal, ob sie sich von jemandem trennen - auch in einer vorübergehenden Brexit-Delle. Bei Bedarf könnten wir Betriebe mit Kurzarbeit und aktiver Arbeitsmarktpolitik dabei unterstützen, die Beschäftigten zu halten", erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Lübeck.

"Risiken sehe ich eher bei der Fachkräftesicherung. Demografischer Wandel und Digitalisierung beschleunigen die Veränderungen am Arbeitsmarkt. Die Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiger Schlüssel, um alle Potenziale auszuschöpfen und die immer knapper werdenden Fachkräfte zu gewinnen. Qualifizierung wird ein Schwerpunkt unserer Arbeit in diesem Jahr sein", ergänzt Dusch.

Markus Dusch und Joachim Tag stellten die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Lübeck vor. Foto: Agentur für Arbeit

Markus Dusch und Joachim Tag stellten die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Lübeck vor. Foto: Agentur für Arbeit


Text-Nummer: 128871   Autor: Agentur für Arbeit/red.   vom 20.03.2019 16.32

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